Neuer Embryo erhöht Überlebenschancen des Nördlichen Breitmaulnashorns23. April 2026 Embryo Transfer Foto: © Kevin Kipruto/BioRescue Das internationale BioRescue-Konsortium hat einen weiteren Embryo des vom Aussterben bedrohten Nördlichen Breitmaulnashorns gewonnen. Anfang 2026 führten BioRescue-Wissenschaftler eine erfolgreiche Eizellentnahme beim Nördlichen Breitmaulnashorn-Weibchen Fatu in der Ol Pejeta Conservancy in Kenia durch. Kurz darauf wurde mit Hilfe eines Spermiums von einem bereits verstorbenen Nördlichen Breitmaulnashornbullen ein weiterer Embryo im Reproduktionslabor von Avantea in Italien erzeugt. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der bisher erzeugten reinen Embryonen dieser Unterart auf 39 und stärkt die Hoffnung für ihre Zukunft. Zwei weitere Leihmütter ins Reproduktionsprogramm aufgenommen Da es weltweit nur noch zwei lebende Weibchen gibt, gilt das Nördliche Breitmaulnashorn aus natürlicher Fortpflanzungsperspektive funktionell als ausgestorben. Sein Überleben hängt daher von modernsten assistierten Reproduktionstechnologien und innovativen Stammzellverfahren ab. Letztes Jahr führte das Expertenteam drei Embryotransfers in Leihmütter des Südlichen Breitmaulnashorns durch. Keiner dieser Versuche führte jedoch zu einer langfristigen Trächtigkeit. Um die Erfolgschancen zu erhöhen, wurden jetzt zwei weitere geeignete Leihmütter in das Reproduktionsprogramm aufgenommen. Leiter des BioRescue-Projektes ausgezeichnet Auch auf anderer Ebene erhält die Forschung des BioRescue-Konsortium Anerkennung. Am 26. Januar 2026 erhielt Prof. Thomas B. Hildebrandt den erstmals vergebenen „Smart Wildlife Conservation Award“ in Stockholm. Die Auszeichnung würdigt den Leiter des BioRescue-Projektes für seinen außergewöhnlichen Einsatz und die bedeutenden Fortschritte im Artenschutz. Anfang 2026 veröffentlichte das BioRescue-Konsortium darüber hinaus eine aktuelle Studie im Fachmagazin „PLoS One“, deren Ergebnis zeigt, dass die Öffentlichkeit den Einsatz assistierter Reproduktionstechnologien im Naturschutz überwiegend unterstützt – insbesondere in Kombination mit klassischen Maßnahmen wie Lebensraumschutz. Gleichzeitig betonen die Ergebnisse die Bedeutung ethischer Begleitforschung, Tierwohl und transparenter Kommunikation. Wissenschaft verläuft nicht immer linear Diese verschiedenen Fortschritte sind sehr wichtig. Sie zeigen aber auch, dass Wissenschaft nicht immer linear verläuft. In-vitro-Fertilisation (IVF) bei Nashörnern ist ein bislang unerprobtes Verfahren und stellt eine große Herausforderung dar. Zum Vergleich: Beim Menschen waren über 100 Versuche notwendig, um erfolgreich IVF anzuwenden. Das BioRescue-Konsortium hat bisher nur sechs Embryotransfers mit reinen Nördlichen Breitmaulnashorn-Embryos durchgeführt. Das Team bleibt optimistisch und verfolgt weiterhin das Ziel, das Nördliche Breitmaulnashorn vor dem Aussterben zu bewahren und die Grundlagen für die Rettung anderer hoch bedrohter Arten zu schaffen. BioRescue wird unter anderem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unterstützt.
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