Neue MRT-Technik ermöglicht sicherere Epilepsie-Chirurgie11. April 2025 Vergleich von 3T- und 7T-Scans desselben Teilnehmers. (Quelle: © P Simon Jones, University of Cambridge) 7T–Ultrahochfeld-MRT-Scanner ermöglichen bei Gehirnscans eine deutlich detailliertere Auflösung als 3T-MRT-Scanner, allerdings sind sie auch anfällig für dunkle Flecken, die als Signalausfälle bekannt sind. Dieses Problem haben Forschenden nun mithilfe einer Technik gelöst, die als „paralleles Senden“ (pTx) bekannt ist und bei der sie acht Elemente eines Spulen-Arrays verwendeten, um die problematischen Aussetzer zu vermeiden. „Früher verwendeten MRT-Scanner einen einzigen Funksender, aber ähnlich wie bei einzelnen WLAN-Routern gibt es Bereiche, in denen man nur schwer ein Signal erhält, sodass diese Scanner dazu neigen, schwarze Flecken auf Hirnscans zu hinterlassen, in denen das relevante Gewebe schwer zu erkennen ist. Durch die Verwendung mehrerer Sendespulen, die um den Kopf der Patienten herum positioniert sind – wie ein WLAN-Netz um Ihr Haus herum – können wir jetzt viel klarere Bilder mit weniger schwarzen Flecken erhalten. Das ist wichtig für die Epilepsie-Scans, weil wir sehr genau sehen müssen, welcher Teil des Gehirns sich falsch verhält”, erklärte Chris Rodgers, Professor für Biomedizinische Bildgebung an der Universität Cambridge, Großbritannien. Gemeinsam mit Kollegen der Universität Paris-Saclay, Frankreich, testete das Team um Rodgers seinen Ansatz bei 31 arzneimittelresistenten Epilepsiepatienten, die am Addenbrooke’s Hospital, einem Teil des Cambridge University Hospitals NHS Foundation Trust (CUH), rekrutiert wurden. Dabei gelang es ihnen, durch den 7T-Scanner mit pTx bei neun Patienten zuvor unentdeckte strukturelle Läsionen zu identifizieren. Bei vier Patienten bestätigte sich der Verdacht auf Läsionen, die mit 3T-Scannern entdeckt worden waren, und bei weiteren vier Patienten konnte der Verdacht auf Läsionen entkräftet werden. 7T-Bilder mit pTx waren in mehr als der Hälfte der Fälle (57 %) klarer als herkömmliche 7T-Bilder (mit einfacher Übertragung), und in den übrigen Fällen waren die Bilder gleich klar. Scanner mit einzelner Sendespule schnitten nie besser ab als Scans mit Paralleltransmission. Infolge der Ergebnisse wurde bei mehr als der Hälfte der Patienten (18 Patienten oder 58 %) die Behandlung ihrer Epilepsie geändert. Neun Patienten wurde ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung der Läsion angeboten, und einem Patienten wurde eine interstitielle Wärmetherapie mit Laser angeboten (bei der die Läsion durch Hitze entfernt wird). Bei drei Patienten zeigten die Scans komplexere Läsionen, sodass eine Operation nicht mehr infrage kam. Fünf Patienten wurde aufgrund der Größe oder der Lage ihrer Läsionen eine stereotaktische Elektroenzephalographie (sEEG) angeboten, ein Verfahren zur Lokalisierung der Läsionen mithilfe von Elektroden, die in das Gehirn eingeführt werden – dieses Verfahren wird nicht bei allen Patienten angewandt, da es sehr kostspielig und invasiv ist. „7T-Scanner haben sich in den letzten Jahren seit ihrer Einführung als vielversprechend erwiesen, und dank dieser neuen Technik werden nun mehr Epilepsiepatienten für eine lebensverändernde Operation infrage kommen“, erklärte Dr. Thomas Cope von der Abteilung für klinische Neurowissenschaften der Universität und beratender Neurologe am CUH.
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