Kopf-Hals-Tumorzentrum Dresden setzt auf personalisierte und interdisziplinäre Krebsmedizin5. Juni 2026 Foto: Das Team des Kopf-Hals-Tumorzentrum am Universitätsklinikum Dresden (v.l.): Thomas Zahnert, Esther Troost, Günter Lauer. Foto: Kirsten Lassig/UKDD Komplexe Fälle in der Kopf-Hals-Onkologie und veränderte Patientenprofile erfordern individuellere Therapie. Das Kopf-Hals-Tumorzentrum der Uniklinik Dresden setzt auf interdisziplinären Austausch mit Zuweisenden und Fachkollegen. Bis zu 25.000 Menschen in Deutschland erkranken pro Jahr an einem Tumor im Kopf-Hals-Bereich. Dabei registrieren Medizinerinnen und Mediziner in den vergangenen Jahren weniger Tumore, die durch Rauchen oder Alkoholkonsum verursacht wurden – obwohl dies noch immer eine der Hauptursachen für diese Tumorentität ist. Gleichzeitig steigt der Anteil der mit Humane Papillomviren (HPV) assoziierten Tumoren, vor allem im Mund- und Rachenbereich, deutlich an. In Deutschland werden inzwischen mehr als 50 Prozent der Oropharynxkarzinome als HPV-assoziiert eingeschätzt. Dabei gehören Kopf-Hals-Tumoren zu den komplexesten Krebserkrankungen überhaupt: Sie betreffen häufig zentrale Funktionen wie Sprechen, Kauen, Schlucken, Atmen oder Riechen und verlangen eine hochspezialisierte, interdisziplinäre Behandlung. Kopf-Hals-Tumorzentrum bündelt Expertise zahlreicher Fachbereiche Das Kopf-Hals-Tumorzentrum am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden bündelt dafür die Expertise zahlreicher Fachbereiche unter einem Dach und hat sich als überregionales Zentrum für die personalisierte Kopf-Hals-Onkologie etabliert. Seit seiner Gründung im Jahr 2019 verzeichnet das Zentrum kontinuierlich steigende Patientenzahlen. Durchschnittlich werden hier rund 235 Patientinnen und Patienten pro Jahr behandelt. Das Kopf-Hals-Tumorzentrum am Universitätsklinikum Dresden vereint Spezialistinnen und Spezialisten aus der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, der Radioonkologie, aus der Medizinischen Onkologie, Radiologie, Nuklearmedizin, Pathologie, Psychoonkologie und Ernährungsmedizin. Diagnostik, Tumorboard, operative Therapie, Rekonstruktion, Strahlentherapie und Nachsorge erfolgen eng abgestimmt. „Die Therapie von Kopf-Hals-Tumoren ist heute weit mehr als eine Operation meist in Kombination mit der Bestrahlung“, sagt Prof. Günter Lauer, Leiter des Kopf-Hals-Tumorzentrums und Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Uniklinik Dresden. „Unser Ziel ist eine möglichst präzise und individuell abgestimmte Therapie, die den Tumor wirksam bekämpft und gleichzeitig Funktionen sowie Lebensqualität erhält.“ „Entscheidend ist dabei, schnell und interdisziplinär die richtige Therapieentscheidung für jeden einzelnen Patienten zu treffen“, betont Thomas Zahnert, Zentrumsleiter und Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. „Bei Tumorerkrankungen zählt oft jeder Tag.“ Kurze Wege, enge Verbindung der Fachgebiete „Das Kopf-Hals-Tumorzentrum verdeutlicht, welchen Mehrwert interdisziplinäre Strukturen in der Universitätsmedizin Dresden bieten. Wenn unterschiedliche Fachbereiche eng zusammenarbeiten, entstehen daraus nicht nur innovative Therapiekonzepte, sondern vor allem Vorteile für die Patientinnen und Patienten“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden. Dabei setzen die Dresdner auf kurze Wege und die enge Verbindung zu beteiligten Fachgebieten. Patientinnen und Patienten finden auf dem Dresdner Campus alle Ansprechpartner und Versorgungseinrichtungen für Diagnostik, Operation, Therapie, Bestrahlung und zur rekonstruktiven, plastischen Chirurgie. Besonderes Augenmerk liege dabei auf modernen Verfahren der Präzisionsmedizin, wie die Universitätsklinik Dresden betont. Moderne Bildgebung zur Darstellung von Anatomie und Tumoreigenschaften (wie MRT und PET-CT), molekulare Diagnostik, Immunmarker-Analysen und genetische Untersuchungen helfen dabei, für jeden Betroffenen den optimalen Therapiepfad festzulegen. Zugang zu klinischen Studien – ob Immuntherapie oder schonendere Bestrahlung Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist der Zugang zu innovativen klinischen Studien am Kopf-Hals-Tumorzentrum in Dresden. Dazu gehören neue Ansätze der Immuntherapie ebenso wie Studien zur schonenderen Bestrahlung, etwa bei HPV-positiven Tumoren. „Ziel ist es, Nebenwirkungen der Therapie und Bestrahlung zu reduzieren und gleichzeitig die Wirksamkeit der Therapie zu erhalten“, sagt Prof. Esther Troost, eine der beiden Direktorinnen der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie. Die Protonentherapie spiele dabei für ausgewählte Patientinnen und Patienten eine wichtige Rolle. Durch die hochpräzise Bestrahlung kann gesundes Gewebe besser geschont werden – ein entscheidender Vorteil insbesondere in der empfindlichen Kopf-Hals-Region. Neben der Tumorkontrolle und Nachsorge steht die funktionelle und ästhetische Rehabilitation im Fokus. Das Zentrum begleitet Betroffene bei Rekonstruktionen, Zahnersatz, Schluck- und Sprachrehabilitation sowie psychoonkologischen und ernährungsmedizinischen Fragestellungen. Ziel ist die möglichst vollständige Wiederherstellung zentraler Alltagsfunktionen. Veranstaltungen für Zuweisende am Kopf-Hals-Tumorzentrum in Dresden Das Kopf-Hals-Tumorzentrum der Universitätsklinik Dresden ist nach den Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Das Zentrum arbeitet eng mit niedergelassenen HNO-Ärzten, Zahn- sowie Hausarztpraxen zusammen. Regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen fördern den Austausch mit den Zuweisenden und bringen aktuelle Entwicklungen und Erkenntnisse aus dem Fachgebiet schneller in die Versorgung. „Die Zukunft der Kopf-Hals-Onkologie liegt in der personalisierten Medizin“, sagt Prof. Günter Lauer. „Je genauer wir die Tumoren biologisch verstehen, desto gezielter und schonender können wir behandeln.“ Die nächste Zuweiserveranstaltung des Kopf-Hals-Tumorzentrums findet am 24. Juni 2026, 16 bis 19 Uhr statt. Bei der Fortbildungsveranstaltung werden praxisnahe Beiträge zu aktuellen therapeutischen Entwicklungen, zur Versorgung und Rehabilitation von Patientinnen und Patienten mit Kopf-Hals-Tumorerkrankungen sowie anschauliche Fallbeispiele gezeigt. Im Mittelpunkt stehen dabei die interdisziplinäre Zusammenarbeit, der fachliche Austausch sowie Informationen zu praxisrelevanten Neuerungen. (Anmeldung unter: 0351 458 17669 oder [email protected])
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