Neuer Cochrane-Review: Omega-3-Fettsäuren verringern das Risiko einer Frühgeburt22. November 2018 Foto: © Girasole75 – fotolia.com Ein Mitte November veröffentlichter Cochrane Review belegt, dass die Erhöhung der Einnahme langkettiger mehrfach ungesättigter Omega-3-Fettsäuren (LCPUFA) während der Schwangerschaft das Risiko von Frühgeburten verringert. Prof. Philippa Middleton von Cochrane Pregnancy and Childbirth und ein Team von Cochrane-Forschern untersuchten langkettige Omega-3-Fette und ihre Rolle bei der Verringerung des Risikos von Frühgeburten – insbesondere Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) in fettem Fisch und Fischöl-Supplementen. Sie untersuchten 70 randomisierte Studien und fanden heraus, dass die Erhöhung der täglichen Einnahme von langkettigen Omega-3-Fettsäuren bei Schwangeren: das Risiko für eine Frühgeburt (unter 37 Wochen) um 11% (von 134/1000 auf 119/1000 Geburten) senkt. das Risiko für eine frühe Frühgeburt (unter 34 Wochen) um 42% (von 46/1000 auf 27/1000 Geburten) senkt. das Risiko für ein kleines Baby (unter 2500 g) um 10% reduziert. “Es gibt nicht viele Möglichkeiten, Frühgeburten zu verhindern. Daher sind diese neuen Erkenntnisse für Schwangere, Babys und die Angehörigen der Gesundheitsberufe, die für sie sorgen, sehr wichtig”, sagt Middleton. “Wir verstehen die Ursachen für vorzeitige Wehen noch nicht vollständig, daher war es immer eine Herausforderung, eine Frühgeburt vorhersagen und verhindern zu können. Dies ist einer der Gründe, warum die Omega-3-Supplementierung in der Schwangerschaft für Forscher auf der ganzen Welt von so großem Interesse ist.” Der Cochrane-Bericht wurde erstmals 2006 durchgeführt und kam damals zu dem Schluss, dass nicht genügend Evidenz ür die routinemäßige Verwendung von Omega-3-Fettsäure-Ergänzungen während der Schwangerschaft vorlag. Über ein Jahrzehnt später kommt dieser überarbeitete Bericht zu dem Schluss, dass qualitativ hochwertige Omega-3-Nahrungssupplemente eine wirksame Strategie zur Vorbeugung gegen Frühgeburten sind. “Viele schwangere Frauen in Großbritannien nehmen Omega-3-Präparate bereits aufgrund persönlicher Entscheidungen und nicht aufgrund von Ratschlägen von Ärzten oder Hebammen ein”, sagt Middleton. “Es ist jedoch erwähnenswert, dass viele derzeit auf dem Markt befindliche Nahrungsergänzungen nicht die optimale Dosis oder den Typ von Omega-3-Fettsäuren enthalten, um Frühgeburten zu verhüten. Unsere Studie ergab, dass die optimale Dosis in einem täglich einzunehmenden Nahrungsergänzungsmittel bestand, das zwischen 500 und 1000 Milligramm (mg) langkettige Omega-3-Fette enthält (darunter mindestens 500 mg DHA) – und zwar ab der 12. Schwangerschaftswoche. “Letztendlich hoffen wir, dass diese Überprüfung einen wirklichen Beitrag zur Evidenzbasis leisten wird, die wir zur Reduzierung der Frühgeburten benötigen. Dies ist nach wie vor eines der dringlichsten und hartnäckigsten Probleme für Mutter und Kind in jedem Land der Welt.” Ein Team von SAHMRI hat die Ergebnisse dieses Reviews genutzt, um Ressourcen und Informationen zu Omega-3-Fettsäuren, die online unter www.sahmriresearch.org/omega3 abgerufen werden können. Publikation: Middleton P et al. Omega-3 fatty acid addition during pregnancy. Cochrane Database of Systematic Reviews 2018, Issue 11. Art. No.: CD003402. DOI: 10.1002/14651858.CD003402.pub3 dx.doi.org/10.1002/14651858.CD003402.pub3
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