Neue Direktorin am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns

Spitzenforscherin Dr. Anne Schaefer erforscht das alternde Gehirn. (Foto: Link/Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, 2021)

Prof. Anne Schaefer hat Anfang Oktober 2021 ihre Arbeit als neue Direktorin am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns aufgenommen. Sie erforscht die molekularen und zellulären Mechanismen, die für die Langlebigkeit der Nervenzellen im Gehirn verantwortlich sind.

Die Vorgänge im alternden Gehirn sind noch wenig verstanden, obwohl wir die Entstehung des Gehirns immer besser verstehen. „Die gängige Sicht auf das Gehirn erzeugt ein überwältigendes Bild von Milliarden von Nervenzellen, die in verschiedenen Schaltkreisen verdrahtet jeden Aspekt unseres Lebens steuern. Ich studiere den weniger bekannten Teil des Gehirns, der von den Immunzellen des Gehirns, den Mikroglia, gebildet wird“, erklärt Prof. Anne Schaefer.

„Wir konnten zeigen, dass diese Gliazellen sich nicht nur direkt an die unterschiedlichen Nervenzellen anpassen, sondern ganze neuronale Netzwerke kontrollieren können. Je nach Aktivitätszustand können Mikroglia Nervenzellen zerstören oder beschützen. Wir haben eine besondere Gruppe von Mikroglia entdeckt, die das Gehirn vor neurodegenerativen Prozessen schützt. Mikroglia stellen außerdem eine besondere Verbindung zwischen dem Körper und dem Gehirn dar, da sie Veränderungen, wie zum Beispiel Infektionen oder Entzündungen, wahrnehmen. All diese Funktionen der Mikroglia spielen eine wichtige Rolle im Prozess des Alterns, wo sie über die Langlebigkeit und Funktion einzelner Neurone als auch des Gehirns im Ganzen entscheiden können“, erklärt Schaefer.

„Ich möchte junge Leute für die Wissenschaft begeistern“

Schaefer leitet seit 2011 an der „Icahn School auf Medicine at Mount Sinai“ ihr eigenes Labor und hat im März 2021 den Ruf als Max-Planck-Direktorin am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Köln im Nebenamt angenommen. Ab Oktober 2021 wird sie dort ihr Labor im Hauptamt aufbauen. „Ich freue mich wahnsinnig darauf, meine Forschung nach Köln zu bringen und meine tolle Erfahrung am „Friedman Brain Institute at Mount Sinai“ zu nutzen, um eine internationale und vielfältige Abteilung aufzubauen. Ich möchte junge Leute für die Wissenschaft begeistern und einen starken Fokus auf Innovation und Entdeckungen legen. Köln hat sowohl an den Max-Planck-Instituten für Biologie des Alterns und für Stoffwechselforschung als auch in den benachbarten Instituten ein bemerkenswertes wissenschaftliches Potenzial. Ich bin begeistert, die Möglichkeit zu haben, mit vielen meiner Max-Planck-Kollegen mit ihrer immensen Expertise in verschiedenen Bereichen der Lebenswissenschaften zusammenzuarbeiten”, freut sich Schaefer. „Außerdem freue ich mich darauf, neue Kontakte zwischen meinen Kollegen in Köln und den USA zu knüpfen und so innovative Projekte zu starten.“

Dabei möchte die Forscherin folgende Fragen beantworten: Was verursacht das Altern des Gehirns? Bestimmt das alternde Gehirn die Alterungsprozesse im restlichen Körper? Welche Rolle spielen äußere Einflüsse wie Infektionen oder chronische Entzündungen?

Zur Person

Schaefer stammt aus Offenbach bei Frankfurt und studierte Medizin in Mainz und Berlin. Im Jahre 2001 ging sie bereits als Gaststudentin an die Rockefeller University in New York, um dann im Jahr 2004, nach Ihrer Promotion, als Postdoc in das Labor des Nobelpreisträgers Paul Greengard an die Rockefeller University zurückzukehren. Im Jahr 2011 startete sie dann ihre eigene Forschungsgruppe an der „Icahn School of Medicine at Mount Sinai“ in New York, wo ihre innovative Forschung innerhalb von wenigen Jahren mit einer unbefristeten Professur und dem Vizevorsitz der Neurowissenschaftlichen Abteilung anerkannt wurde.