Neue Erkenntnisse zu SARS-CoV-2 und dessen Varianten: Mechanismus der Immunevasion identifiziert16. Mai 2024 Darstellung von SARS-CoV-2. (Abbildung: © Iurii Kachkovskyi/stock.adobe.com) Eine neue Studie hat wichtige Erkenntnisse darüber geliefert, wie SARS-CoV-2 und seine Varianten dem Immunsystem entkommen. Die Erkenntnisse ebnen den Weg für neue Therapieansätze gegen COVID-19. Die Forschung des internationalen Teams von Wissenschaftlern aus den USA, Brasilien und Deutschland konzentrierte sich auf die Wechselwirkungen zwischen dem Virus und dem angeborenen Immunsystem des Menschen. Geleitet wurde die Studie durch ein Team des Ragon Institute of Mass General, MIT and Harvard in Cambridge (USA). Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Zellen, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind, wichtige Immunsignale (NKG2D-Liganden) herunterregulieren. Diese Liganden spielen eine entscheidende Rolle bei der Aktivierung des Immunsystems, insbesondere von Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen). Darüber hinaus identifizierten die Forschenden den Mechanismus, durch den das Virus die Herunterregulierung dieser Immunsignale erreicht. Es wurde festgestellt, dass das virale Protein ORF6 maßgeblich an diesem Prozess beteiligt ist. 76C, ein Antikörper, der bereits in präklinischen Studien in der Krebsforschung getestet wird, verhindert diese Herunterregulation und macht die infizierten Zellen für natürliche Killerzellen besser angreifbar. Diese Entdeckung könnte neue Ansätze für die Entwicklung von Therapien gegen COVID-19 eröffnen. Die Studie zeigte auch, dass NK-Zellen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von SARS-CoV-2-infizierten Zellen spielen. Trotz der Bemühungen des Virus, das Immunsystem zu unterdrücken, sind NK-Zellen in der Lage, infizierte Zellen zu erkennen und zu zerstören. Dies legt nahe, dass die Aktivierung des angeborenen Immunsystems eine vielversprechende Strategie zur Behandlung von COVID-19 sein könnte. „Unsere Ergebnisse sind äußerst aufschlussreich für das Verständnis der Immunabwehr gegen SARS-CoV-2 und wie wir diese potentiell mit neuen Therapien verstärken können“, formuliert Dr. Angelique Hölzemer, Leiterin der Arbeitsgruppe Infektion & Immunregulation am Leibniz-Institut für Virologie und Fachärztin in der Sektion Infektiologie der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). „Indem wir besser verstehen, wie das Virus dem Immunsystem versucht zu entkommen, können wir zusätzliche Ansätze zur Behandlung von COVID-19 entwickeln.“
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