Neue Behandlungsoption bei Gallengangkrebs18. April 2023 Bild: ©freshidea – stock.adobe.com Eine internationale Studie unter Beteiligung von Prof. Arndt Vogel von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zeigt ein verbessertes Gesamtüberleben mit Immuntherapie bei biliären Tumoren. Neuerkrankungen von Gallengangkrebs nehmen weltweit zu. Die Heilungschancen gelten als schlecht. Die Standardtherapie bei fortgeschrittenem Gallengangkrebs beruht bislang auf Chemotherapie mit Gemcitabin und Cisplatin, die Behandlung mit der körpereigenen Immunabwehr wird bei dieser Krebsart seit Jahren erforscht. Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung von Vogel von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) konnte nun im Rahmen der KEYNOTE-966-Studie nachweisen, dass das Gesamtüberleben der Patienten unter Zugabe des Immun-Checkpoint-Inhibitors Pembrolizumab verbessert wird. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „The Lancet“ publiziert. „Unsere Studie zeigt eine statistisch eindeutige Verbesserung des Gesamtüberlebens und ein handhabbares Sicherheitsprofil bei Patientinnen und Patienten mit Gallengangkrebs“, sagt Vogel aus der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Endokrinologie und korrespondierender Letztautor der Studie. „Pembrolizumab plus Gemcitabin und Cisplatin stellt eine neue Behandlungsoption in der Erstlinienbehandlung für Patientinnen und Patienten mit zuvor unbehandeltem metastasiertem oder inoperablem Gallengangskrebs dar.“ In der KEYNOTE-966-Studie zeigte sich insbesondere eine Wirksamkeit bei kaukasischen Patienten und bestätigt, dass die Immuntherapie nunmehr ein fester Bestandteil der systemischen Therapie der biliären Tumoren sein wird. Die KEYNOTE-966-Studie war dabei die größte globale Studie, die jemals bei biliären Tumoren durchgeführt worden ist. Die Phase-III-Studie wurde an 175 medizinischen Zentren weltweit durchgeführt und schloss 1069 Patienten ein. Per Zufallsverfahren erhielten die Studienteilnehmenden entweder eine Behandlung mit Pembrolizumab plus Gemcitabin und Cisplatin oder ein Placebo plus Gemcitabin und Cisplatin. Die Ergebnisse wurden erstmalig am 16. April 2023 auf dem jährlichen Treffen der American Association for Cancer Research (AACR) vorgestellt.
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