Neue Fälle der Newcastle-Krankheit in Dahme-Spreewald

(Symbolbild) Foto: © Marek – stock.adobe.com

Erneut gibt es Fälle der hochansteckenden Newcastle-Krankheit im Landkreis Dahme-Spreewald. Rund 84.000 Tiere sind infiziert, der betroffene Betrieb ist gesperrt.

Im Landkreis Dahme-Spreewald sind weitere Fälle der Newcastle-Krankheit aufgetreten. Das teilte die Kreisverwaltung in Lübben mit. Nach einem bereits gemeldeten Ausbruch der hochansteckenden Geflügelkrankheit in einer Geflügelhaltung in Bestensee sei das Virus auch in einem Geflügelbetrieb mit rund 84.000 Tieren in Zeesen bestätigt worden. 

Der betroffene Betrieb wurde den Angaben zufolge sofort gesperrt. Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises habe die tierschutzgerechte Tötung im betroffenen Ausbruchsbestand des gesamten Betriebs angeordnet. 

Das Virus ist für Menschen ungefährlich. Bei sehr engem Kontakt mit erkrankten Tieren kann es allerdings zu Bindehautentzündungen kommen.

Fast alle Vogelarten können sich mit dem Virus infizieren. In Deutschland wird das Virus vor allem bei wildlebenden Tauben nachgewiesen. Der Ausbruch der Tierseuche in einer gewerblichen Geflügelhaltung in Bestensee war bereits in der ersten Märzwoche bekanntgeworden.

Sachsen-Anhalt

Nach Ausbrüchen in Brandenburg und Bayern warnt Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerium vor dem Risiko einer Infektion mit der hochansteckenden Newcastle-Krankheit bei Geflügel. Geflügelhalter sollen streng auf Biosicherheit achten.

Die Gefährdungslage sei mit der ohnehin bereits seit dem vergangenen Herbst verstärkt grassierenden Geflügelpest vergleichbar, heißt es auf Anfrage.

Beide Viren zirkulierten aktuell bei Wildvögeln. Geflügelhalter seien dazu aufgefordert, die „Grundregeln der Biosicherheit“ einzuhalten und besonders den Kontakt ihrer Tiere zu Wildvögeln zu vermeiden.

Zudem müsse der Gesundheitszustand der Tiere gewissenhaft kontrolliert werden. „Sobald die Tiere schwach erscheinen, die Legeleistung zurückgeht oder gar Anzeichen von Durchfall oder Atemnot auftreten, ist unbedingt ein Tierarzt zu Rate zu ziehen“, heißt es weiter.

Für die Newcastle-Krankheit, die auch „atypische Geflügelpest“ genannt wird, gilt für Geflügelhalter eine Impfpflicht. Ende Februar hatte das für die Tierseuchenbekämpfung zuständige Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald über den bundesweit ersten Ausbruch der meldepflichtigen Viruserkrankung seit 30 Jahren bei Geflügel in Brandenburg informiert. Kurz danach folgten Ausbrüche in Bayern. Laut FLI gibt es aktuell 21 bestätigte Seuchenfälle. Die Erkrankung verläuft bei den Tieren in der Regel tödlich. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich.

In Sachsen-Anhalt will das Landwirtschaftsministerium Mitte März mit Vertretern des Wirtschaftsverbandes Eier und Geflügel und der Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt nun Möglichkeiten zur Verbesserung der Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelhaltungen diskutieren, wie es weiter hieß.

Friedrich-Loeffler-Institut zur Newcastle-Krankheit (inklusive FAQ):

Erhöhte Gefährdungslage für Geflügel– und Vogelhaltungen in Deutschland: Mehrere Fälle der Newcastle-Krankheit sowie weiterhin Geflügelpestgeschehen | Friedrich-Loeffler-Institut

Mitteilung der Bundestierärztekammer:

BTK zur Newcastle Disease – Biermann Medizin