Neue Forschungsprojekte zu Autismus und neuronalen Lernprozessen17. Mai 2022 Sitz der Einstein Stiftung Berlin ist die Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. (©Angelika Fischer) Die Neurowissenschaftlerin Jackie Schiller wird bis 2025 an der Charité – Universitätsmedizin Berlin als Einstein Visiting Fellow die Autismus-Forschung verstärken. Neu in die Förderung der Einstein-Stiftung aufgenommen wird im laufenden Jahr ein Einstein-Forschungsvorhaben zur neuronalen Aktivität in Lernprozessen. Die Neurowissenschaftlerin Jackie Schiller (Technion – Israel Institute of Technology, Haifa) forscht seit Beginn des Jahres als Einstein Visiting Fellow gemeinsam mit dem Team um Prof. Sarah Shoichet und Prof. Dietmar Schmitz (beide Charité – Universitätsmedizin Berlin) zu Autismus-Spektrum-Störungen. Die Forschenden untersuchen Veränderungen im Caspr2-Protein auf ihre genetischen Ursachen, um zu verstehen, wie sich diese auf den zellulären und molekularen Ebenen auswirken. Durch den Vergleich der veränderten Hirnströme soll erkannt werden, wie sich neuropsychiatrische Störungen, die genetisch bedingt sind, von jenen unterscheiden, die durch Antikörperreaktionen ausgelöst wurden. Am Neuroscience Research Center der Charité wird die Expertin in zellulärer Neurowissenschaft eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Forschenden aus Haifa aufbauen. Langfristig ist das Ziel, durch die Kooperation zwischen Haifa und Berlin auch die Erforschung von Ursachen für weitere neuronale Erkrankungen voranzutreiben. Einstein-Forschungsvorhaben Prof. Matthew Larkum wird an der Humboldt-Universität zu Berlin das Projekt “Learning related modulation of activity at the Mesoscale and Dendrite level” leiten. Seine Gruppe wird mit dem Labor von Prof. Ariel Gilad von der Hebrew University Jerusalem zusammenarbeiten, mit dem Ziel, die neuronalen Mechanismen, die bei Lernprozessen verändert werden, besser zu verstehen. Mithilfe moderner bildgebender Verfahren wollen die Forscher die subzellulären Schaltkreismechanismen des Gehirns während des Lernens aufdecken. Die Kombination der Forschungsschwerpunkte beider Gruppen, die einerseits bildgebende Verfahren für das gesamte Gehirn und die subkortikale Ebene einsetzen (Gilad), und andererseits die kortikale zelluläre und subzelluläre Aktivität während des Lernens untersuchen (Larkum), verspricht den Forschenden zufolge Aufschluss darüber zu geben, wie sich die Aktivität im Gehirn während des Lernens verändert und das Verhalten modifiziert.
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