Neue Kartierung des menschlichen Endometriums deckt neue Zelltypen auf16. September 2024 Foto: © BillionPhotos.com/stock.adobe.com Forscher der Universität Oxford, Vereinigtes Königreich, haben nach eigenen Angaben die umfassendste Karte des menschlichen Endometriums erstellt, die verschiedene Zelltypen aufdeckt. Der Atlas umfasst das breiteste Spektrum an Zyklusphasen, das jemals kartiert wurde. Es liefert neue Erkenntnisse über die Funktionsweise der Gebärmutterschleimhaut, schreiben die Autoren. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nature Genetics“ veröffentlicht. Die Studie ist Teil des Projekts Human Cell Atlas, das alle Zelltypen im Körper kartiert, um das Verständnis von Gesundheit und Krankheit zu verbessern. Durch die Verknüpfung mit genetischen Varianten, von denen bekannt ist, dass sie das Endometrioserisiko erhöhen, fanden die Forscher zwei Arten von Immunzellen und zwei Arten von Stromazellen, die möglicherweise an der Erkrankung beteiligt sind, was neue Wege für die zukünftige Forschung aufzeigt. Der Zellatlas der Gebärmutterschleimhaut ist jetzt in einem interaktiven Format öffentlich zugänglich und soll eine wertvolle zentrale Ressource für Forscher sein, die die Gebärmutterschleimhaut untersuchen, und zur Information und Entwicklung effektiverer Labormodelle dienen, so die Forscher. Eine detaillierte Karte der Gebärmutterschleimhaut ermögliche es, Einblicke in einzigartige Zellen und Interaktionen zu gewinnen, die sonst nirgendwo im Körper zu finden sind, und Gewebeveränderungen während des Menstruationszyklus besser zu verstehen, einschließlich der Fähigkeit der Gebärmutterschleimhaut, sich ohne Narbenbildung zu regenerieren. Frühere Studien, die sich mit der menschlichen Gebärmutterschleimhaut und der Gebärmutter befasst haben, konnten zwar ein begrenztes Bild zeichnen, aber niemals alle Phasen erfassen, die die Gebärmutterschleimhaut während des Menstruationszyklus durchläuft, betonen die Wissenschaftler. 626.000 Zellen von 121 Frauen Dieser neue Endometriumzell-Atlas enthält neue Daten zu 74 Endometriumproben. Sie harmonisierten die Daten mit bereits vorhandenen Einzelzelldaten von 47 Frauen. Insgesamt enthält der Atlas Daten für rund 626.000 Zellen von 121 Frauen, mit und ohne Endometriose, sowohl während des natürlichen Menstruationszyklus als auch bei Einnahme hormoneller Verhütungsmittel. Sie fanden mehrere neue Zelltypen, die je nach Hormonspiegel nur in bestimmten Phasen des Menstruationszyklus vorhanden sind. Diese Zellen könnten vielversprechende Therapieziele für Erkrankungen darstellen, die mit Hormonstörungen verbunden sind, wie zum Beispiel Fruchtbarkeitsstörungen, schreiben die Autoren. Das Team entdeckte auch Wechselwirkungen, die bei der narbenlosen Regeneration der Gebärmutterschleimhaut zwischen Makrophagen, Stromazellen und Blutgefäßzellen bestehen. Wenn man versteht, wie diese Bahnen bei häufigen Menstruationsbeschwerden gestört werden, wie zum Beispiel bei abnormalen Blutungen, bei denen die Gebärmutterschleimhaut weiter abfällt, könnte dies dazu beitragen, neue Behandlungsmöglichkeiten zu finden, heißt es weiter. Zwar gab es keine nennenswerten Unterschiede in der Anzahl der Zelltypen zwischen Frauen mit und ohne Endometriose, aber es gab kleine Unterschiede im Anteil und der Genexpression einiger Zellen bei Frauen mit Endometriose. Diese Ergebnisse stimmen mit früheren Arbeiten überein, aber der Atlas bietet einen detaillierteren Überblick über spezifische Zelltypen, die bei Endometriose möglicherweise dysreguliert sind. Signalwege zwischen Stromazellen und Strukturzellen gestört Um die Auswirkungen der genetischen Varianten zu untersuchen, die bereits mit Endometriose in Verbindung gebracht wurden, kombinierten die Forscher ihre detaillierte Zellkarte des Endometriums mit einer großen genomweiten Assoziationsstudie. Das Team ermittelte vier Zelltypen, die höchstwahrscheinlich durch diese genetischen Veränderungen dysreguliert werden. Sie fanden auch heraus, dass bestimmte Signalwege zwischen einigen Stromazellen und Strukturzellen bei Endometriosepatientinnen gestört sind. Diese Signalwege sind bekanntlich für den Ablauf des Menstruationszyklus erforderlich. Die Studie unterstreicht nach Angaben der Forscher, dass diese Zelltypen und Signalwege an der Endometriose beteiligt sein könnten, und könnte künftige Forschungen unterstützen, die untersuchen, wie genetische Veränderungen mit dieser Erkrankung zusammenhängen.
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