Neue LWL-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Gütersloh

So soll das neue Klinikgebäude für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit der Bewegungshalle auf dem Klinikgelände des LWL-Klinikums Gütersloh aussehen: hier mit Blick in den Roteichen-Innenhof. (Bild: LWL-BLB)

Auf dem Gelände des LWL-Klinikums Gütersloh baut der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eine neue Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Das Haus mit 27 Betten wird eine Außenstelle der LWL-Universitätsklinik Hamm für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik sein.

Das Bauvorhaben mit einem Kostenvolumen von rund 16,1 Millionen Euro, das auch eine Bewegungshalle, eine Klinikschule und eine Psychiatrische Institutsambulanz umfasst, wurde vom Gesundheits- und Krankenhausausschuss des LWL einstimmig gebilligt. Abschließend wird der Landschaftsausschuss am 10. Dezember über die Maßnahme entscheiden, zuvor werden noch der Klima-, Bau- und Finanzausschuss darüber beraten.

Das Klinikneubauprojekt erfuhr jetzt auch den Zuschlag zur Förderung durch das NRW-Gesundheitsministerium. Das Land fördert das Bauprojekt mit 10,3 Millionen Euro aus dem Einzelfördertopf des Krankenhausgestaltungsgesetzes NRW. Den Förderbescheid überreichte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am 18. November dem LWL in der Bezirksregierung Detmold.

“Wir wollen mit dem Neubau die gemeindenahe kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung sowie die Behandlung von jungen Menschen in Ostwestfalen-Lippe stärken und verbessern”, sagt LWL-Krankenhausdezernent Prof. Meinolf Noeker. Das neue Haus solle das bestehende tagesklinische sowie das Ambulanzangebot im Kreis Gütersloh ergänzen. Noeker weiter: “Damit schaffen wir Räume für eine wohnortnahe Behandlung vom Kindergarten- bis zum Jugendalter. Die neue Klinik für Kinder und Jugendliche aus dem Kreis Gütersloh reduziert die bisherigen Fahrzeiten zu einer Behandlung in der LWL-Universitätsklinik in Hamm.”

Für die 27 stationären Betten wird ein neues Haus auf dem Gelände des LWL-Klinikums Gütersloh in der Nähe der bereits bestehenden Tagesklinik errichtet. Im Gebäude ist zusätzlich ein ambulantes psychiatrisches Behandlungsangebot eingeplant. Zur Beschulung der jungen Patienten ist der Umbau des benachbarten, derzeit leerstehenden Hauses 60 zu einer Klinikschule geplant.

Abgerundet wird das therapeutische Angebot im Gebäudeensemble durch die Errichtung einer Bewegungshalle für die Psychomotorik. In Gütersloh wurde die Psychomotorik von Prof. Ernst Kiphard sowie Dr. Helmut Hünnekens entwickelt, bevor sie, weltweit anerkannt und renommiert, in der LWL-Universitätsklinik Hamm weiterentwickelt wurde. “Dieses Angebot für Kinder und Jugendliche mit eigenen Räumlichkeiten an den ursprünglichen Entstehungsort zurückzubringen, ist eine besondere Freude für die Betriebsleitung”, sagt der Kaufmännische Direktor der LWL-Universitätsklinik Hamm, Dr. Daniel Napieralski-Rahn. Zur Sicherstellung des Sportangebotes ist somit nicht mehr die Herrichtung des denkmalgeschützten Festsaales des LWL-Klinikums Gütersloh geplant. Für den Festsaal ist mittlerweile eine vollständige Nutzung als sozial-kulturelles Veranstaltungshaus vorgesehen.

In dem zweigeschossigen Neubau sollen eine Kinderstation mit 12 Betten, eine Jugendstation mit 15 Betten, eine Eltern-Kind-Einheit mit Appartements sowie multifunktional nutzbare Räume für eine Psychiatrische Institutsambulanz untergebracht werden.

“Die künftige Klinik in Gütersloh wird insgesamt das bereits bestehende Netzwerk für Kinder und Jugendliche aus Familien mit multiprofessionellem Hilfe- und Behandlungsbedarf stärken”, sagt Prof. Martin Holtmann, Ärztlicher Direktor der Klinik. Dadurch würden die an den einzelnen Patienten ausgerichtete Zusammenarbeit von Familie, Klinik und Heimatschule, Jugendhilfe, schulpsychologischem Dienst und niedergelassenen Ärzten und Therapeuten erleichtert und nach den stationären Aufenthalten die Wiedereingliederung in den familiären, schulischen und sozialen Alltag verbessert, so Holtmann.

“Mit ersten Vorarbeiten für den Neubau rechnen wir nicht vor Ende 2022”, erklärt der Betriebsleiter des LWL-Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB), Matthias Gundler, “weil Baugenehmigung, Ausführungsplanung, Ausschreibung und Vergabe voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden.” Baustart solle Anfang 2023 sein. Die Projektleiter rechnen mit einer Bauzeit von rund 20 Monaten.