Neuer Algorithmus für verbessertes Darmkrebs-Screening30. Mai 2025 © Andrey Popov – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Einführung verschiedener Screenings hat zwar die Belastung durch Darmkrebs verringert, aber hohe Falsch-positiv-Raten bringen die verfügbaren Koloskopiekapazitäten an ihre Grenzen. Ziel eines dänischen Teams war es daher, einen maßgeschneiderten Screening-Algorithmus zu entwickeln, der den fäkalen immunochemischen Test (FIT) um eine Blutprobe und das aktuelle Alter erweitert. Die Forschenden untersuchten zur Etablierung des neuen Algorithmus insgesamt 8 blutbasierte Biomarker (Carcinoembryonales Antigen, Ferritin, hochsensitives C-reaktives Protein, humanes Epididymisprotein 4, Cyfra21-1, Hepsin, Interleukin 8 und Osteoprotegerin) bei 1977 FIT-positiven Personen aus dem nationalen dänischen Früherkennungsprogramm für Darmkrebs. Alle Probanden unterzogen sich nach dem positiven FIT-Ergebnis einer Koloskopie. Die Proben wurden mithilfe verschiedener Analysesysteme für Immunassays geprüft und ausgewertet. Die Wissenschaftler kombinierten dann die Resultate der FIT-Analysen und die blutbasierten Biomarkerdaten mit klinischen Daten (wie Alter und Koloskopiebefund) in einem kreuzvalidierten logistischen Regressionsmodell (Algorithmus). Zudem verglichen sie die Datensätze mit einem Modell, das ausschließlich das FIT-Ergebnis verwendete (FIT-Modell), wobei verschiedene Grenzwerte für FITPositivität angewandt wurden. Die Kohorte umfasste Personen mit KRK (n=240), Adenomen (n=938) oder ohne neoplastische Läsionen (n=799). Der kreuzvalidierte Algorithmus, der die 8 Biomarker, das quantitative FIT-Ergebnis und das Alter kombinierte, war dem FIT-Modell bei der Unterscheidung von Personen mit und ohne KRK überlegen (AUROC-Wert 0,77 bzw. 0,67; p<0,001). Bei der Unterscheidung von KRK oder Adenomen mit hohem/mittlerem Risiko vs. niedriges Risiko oder unauffälligem Kolorektum betrug der AUROC-Wert 0,68 bzw. 0,64 für den Algorithmus bzw. das FIT-Modell. Fazit Mit einer Ergänzung des FIT um eine Blutprobe und das aktuelle Alter konnte die Auswahl der Personen für eine Koloskopie erfolgreich verbessert und die Belastungen verringert werden, ohne die Nachweisraten von Krebs/Adenomen zu beeinträchtigen. (je) Autoren: Petersen MM et al Korrespondenz: Christina Therkildsen; [email protected] Studie: Development of an algorithm combining blood-based biomarkers, fecal immunochemical test, and age for population-based colorectal cancer screening Quelle: Gastrointest Endosc 2024;100(6):1061–1069. Web: https://doi.org/10.1016/j.gie.2024.06.015
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