Neue Studie stellt die Rolle von Dopamin beim Placeboeffekt infrage25. September 2024 Bestimmt Dopamin die Stärke der Schmerzlinderung, die wir von einem Schmerzmittel erwarten – und damit die Wirksamkeit der Behandlung? (Quelle: SFB 289 Treatment Expectation | © Bingel-Lab, UDE/UK Essen) Eine neue Studie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und der Universitätsmedizin Essen zeigt, dass der Botenstoff Dopamin – anders als bisher angenommen – keinen Einfluss auf die Entstehung positiver Behandlungserwartungen und den Placeboeffekt hat. Ein Forschungsteam des Sonderforschungsbereichs „Treatment Expectation“ um Prof. Ulrike Bingel, Professorin für klinische Neurowissenschaften und Leiterin der universitären Schmerzmedizin an der Universitätsmedizin Essen hat untersucht, ob Dopamin zur Entstehung von Placeboeffekten beiträgt. Die Wissenschaftler haben dazu bei 168 gesunden Probanden den Dopaminspiegel gezielt verändert und die Auswirkungen auf die Behandlungserwartung und das Schmerzempfinden untersucht. Die Studienergebnisse zeigen jedoch, dass ein veränderter Dopaminspiegel allein keine messbaren Auswirkungen auf eine positive Behandlungserwartung oder die Placebo-Schmerzlinderung hatte. Bislang wurde vermutet, dass Dopamin-basierte Belohnungs- und Lernmechanismen zu Placeboeffekten beitragen. Die genaue Rolle des Hirnbotenstoffs Dopamin bei ihrer Entstehung und Aufrechterhaltung ist jedoch noch unklar. Um diese Wissenslücke zu schließen, untersuchte das Essener Team die Rolle von Dopamin bei der Erwartung positiver Behandlungseffekte sowie das Ausmaß und die Dauer ihrer Auswirkungen auf Schmerzen. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Dopamin nicht zwingend für die Entstehung von Placebo-Schmerzlinderung notwendig ist“, erklären die beiden Erstautorinnen Dr. Angelika Kunkel und Dr. Livia Asan aus dem Bingel-Lab. „Dennoch könnte Dopamin bei anderen Aspekten der Schmerzerfahrung, wie etwa der Belohnungsverarbeitung, die eher mit aktivem Handeln und motivationalen Aspekten verbunden sind, eine Rolle spielen.“
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