Neue Wege am DHZC: Erste Professur für Entwicklungspädiatrie in der Herzmedizin und Ausbau der Psychokardiologie6. Dezember 2023 Katharina Schmitt übernimmt die erste W3-Professur für Entwicklungspädiatrie in der Herzmedizin sowie die Leitung der Abteilung Psychokardiologie am DHZC. Foto: ©Paff/DHZC Die Kinderkardiologin Prof. Katharina Schmitt übernimmt am Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC) nicht nur die bundesweit erste W3-Professur für Entwicklungspädiatrie in der Herzmedizin sondern auch die Leitung der Psychokardiologie. Dank der großen Fortschritte in der Kinderherzmedizin erreichen heute auch Patientinnen und Patienten mit schweren angeborenen Herzfehlern in den meisten Fällen das Erwachsenenalter. Anders als noch vor einigen Jahrzehnten geht es in der Kinderherzmedizin also nicht mehr primär um das Überleben der Betroffenen, sondern um die Sicherstellung einer hohen Lebensqualität in allen Lebensphasen. Für die wachsende Zahl von Jugendlichen und Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern liegen allerdings noch vergleichsweise wenige Daten zur Langzeitentwicklung und Lebensqualität vor – und entsprechend wenige fundierte und einheitliche Versorgungskonzepte. Mit der Einrichtung einer bislang einmaligen W3-Professur für Entwicklungspädiatrie in der Herzmedizin werde am DHZC nun die Grundlage zum Aufbau eines entwicklungspädiatrischen Zentrums geschaffen, wie das Zentrum in einer Mitteilung erläutert, – und damit der Rahmen zur strukturierten, zielgerichteten Entwicklung der Versorgungsqualität von Patientinnen und Patienten mit angeborenen Herzfehlern, flankiert von intensiver Forschung und Lehre. Schwerpunkte dabei sind: „Elektronische Patient Reported Outcome Measures (ePROMs)“: Um Behandlungserfolge zu bewerten, werden zunehmend die Einschätzungen von Gesundheitszustand und Lebensqualität durch Patientinnen und Patienten selbst genutzt. Die Entwicklung von Konzepten zur regelmäßigen Erfassung und Auswertung dieser Beurteilungen werden in vielen Bereichen der Medizin immer wichtiger. Im Bereich der angeborenen Herzfehler strebt das DHZC hier eine führende Rolle an. Konzepte zur familienorientierten Versorgung (Family Centered Care – FCC): Eltern und Geschwister von Patientinnen und Patienten mit angeborenen Herzfehlern spielen beim Genesungsprozess eine wichtige Rolle und müssen entsprechend in das Behandlungsteam integriert werden. Zugleich muss die mit der Diagnose eines schweren Herzfehlers verbundene Belastung für die ganze Familie im Behandlungskonzept berücksichtigt werden. Der Ausbau bestehender Forschungsnetzwerke sowohl im Bereich der Grundlagenforschung als auch der klinischen Forschungsarbeit, insbesondere mit dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung, dem Kompetenznetz für Angeborene Herzfehler und dem Zentralen Register für Angeborene Herzfehler. Berufung einer erfahrenen Spitzenmedizinerin Schmitt absolvierte ihr Medizinstudium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Bereits seit 2002 gehört sie zum Team der Klinik für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie am heutigen DHZC. Sie ist Fachärztin für Kinderkardiologie mit den Zusatzbezeichnungen für Intensivmedizin und „EMAH – Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern“, habilitierte sich im Jahr 2011 und wurde in Würdigung ihrer Leistungen in Forschung und Lehre im Jahr 2019 zur außerplanmäßigen Professorin der Charité – Universitätsmedizin Berlin ernannt. Parallel zur Berufung als Professorin für Entwicklungspädiatrie in der Herzmedizin übernahm Schmitt nun auch die Leitung der Psychokardiologie am DHZC von deren Begründer Prof. Wolfgang Albert. Spezialisiertes Behandlungsspektrum am DHZC Bereits im Jahr 1989 wurde am heutigen DHZC der Funktionsbereich psychosomatische Medizin unter der Leitung des Arztes und Psychologen Albert eröffnet. Eine solche Abteilung war für eine Herzchirurgie in Deutschland neu, und das DHZC begründete mit dieser Pionierarbeit eine Führungsrolle in der Psychokardiologie. Diese noch recht junge medizinische Disziplin behandelt sowohl psychische Beschwerden, die durch die Auseinandersetzung mit der Herzerkrankung entstehen, als auch Herzkrankheiten, die durch psychischen Stress ausgelöst oder begünstigt werden. Seit der Gründung der Psychosomatik am heutigen DHZC konnte das psychokardiologische Behandlungsangebot kontinuierlich ausgebaut werden, insbesondere bei der Begleitung von Patientinnen und Patienten mit mechanischen Kreislaufpumpen oder mit einem Spenderherz. Die psychokardiologische Betreuung schließt psychosoziale Evaluationen, Betreuung während der Wartezeit auf Operationen und postoperative Unterstützung ein. Weitere Dienstleistungen umfassen die Veranlassung weiterführender Diagnostik und Behandlungen sowie die Neustrukturierung des Lebensumfeldes in Kooperation mit dem Sozialdienst. Ein weiterer Schwerpunkt der Psychokardiologie ist am DHZC seit Langem die Betreuung von Patientinnen und Patienten mit angeborenen Herzfehlern und ihren Angehörigen. Unter der Leitung von Schmitt wurden in diesem Bereich bereits umfangreiche Forschungsprojekte initiiert, etwa zur frühen Entwicklung von Kindern mit angeborenen Herzfehlern oder zur familienorientierten Betreuung. Führungswechsel und Ziele Mit dem Wechsel von Albert in den Ruhestand hat Schmitt nun die Leitung der Psychokardiologie am DHZC übernommen. Schmitt und ihr Team aus Fachkräften der Psychotherapie und Psychologe wollen das psychokardiologische Behandlungsangebot für die Patientinnen und Patienten nun kontinuierlich ausbauen und wissenschaftlich weiter untermauern. Zugleich soll die Arbeit des Teams auch in weitaus größerem Maße allen Mitarbeitenden des DHZC zugutekommen, die bei körperlicher und seelischer Belastung Unterstützung benötigen. „Die Betrachtung von Körper und Psyche als Einheit und damit ein ganzheitlicher Therapieansatz sind unverzichtbarer Bestandteil einer modernen und erfolgreichen Herzmedizin“, sagt Schmitt. „Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe, die Psychokardiologie am DHZC mit meinem Team weiterentwickeln zu können.“
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