Neue US-amerikanische Leitlinie zur Ernährung bei Leberzirrhose23. Oktober 2025 © Robert Kneschke – stock.adobe.com (Symbolbild) Mangelernährung, definiert als Mangel, Überschuss oder Ungleichgewicht von Nährstoffen, ist eine häufige Komplikation bei Patienten mit Lebererkrankungen, insbesondere bei Patienten mit Zirrhose. Zudem kann sich eine Mangelernährung als isolierter Mikronährstoffmangel, wie z.B. Zinkmangel, äußern und macht sich bei Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung häufig durch Gebrechlichkeit und/oder Sarkopenie bemerkbar. Patienten mit Leberzirrhose und/oder alkoholbedingter Hepatitis sollten auf Mangelernährung untersucht werden, da sich diese negativ auf die Patienten-Outcomes auswirkt. Dies schließt die Mortalität, aber auch Wartelisten- und die Posttransplantations-Outcomes bei Kandidaten für eine Lebertransplantation mit ein. Die Prävalenz der Mangelernährung variiert je nach Untersuchungsmethode und Schweregrad der Erkrankung und ist bei Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung deutlich höher. Unter der Schirmherrschaft des American College of Gastroenterology Practice Parameters Committee wurde nun eine neue Leitlinie entwickelt. Der Grad der Evidenz und die Stärke folgender Empfehlungen wurden anhand des GRADE(Grading of Recommendations, Assessment, Development, and Evaluations)-Systems bewertet: Bei stabilen ambulanten Patienten mit Zirrhose sollte eine Beratung durchgeführt werden, damit diese kleine, häufige Mahlzeiten, einen abendlichen Snack zwischen 19 und 22 Uhr und ≥2 Tassen Kaffee täglich zu sich zu nehmen. Weiterhin sollte bei ausgewählten Patienten mit metabolischer Funktionsstörung und Steatohepatitis Vitamin E in einer Menge von 800 IE/Tag verabreicht werden. Gemäß der Empfehlung der neuen Leitlinien wird nun für stationär behandelte Zirrhose-Patienten zu einer Nahrungsergänzung vorzugsweise auf enteralem Wege geraten, insbesondere dann, wenn die oral erfolgte tägliche Protein- und/oder Kalorienzufuhr nicht ausreichend ist. Zudem sollte die Proteinzufuhr nicht eingeschränkt werden, auch nicht bei Patienten mit dekompensierter Zirrhose und Hepatischer Enzephalopathie (HE). Darüber hinaus stellen die Experten fest, dass eine pflanzliche Proteinquelle bei HE-Patienten besser verträglich ist als eine tierische Proteinquelle. Außerdem verstärken verzweigtkettige Aminosäuren die Wirksamkeit von Lactulose und Rifaximin bei der Behandlung der HE. (bi) Autoren: Singal AK et al. Korrespondenz: Craig J. McClain; [email protected]. Studie: ACG Clinical Guideline: Malnutrition and Nutritional Recommen dations in Liver Disease Quelle: Am J Gastroenterol 2025;120(5):950–972. Web: https://doi.org/10.14309/ajg.0000000000003379
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