Neue Stiftung unterstützt mit Patienteninformationen zu neurologischen Erkrankungen5. November 2020 Foto: ©Phovoir – stock.adobe.com Beim 93. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) wurde gestern die Deutsche Hirnstiftung aus der Taufe gehoben. Ihr Angebot: leicht verständliche Informationen zu neurologischen Erkrankungen sowie Beratung und Forschungsförderung. „Mit der Deutschen Hirnstiftung wird ein ,Fenster zur Öffentlichkeit‘ aufgestoßen, das der DGN als wissenschaftlicher Fachgesellschaft bis dato fehlte“, sagte Prof. Frank Erbguth, Präsident der neuen Stiftung, die auf Initiative der DGN als Verein gegründet wurde. „Wir möchten so wie die Deutsche Herzstiftung für die Kardiologie oder die Deutsche Krebshilfe in der Onkologie medizinische Inhalte auf dem neuesten Stand der Forschung der gesamten Bevölkerung in übersichtlicher und verständlicher Form zur Verfügung stellen und Hilfe bei allen Fragen zu neurologischen Krankheiten wie Schlaganfall, Kopfschmerzen, Parkinson, Epilepsie oder Multipler Sklerose anbieten.“ Der Bedarf sei groß, sind sich die Initiatoren sicher. Denn mehr als jeder zweite Mensch in Europa – und auch in Deutschland – leidet unter einer neurologischen Erkrankung, wie eine aktuelle Studie in „Lancet Public Health“1 zeigt. Damit ist oft ein massiver Verlust an Selbstständigkeit und Lebensqualität verbunden, manchmal auch eine verminderte Lebenserwartung. “Die Neurologie hat sich zu einer Schlüsselmedizin des 21. Jahrhunderts entwickelt und ist auch aufgrund der vielen verschiedenen Krankheitsbilder ein Fach, das breites Interesse und einen hohen Informationsbedarf generiert, insbesondere auch aufgrund vieler neuer Therapieoptionen. Diesen Bedarf wollen wir decken, indem wir transparent, offen und unabhängig über neurologische Erkrankungen sowie über Präventions- und Therapiemöglichkeiten informieren“, betonte Prof. Kathrin Reetz, Vizepräsidentin der Deutschen Hirnstiftung. Dazu hat die Stiftung vor allem Patienteninformationen zu häufigen neurologischen Krankheiten entwickelt und stellt diese den Betroffenen über neurologische Praxen, Kliniken und auch direkt zur Verfügung. Die Faltblätter erläutern Hauptsymptome, Ursachen und Prävention genauso wie Verlauf, Therapie, Behandlung und Diagnostik. Sie sind leicht verständlich formuliert und werden auf dem neuesten Stand wissenschaftlicher Evidenz erstellt. Noch umfangreichere Informationen finden Betroffene, Angehörige und Interessierte auf der Stiftungswebseite www.hirnstiftung.org. Über Internet und Telefon können sie als Mitglieder auch vertiefende Fragen direkt mit Expertinnen und Experten der Deutschen Hirnstiftung klären. Das Angebot wird zukünftig bundesweit durch Informationsveranstaltungen ergänzt. Bei der Deutschen Hirnstiftung engagieren sich ein siebenköpfiges Präsidium, ein neurologischer Fachbeirat, dem 15 ExpertInnen angehören, sowie ein beratendes Kuratorium mit VertreterInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Medien. Prominente Persönlichkeiten werden als BotschafterInnen die Anliegen des Projekts unterstützen. „Wir würden uns sehr freuen, wenn viele Menschen – Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie Ärztinnen und Ärzte – unsere Arbeit durch eine Mitgliedschaft oder Spenden unterstützen und somit zum Erfolg der Deutschen Hirnstiftung beitragen“, erklärte die Stiftungsspitze Prof. Erbguth und Prof. Reetz abschließend. Neurologische Praxen, Kliniken und alle anderen Interessierten können die Faltblätter der Deutschen Hirnstiftung jetzt gratis als Starterpaket über [email protected] bestellen. Mitglieder der Deutschen Hirnstiftung erhalten jederzeit kostenfrei weitere Exemplare. Originalpublikation: 1. Deuschl G et al. The burden of neurological diseases in Europe: an analysis for the Global Burden of Disease Study 2017. Lancet Public Health 2020;5:e551–67.
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