Neue DZHK-Studie: Immunsuppressiva für eine bessere Herzfunktion21. Juni 2023 Bild: ©lexiconimages – stock.adobe.com Bei Menschen mit inflammatorischer Kardiomyopathie ist der Herzmuskel dauerhaft entzündet, obwohl keine Virusinfektion mehr vorliegt. Für diese Gruppe überprüfen Forscherinnen und Forscher in der Studie TRINITY-DZHK26, ob es hilft, das Immunsystem zeitlich begrenzt mit Medikamenten zu unterdrücken. Wie Patientinnen und Patienten mit einer inflammatorischen Kardiomyopathie behandelt werden sollten, ist bislang nicht ausreichend erforscht. Daten von zwei kleineren randomisierten klinischen Studien weisen darauf hin, dass sich Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, positiv auf die Herzfunktion auswirken. Diese Studien sind jedoch nur hypothesengenerierend, sodass die Behandlungsleitlinien der European Society of Cardiology (ESC) bislang nicht empfehlen, entzündliche Kardiomyopathien mit Immunsuppressiva zu behandeln. Die Studie TRINITY-DZHK26 (A multicenter, randomized, double-blind, placebo-controlled trial evaluating immunosuppressive treatment in patients with chronic virus-negative inflammatory cardiomyopathy) ist die erste kontrollierte klinische Studie, die an mehreren Zentren erforscht, ob Immunsuppressiva Patientinnen und Patienten mit einer inflammatorischen Kardiomyopathie helfen. Ursachenforschung anhand von Gewebeproben aus dem Herzmuskel Patientinnen und Patienten mit dilatativer Kardiomyopathie (DCM) leiden unter Herzrhythmusstörungen und den Symptomen einer Herzschwäche. Sie erhalten Medikamente gegen die Herzschwäche, die ihre Beschwerden lindern. „Bei manchen Patienten bleibt das Herz schwach, obwohl sie optimal mit Medikamenten behandelt werden“, sagt PD Dr. Ulrich Grabmaier vom Klinikum der Universität München, der die Studie TRINITY-DZHK26 zusammen mit Prof. Steffen Massberg leitet. Die Ärzte entnehmen dann eine Gewebeprobe aus dem Herzmuskel, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Bei bis zu 35 Prozent der Patienten liegt eine inflammatorische Kardiomyopathie vor. Dabei kann das ursprünglich für den Ausbruch der Erkrankung verantwortliche Virus häufig nicht mehr nachgewiesen werden, vielmehr scheinen Autoimmunprozesse das Entzündungsgeschehen am Laufen zu halten. Häufig sind es junge Patienten, im Schnitt 40 Jahre alt, deren Zustand sich trotz Herzschwächetherapie nicht verbessert oder sogar weiter verschlechtert. „Es ist wichtig, diese Patienten früh abzuholen, um die schädlichen Umbauprozesse im Herz aufzuhalten“, so Grabmaier. Sechs Monate, zwei immunsupprimierende Medikamente 130 Patientinnen und Patienten mit einer inflammatorischen Kardiomyopathie werden an der doppelblinden DZHK-Studie teilnehmen. Sie werden randomisiert einer der beiden Studiengruppen zugeordnet. Eine Gruppe erhält zusätzlich zur Herzschwächtherapie sechs Monate lang die beiden immunsupprimierenden Medikamente Prednisolon und Mycophenolat-Mofetil (MMF), letzteres wird seit langem in der Transplantationsmedizin oder aber in der Therapie von rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. Die andere Gruppe nimmt weiterhin die Medikamente gegen die Herzschwäche und ein Placebo ein. Während der sechsmonatigen Behandlung werden die Studienteilnehmer engmaschig kontrolliert. Davor und danach wird ihre Herzfunktion mithilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) gemessen, um zu beurteilen, ob die Immunsuppressiva diese verbessern konnten.
Mehr erfahren zu: "Mehr als 200 Abgeordnete für neue Organspende-Regeln" Mehr als 200 Abgeordnete für neue Organspende-Regeln Wie können mehr lebensrettende Spenderorgane wie Nieren und Lebern organisiert werden? Im Bundestag wird eine Initiative dazu konkreter.
Mehr erfahren zu: "Vorzeitige Menopause ist ein Risikofaktor für Bluthochdruck" Vorzeitige Menopause ist ein Risikofaktor für Bluthochdruck Frauen, die vor dem 40. Lebensjahr in die Menopause kommen, haben ein deutlich höheres Risiko für Bluthochdruck als Frauen, bei denen die Menopause erst nach dem 45. Lebensjahr eintritt. Das […]
Mehr erfahren zu: "Bundesumweltminister Schneider will Grundgesetz für Hitzeschutz ändern" Bundesumweltminister Schneider will Grundgesetz für Hitzeschutz ändern Der Bundesumweltminister will dem Bund mehr Handlungsspielraum beim Umgang mit steigenden Temperaturen geben. Der Weg dahin wäre aber gar nicht so einfach.