Neue Wege in der Bekämpfung von Lungeninfektionen mit Makrophagen18. Januar 2024 Projekt „iMAClung“: Ist die Bronchoskopie geeignet ist, um gesunde Makrophagen in die Lunge zu bringen? (Foto: © Karin Kaiser/MHH) Prof. Nico Lachmann von der Medizinischen Hochschule Hannover erhält einen ERC Proof of Concept Grant für die Weiterentwicklung einer neuartigen Immunzell-Therapie. Bakterielle Lungenentzündungen mit gesunden Makrophagen zu therapieren – das ist das Ziel von Lachmanns Team. Die Europäische Union (EU) hat sein Projekt „iMAClung“, mit dem er die nächsten Schritte in Richtung Anwendung der Immunzelltherapie geht, nun mit einem ERC Proof-of-Concept Grant ausgezeichnet. Bakterielle Lungenentzündungen werden bisher vor allem mit Antibiotika behandelt, die den gesamten Körper beeinflussen. Darüber hinaus gibt es Krankheitserreger, die Resistenzen aufweisen und daher nur eingeschränkt behandelt werden können. Um nun neue Wege zu gehen, sollen Makrophagen, mit denen Lachmann von der Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie der MHH und dem Exzellenzcluster RESIST arbeitet, direkt in die Lunge gegeben werden und dort therapeutisch wirken. Die Makrophagen stellt Lachmanns Team selbst im Labor aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) her. Therapie an Ort und Stelle Die Fresszellen sollen, anders als Antibiotika oder andere Therapieverfahren, direkt an den Ort der Infektion gebracht werden, um somit effektiv zu wirken. Das nun von der EU geförderte Projekt „iMAClung“ dreht sich darum, ob die Bronchoskopie geeignet ist, um die gesunden Makrophagen in die Lunge zu bringen. Bleiben die Zellen dort, wo sie wirken sollen? Lösen sie unerwünschte Reaktionen aus und wenn ja, welche? Diese Fragen gilt es zu klären. Um solche Fragen der Sicherheit und Machbarkeit zu beantworten, nutzt das Team spezielles Lungengewebe, welches sich nicht für eine Transplantation eignet. In einem interdisziplinären Team unterschiedlicher Abteilungen der MHH verwenden die Forschenden das Organ Care System (OCS) der MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG) – ein mobiles Gerät, in dem Lungengewebe körperwarm transportiert, von Blut durchflossen und mit Sauerstoff sowie Nährstoffen versorgt wird. Mit diesem Verfahren kann nun erstmals diese neue Immuntherapie nah am Menschen auf ihre Machbarkeit untersucht werden. Die mit iPS-Technologie hergestellten Makrophagen erlauben neuste Einblicke in der Infektionsmedizin, welche auch andere Arbeitsgruppen nutzen. Dazu gehören auch Teams des Exzellenzclusters RESIST, die virale Infektionen erkunden. Mit Fresszellen erfolgreich Lachmann hatte bereits zum Jahreswechsel 2019/2020 den ERC Starting Grant von der EU erhalten und damit eine Förderung zu humanen Makrophagen in Höhe von 1,5 Millionen Euro über fünf Jahre – für sein Projekt „iPSC2Therapy“. Das Projekt beantwortet, wie menschliche Makrophagen entstehen und therapeutisch eingesetzt werden können. Im Jahr 2022 war an Lachmann bereits ein ERC Proof of Concept Grant verliehen worden – in welchem er mit der Entwicklung der „iPyro-Methode“ Fresszellen zur Detektion möglicher Verunreinigungen in Arzneimittel einsetzen möchte.
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