Neue DFG-Forschungsgruppe zum Schlaganfall11. Juli 2019 Symbolbild: ©Peter Atkins – stock.adobe.com Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet eine neue Forschungsgruppe zum Schlaganfall ein. Der Forschungsverbund mit dem Namen „ImmunoStroke: from immune cells to stroke recovery“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Essen, Hamburg, München und Münster und wird in den ersten drei Jahren mit rund 4,5 Mio. Euro gefördert. Ziel der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist es, die Rolle des Immunsystems in der Regenerationsphase nach einem Schlaganfall zu untersuchen und neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Koordinatoren des Verbundes sind Prof. Christoph Kleinschnitz aus Essen, Prof. Tim Magnus aus Hamburg und Prof. Arthur Liesz aus München. Während es in der Akuttherapie und Sekundärprophylaxe ischämischer Schlaganfälle in den vergangenen Jahren große Fortschritte gegeben hat, ist es bisher nicht gelungen, Regenerationsprozesse in der Spätphase nach zerebraler Ischämie gezielt zu beeinflussen. Daher ist die Erforschung potenziell neuer therapeutischer Ansatzpunkte von großer Bedeutung, umso mehr, als Schlaganfälle weltweit gesehen nach wie vor die häufigste Ursache für erworbene körperliche Behinderung bei Erwachsenen darstellen. Hier setzen die Forscherinnen und Forscher von ImmunoStroke an. Sie gehen davon aus, dass das Immunsystem eine entscheidende Rolle bei der Geweberegeneration und funktionellen Erholung nach einem Schlaganfall spielt. „In unseren Vorarbeiten konnten wir mithilfe verschiedener Modelle zeigen, dass insbesondere T-Zellen und Mikroglia und deren Interaktion mit Neuronen eine wichtige Bedeutung für das langfristige Schlaganfalloutcome haben“, erklärte Kleinschnitz. Diese beiden Zelltypen stehen daher im Zentrum der Untersuchungen. „Allerdings werden wir nicht auf Ebene der experimentellen Studien verharren. Wir planen, das Immunom von Schlaganfallpatienten in bisher nicht bekannter Detailtiefe zu charakterisieren und mit Bildgebungsdaten, insbesondere MRT und Mikroglia-PET, zu korrelieren“, sagte Magnus. Diese Validierung am Menschen ist wichtig, um die translationale Relevanz der experimentellen Befunde richtig einordnen zu können. Möglich wird das erst durch einen breiten interdisziplinären Ansatz, der Expertinnen und Experten aus den Bereichen der Schlaganfallforschung, der Neuroimmunologie, der Neurobiologie und der klinischen Neurologie zusammenbringt. Eine weitere Besonderheit von ImmunoStroke ist die Vereinheitlichung aller experimentellen Modelle innerhalb des Konsortiums, welche über verbindliche Standard Operating Procedures (SOPs) schließlich in präklinische, randomisierte Multicenterstudien münden soll. Verantwortlich für dieses Zentralprojekt ist Arthur Liesz aus München. „Die experimentelle Schlaganfallforschung war in den letzten Jahren der Kritik ausgesetzt, durch unzureichende methodische Standards Ergebnisse zu generieren, die in der Mehrzahl für den Menschen irrelevant sind. Dem wollen wir entgegenwirken und mit ImmunoStroke eine Vorreiterrolle in Sachen Standardisierung und Datentransparenz übernehmen“, erklärte Liesz. Neben ImmunoStroke wird die Forschungsgruppe „Bedeutung des Translokator Proteins (18kDa) (TSPO) als diagnostische und therapeutische Zielstruktur im Nervensystem” (Sprecher: Prof. Rainer Rupprecht, Universität Regensburg) gefördert.
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