Neuer Computertomograph in der Klinik für Pferde der Universität Leipzig26. März 2025 Dieser Isländer wurde wegen einer Umfangsvermehrung mit Fistelbildung am Unterkiefer im CT untersucht. Foto: © Dr. Corinna Arnold Vor wenigen Tagen ist in der Klinik für Pferde der Universität Leipzig ein moderner Computertomograph (CT) eingeweiht worden. Das Gerät ist spezifisch für die Anwendung beim Pferd adaptiert. Es eröffne neue Untersuchungsmöglichkeiten an tierischen Patienten, sagte Prof. Kerstin Gerlach, Expertin für bildgebende Diagnostik an der Klinik für Pferde der Veterinärmedizinischen Fakultät. Als erste Universität in Deutschland besitze Leipzig nun ein Gerät, das durch diverse Anpassungen und Umbauten computertomographische Untersuchungen auch bislang schwer zugänglicher Regionen am Pferd ermöglicht. Der neue Computertomograph ist weltweit das einzige System, das spezifisch für die Anwendung beim Pferd adaptiert wurde. Er ersetzt das bisherige Gerät, das nach langen Dienstjahren irreparabel defekt war. „CT-Untersuchungen an Pferden stellen besondere Herausforderungen dar, da zum einen Größe und Masse des Pferdes die Untersuchungen orthopädisch relevanter Körperregionen erschweren. Zum anderen ist eine Narkose häufiger problembelastet als bei kleineren Tieren“, erläutert Gerlach. Deshalb werde schon seit längerem versucht, bestimmte schwer zugängliche Regionen der Gliedmaßen an stehenden, sedierten Pferden zu untersuchen. Mit dem neuen CT können Gerlach und ihr Team jetzt aufgrund der größeren Öffnung des Gerätes sowie einiger Umbauten und Hilfsmittel Untersuchungen teilweise im Stehen ausführen. Da das neue Gerät auch tiefer abgesenkt werden kann, können auch schwierig zu untersuchende Regionen, wie die vollständige Halswirbelsäule, die Schultergelenke oder Kniegelenke bei liegenden Pferden in Narkose in nur 10 bis 15 Minuten durchgeführt werden. Damit eröffneten sich neue und weitreichende diagnostische wie auch therapeutische Möglichkeiten – insbesondere bei Pferden, aber auch bei anderen Tieren. Das etwa 850.000 Euro teure CT-Gerät wurde jeweils zur Hälfte vom Freistaat Sachsen und der Deutschen Forschungsgemeinsschaft (DFG) finanziert. Die umfangreichen Umbaumaßnahmen in Höhe von 582.000 Euro hat der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) umgesetzt. In Narkose wurde dieses Pony das erste Mal vollständig in die Gantry gelagert, um das Becken darzustellen. Foto: © Prof. Kerstin Gerlach
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