Neuer Biomarker für die Herzalterung identifiziert28. März 2024 Symbolbild: ©ArtemisDiana/stock.adobe.com Ein internationales Forscherteam hat das Protein Lactadherin als wichtigen Marker für das Altern des Herzens identifiziert. Die Identifizierung von Lactadherin als potenziellem Biomarker könnte künftig dabei helfen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser einzuschätzen. Darüber hinaus scheint das Molekül auch an wichtigen Signalwegen und Entzündungsprozessen beteiligt zu sein, die mit dem Altern und insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sind. Auf Basis der Forschungsergebnisse könnten daher möglicherweise neue Ansätze für die Behandlung alternsbedingter Herzprobleme entwickelt werden. Die Studie erschien Ende Januar 2024 in der Fachzeitschrift „Molecular & Cellular Proteomics“. Geleitet wurde das Forschungsprojekt von Dr. Alessandro Ori vom Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena und Dr. Lino Ferreira von der Universität Coimbra (Portugal). Unterstützung erhielten die Forscher vom Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union. Im Mittelpunkt der Untersuchungen standen Veränderungen im Herzmuskelgewebe von Mäusen und Menschen. Dabei nahmen die Wissenschaftler sowohl den normalen Alternsprozess in den Fokus als auch den bei Erkrankungen, die zu beschleunigtem Altern führen. Die Forscher fanden heraus, dass sich bestimmte Teile des Herzgewebes, insbesondere die extrazelluläre Matrix (ECM), während des normalen Alternsprozesses verändern. Veränderungen der ECM gelten als charakteristisches Merkmal vieler chronisch entzündlicher Erkrankungen, die zu zellulärer Dysfunktion, Alterung und Krankheitsprogression führen können. Insbesondere zur ECM des gealterten Herzens und deren Auswirkungen auf Herzzellen während chronologischer und pathologischer Alterung existierte bislang jedoch noch wenig gesichertes Wissen. Die Wissenschaftler um Ori dokumentierten nunmehr, dass Veränderungen in der ECM zugleich die Menge an Proteinen in diesem Bereich beeinflussen. Konkret wurde das Protein Lactadherin als Marker identifiziert. Sowohl während des normalen als auch beim beschleunigten Altern wurde es in Mäusen und Menschen vermehrt produziert. Bisher ist Lactadherin vor allem aus der Milch bekannt, wo es als antivirales Protein wirkt. Lactadherin erleichtert aber beispielsweise auch die Befruchtung von Eizellen und moduliert das Wachstum von Blutgefäßen. Die Forscher fanden heraus, dass erhöhte Lactadherinspiegel in den Gefäßen des Herzens mit der Aktivierung bestimmter Alterns-Signalwege und einer pro-entzündlichen Reaktion in Zellen in Verbindung stehen. „Dies könnte darauf hindeuten, dass Lactadherin nicht nur als Marker für das Altern des Herzens dienen kann, sondern auch an wichtigen Signalwegen und Entzündungsprozessen beteiligt ist, die mit dem Alternsprozess und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sind“, verdeutlicht Ori.
Mehr erfahren zu: "Umbrella-Review: Opioide lindern viele akute Schmerzen nur kurzfristig" Umbrella-Review: Opioide lindern viele akute Schmerzen nur kurzfristig Eine neue Übersicht über 59 systematische Reviews verdeutlicht, dass Opioide bei vielen akuten Schmerzzuständen nur eine geringe und kurzfristige Linderung bewirken – bei einigen zeigen sie keinen klaren Vorteil gegenüber […]
Mehr erfahren zu: "Bundestag beschließt Änderungen an Krankenhausreform" Bundestag beschließt Änderungen an Krankenhausreform Eine Neuaufstellung der Krankenhäuser in Deutschland steht eigentlich schon im Gesetz. Union und SPD bringen jetzt aber Nachbesserungen der Krankenhausreform durch.
Mehr erfahren zu: "Angeborener Herzfehler: Fragebögen machen Belastungen im Alltag sichtbar" Angeborener Herzfehler: Fragebögen machen Belastungen im Alltag sichtbar Häufige Kontrolltermine, Unsicherheiten vor Eingriffen und Sorgen um Schule oder Entwicklung belasten viele Familien mit einem Kind mit angeborenem Herzfehler deutlich. Das zeigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Freiburg.