Neue Therapieoption bei metastasiertem Darmkrebs4. Mai 2023 Bild: ©ryanking999 – stock.adobe.com Eine internationale Studie unter führender Mitgestaltung von Prof. Gerald Prager, MedUni Wien und AKH Wien, hat dazu geführt, dass die Prognose von Patienten mit metastasiertem Darmkrebs mit Trifluridin/Tipiracil plus Bevacizumab signifikant verbessert werden kann. Die Studie ist jetzt im „New England Journal of Medicine“ erschienen. Für Patienten mit metastasiertem Darmkrebs, die eine Drittlinientherapie benötigen, gab es in den letzten Jahren entscheidende Behandlungsfortschritte. Ein neues Behandlungskonzept konnte nunmehr durch eine internationale klinische Studie einen entscheidenden Überlebensvorteil für jene Patienten mit metastasierter Erkrankung erzielen. Diese Behandlung kann als neuer Behandlungsstandard bei vorbehandelten Patienten angesehen werden und hat bereits Eingang in US-amerikanischen Leitlinien gefunden. Auch in Europa wird die Zulassung für diese Behandlungskonzept durch die Europäische Arzneimittelbehörde demnächst erwartet. Bei der SUNLIGHT-Studie handelt es sich um eine globale, prospektive, randomisierte Phase-III-Studie, die weltweit rund 500 vorbehandelte Patienten eingeschlossen hat und unter aktiver Gestaltung von Prager aufgesetzt und u.a. an mehreren Zentren in Österreich durchgeführt wurde. Die Studie kombiniert die bisherige Standardtherapie Trifluridin/Tipiracil mit Bevacizumab. Dieser Antikörper gegen Blutgefäßneubildung ist seit rund 20 Jahren bekannt und kommt auch in früheren Linien der Behandlung von Darmkrebs zum Einsatz. Großer Schritt bei Überleben und Lebensqualität Durch die Kombination der zielgerichteten Therapie mit der Chemotherapie konnte die Prognose der Patienten signifikant verbessert werden. Der Nutzen gilt für alle untersuchten Patientengruppen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Lokalisation des Primärtumors, von Vorbehandlungen und molekularen Charakteristiken des Tumors. Durch die gute Verträglichkeit des Antikörpers mit der oralen Chemotherapie bleibt der Allgemeinzustand im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie signifikant länger erhalten. „Normalerweise sehen wir durch Kombinationen von Therapien kleine Erfolge, aber hier handelt es sich um einen großen Schritt nach vorne, sowohl in Bezug auf die Überlebenswahrscheinlichkeit als auch auf die Lebensqualität“, so Erstautor Prager von der Universitätsklinik für Innere Medizin I, Comprehensive Cancer Center Vienna. Als einzige erwähnenswerte Nebenwirkung kann es etwas häufiger zu Blutarmut kommen, die für internistische Onkologen gut behandelbar ist. Therapie erfolgt zum Großteil zu Hause Die neue Behandlungskombination erfolgt zumeist ambulant. Die Patienten nehmen die orale Chemotherapie in Tablettenform zu Hause ein, alle 14 Tage wird der Antikörper als 15–30-minütige Infusion in der onkologischen Tagesklinik gegeben. Zudem müssen die Patienten einmal monatlich eine Blutbildkontrolle machen.
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