Neue zielgerichtete Behandlung für Patienten mit metastasiertem Blasenkrebs16. August 2019 Prof. Dr . Martin Schuler vom Universitätsklinikum Essen. © Universitätsmedizin Essen Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 16.000 Menschen an Blasenkrebs. Meist handelt es sich um oberflächliche Tumore, die minimal invasiv entfernt werden können. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann eine Blasenentfernung erforderlich werden. Bei einem Teil der Patienten bilden sich Metastasen aus, die dann schwer zu behandeln sind. Chemotherapie und Immuntherapien können helfen, aber die Mehrzahl der Patienten verstirbt an der Erkrankung. Jetzt hat eine internationale Wissenschaftlergruppe unter Leitung von Prof. Dr. Martin Schuler vom Universitätsklinikum Essen und Standortsprecher des Deutschen Krebskonsortiums (DKTK) in Zusammenarbeit mit der Firma Bayer ein neues Medikament erprobt. Rogaratinib kann bei Patienten mit metastasierten Krebserkrankungen wirksam sein, deren Tumor ein bestimmtes Merkmal aufweist: Etwa bei 50 Prozent Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Blasenkrebs findet sich eine Aufregulation von FGFR, aber auch andere Krebserkrankungen wie Lungenkrebs können dieses Merkmal – wenn auch seltener – aufweisen. Die Wissenschaftler berichten aktuell in der international führenden Fachzeitschrift Lancet Oncology über ihre “Phase I”-Studie zum Nachweis der Sicherheit und Wirksamkeit von Rogaratinib. „Mit dieser Studie konnten wir erstmalig zeigen, dass Rogaratinib bei Patienten mit metastasiertem Blasenkrebs mit hoher Wahrscheinlichkeit wirkt, wenn die Voruntersuchung des Tumorgewebes eine Aufregulation von FGFR zeigt“, erklären Dr. Heike Richly und Prof. Martin Schuler, die am Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ) der Universitätsmedizin Essen die Studie durchgeführt haben. „Diese Entwicklung erweitert die vielfältigen Behandlungsangebote für Patienten mit Blasenkrebs, die wir am Universitätsklinikum Essen vorhalten“, ergänzen Prof. Boris Hadaschik, Direktor der Klinik für Urologie, und Prof. Viktor Grünwald, Carolus-Professor für Interdisziplinäre Uroonkologie, die Ansprechpartner der Universitätsmedizin Essen für Patientinnen und Patienten mit Blasenkrebs. Weitere Informationen: Lancet Oncology: https://www.thelancet.com/journals/lanonc/onlineFirst DCP6: https://wtz-essen.de/patienten-angehoerige/behandlungsprogramme-am-wtz/urologische-tumoren/ Innere Klinik (Tumorforschung): https://tumorforschung.uk-essen.de/ Westdeutsches Tumorzentrum (WTZ): https://wtz-essen.de DKTK: www.dktk.org <http://www.dktk.org>
Mehr erfahren zu: "Risikobewertung bei HPV-bedingtem Oropharynxkarzinom" Weiterlesen nach Anmeldung Risikobewertung bei HPV-bedingtem Oropharynxkarzinom Eine aktuelle US-amerikanische Studie zeigt, wie zirkulierende tumorassoziierte DNA (ctDNA) personalisierte Behandlungsstrategien bei HPV-bedingtem Oropharynxkarzinom unterstützen könnte.
Mehr erfahren zu: "Glioblastome beeinflussen das Gehirn stärker als gedacht" Glioblastome beeinflussen das Gehirn stärker als gedacht Eine Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität zeigt, dass ein Glioblastom ganze Netzwerke des Gehirns beeinträchtigt. Das gibt Informationen über die Überlebenschance.
Mehr erfahren zu: "Neuer Ansatz gegen Kinderkrebs entzieht Leukämie-Protein das Gerüst" Neuer Ansatz gegen Kinderkrebs entzieht Leukämie-Protein das Gerüst Anstatt ein krebsförderndes Protein direkt anzugreifen, haben Forschende die für seine Stabilität erforderliche Gerüststruktur ins Visier genommen. Das Resultat: Das Wachstum von Leukämiezellen kam zum Stillstand. Die in „Nature Communications“ […]