Neue Pocket-Leitlinie zur Harninkontinenz veröffentlicht

Der Urologe und Geriater Andreas Wiedemann hat die Leitlinie koordniert. Foto: Universität Witten/Herdecke

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hat ihre S2e-Leitlinie „Harninkontinenz bei geriatrischen Patienten, Diagnostik und Therapie“ als Kurzfassung im Taschenformat heraus­gegeben.

Auf 27 statt 150 Seiten soll die Leitlinie Ärztinnen und Ärzten schneller und übersichtlicher als die Langfassung Empfehlungen an die Hand geben, wie sie das Thema Harninkontinenz bei geriatrischen Menschen behandeln.

Die Basis dafür, die Leitlinie als Langversion, hat die interdisziplinäre DGG-Arbeitsgruppe Inkontinenz unter der Leitung von Prof. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik am Evangelischen Krankenhaus Witten und Inhaber der Professur für geriatrische Urologie am Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke, erarbeitet. Die erste Leitlinie wurde im Jahr 2005 veröffentlicht, seitdem wird sie alle fünf Jahre kontinuierlich aktualisiert. Im September 2019 gab es das letzte Update der Langversion – die Basis für die nun herausgegebene Pocket-Leitlinie.

In dieser Pocket-Leitlinie befinden sich alle aktuellen Handlungsempfehlungen im Umgang mit dem Thema Inkontinenz mit Angabe der Evidenz. „Der Anwender hat also das Surrogat und weiß, worauf die jeweilige Empfehlung beruht und wie stark sie ist“, so Wiedemann. „Und da nicht alle ärztlichen Kolleginnen und Kollegen, die geriatrische Patienten betreuen, die Leitlinie Harninkontinenz kennen und auch nicht jeder Zugriff auf die Online-Version hat, hatten wir die Idee, eine kompakte Kurzversion zu erstellen, die zusätzlich auch gedruckt verteilt werden soll.“

Beteiligt an der Erstellung war ein interdisziplinäres Team aus Geriatern und Urologen, die sowohl klinisch als auch niedergelassen tätig sind. Rund 500 Studien haben sie dafür gesammelt, gesichtet und im Hinblick auf Anwendungspotenziale für ältere Patienten mit Harninkontinenz bewertet. Gezielte Handlungsempfehlungen im Umgang mit der oft noch tabuisierten Erkrankung sind daraus hervorgegangen: etwa zu den Themen Blasenkatheter, Blasenschrittmacher, Toilettentraining und Medikamentenwirkung.

(DGG/ms)