Neue Klasse vielversprechender Malaria-Medikamente entdeckt28. Februar 2025 © tashatuvango – stock.adobe.com Epigenetische Hemmstoffe als neue, vielversprechende Interventionsstrategie gegen Malaria? Eine neue Studie identifiziert einen Inhibitor der Genregulation, der gezielt den Erreger abtötet. Ein multinationales Forschungsteam unter Leitung von Professor Markus Meißner (LMU) und Professor Gernot Längst (Universität Regensburg) hat wichtige Erkenntnisse über die Genregulation von Plasmodium falciparum, dem Hauptverursacher von Malaria, gewonnen. Die im Fachmagazin Nature veröffentlichten Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für die Entwicklung innovativer Therapieansätze. P. falciparum, der Erreger der tödlichsten Art von Malaria, hat einen hochkomplexen Lebenszyklus, der durch eine präzise Genregulation gesteuert wird. Um den Erreger in verschiedenen Entwicklungsstadien gezielt bekämpfen zu können, ist es von entscheidender Bedeutung, diese Prozesse zu verstehen. Das Forschungsteam identifizierte diesbezüglich den Chromatin-Remodeller PfSnf2L (ein Proteinkomplex, der die Zugänglichkeit der DNA für die Transkription reguliert) als einen entscheidenden Regulator in der Regulierung von Genen, die für verschiedene Entwicklungsstadien des Erregers von Bedeutung sind. „Unsere Forschung zeigt, dass PfSnf2L für P. falciparum essentiell ist, um die Genexpression dynamisch anzupassen“, erklärt Maria Theresia Watzlowik, Erstautorin der Studie. „Basierend auf der einzigartigen Sequenz und den funktionalen Eigenschaften von PfSnf2L konnten wir einen hochspezifischen Inhibitor ermitteln, der gezielt nur P. falciparum abtötet“, erklärt Gernot Längst, Professor für Biochemie an der Universität Regensburg. „Dieser Inhibitor stellt eine neue Klasse von Malaria-Medikamenten dar, die potenziell gegen alle Lebenszyklusstadien wirken“, ergänzt Prof. Markus Meißner, Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle Parasitologie an der tierärztlichen Fakultät der LMU. „Malaria ist eine der anpassungsfähigsten Krankheiten, die wir kennen“, so Längst. Gezielte Eingriffe in die Genregulation könnten etwa die Wirksamkeit bestehender Medikamente erhöhen oder die Entwicklung resistenter Parasiten verhindern. „Die Studie unterstreicht, wie wichtig es ist, die Epigenetik in die Malariaforschung zu integrieren. Zukünftige Arbeiten werden sich darauf konzentrieren, kleine Moleküle zu testen, die die epigenetische Maschinerie des Parasiten hemmen, und ihre Wirksamkeit in präklinischen Modellen zu erforschen“, sagt Meissner. Neben LMU und Universität Regensburg waren außerdem Forschende der Universität Zürich (Schweiz), der Pennsylvania State University (USA) und der University of Glasgow (Großbritannien) an der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie beteiligt.
Mehr erfahren zu: "Androgene fördern das Wachstum von PFA-Ependymomen" Androgene fördern das Wachstum von PFA-Ependymomen Ein internationales Team hat herausgefunden, was das Wachstum von Ependymomen der hinteren Schädelgrube Typ A (PFA-Ependymom) antreibt. Dies eröffnet neue Behandlungsansätze.
Mehr erfahren zu: "Diabetes erhöht das Parkinson-Risiko: Welche Rolle die Ernährung spielt" Diabetes erhöht das Parkinson-Risiko: Welche Rolle die Ernährung spielt Diabetes ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Parkinson. Eine gesunde Ernährung kann das Risiko für beide Erkrankungen reduzieren. Anlässlich des Welt-Parkinson-Tages betonen deutsche Fachgesellschaften daher die Bedeutung der Ernährung […]
Mehr erfahren zu: "Nierentransplantation: Torque-Teno-Virus kann auf maligne postoperative Erkrankungen hinweisen" Weiterlesen nach Anmeldung Nierentransplantation: Torque-Teno-Virus kann auf maligne postoperative Erkrankungen hinweisen Eine hohe Last an TT-Virus (TTV) – ein Indikator für starke Immunsuppression – könnte ein Prädiktor für Malignität nach einer Nierentransplantation sein. Darauf deuten Ergebnisse einer neuen Studie der Medizinischen […]