Neue Erkenntnisse zur Ursache unruhiger Beine26. November 2018 Foto: © wachiwit – Fotolia.com Beim Restless-Legs-Syndrom spielt möglicherweise ein erhöhter HCN-Strom in Motoneuronen eine pathophysiologische Rolle. Die entsprechenden Kanäle könnten deshalb ein wertvolles Ziel für pharmazeutische Eingriffe darstellen. Das berichtet ein Team aus deutschen, australischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern. Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist eine sensomotorische Netzwerkstörung. Bisher sind die verantwortlichen pathophysiologischen Mechanismen nur unzureichend verstanden. In ihrer Studie zeigen die Forscher nun, dass die Erregbarkeit von peripheren Motoneuronen zur Pathophysiologie des Restless-Legs-Syndroms beiträgt. Die Wissenschaftler hatten in vivo-Exzitabilitätsstudien an motorischen und sensorischen Axonen des Mediannervs von Patienten mit idiopathischem Restless-Legs-Syndrom (iRLS) durchgeführt, die sich zum Untersuchungszeitpunkt nicht in Behandlung befanden. Dabei zeigte sich eine größere Akkommodation in motorischen, aber nicht sensorischen Axonen zu einer lang anhaltenden Hyperpolarisation als bei gesunden Probanden vergleichbaren Alters, was auf einen größeren nach innen gerichtete Ionenstrom bei iRLS hindeutet. Die sinnvollste Erklärung hierfür ist nach Ansicht der Wissenschaftler, dass sich die HCN-Kanäle bereits bei weniger hyperpolarisierten Membranpotenzialen öffnen – eine Hyopthese, die durch mathematische Modelle unterstützt wird. Als stärksten Einzelparameter, der die erfassten Unterschiede zwischen Kontrollen und iRLS-Patienten erklärte, identifizierten die Wissenschaftler das Halbaktivierungspotenzial für HCN-Kanäle (Bq). Eine 6-mV-Depolarisation von Bq reduzierte die Diskrepanz zwischen Kontroll- und iRLS-Daten um 92,1%. Zusammengenommen deuteten die Ergebnisse erstmals auf eine erhöhte Erregbarkeit von Motoreinheiten in iRLS hin, was die Wahrscheinlichkeit von Beinbewegungen erhöhen könnte, schlussfolgerten die Autoren. Die abnormen axonalen Eigenschaften stimmten mit anderen Erkenntnissen überein, dass das periphere System Teil des Netzwerks ist, das an iRLS beteiligt ist. (ej) Originalpublikation: Czesnik D. et al.: Ih contributes to increased motoneuron excitability in restless legs syndrome. J Physiol, 14. November 2018
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