Psychische Gesundheit von Studierenden in Deutschland: Neuer Forschungsverbund untersucht Risiken und stärkt Resilienz15. Januar 2026 In Deutschland studieren fast drei Millionen Menschen, mehr als die Hälfte davon an Universitäten. Viele von ihnen berichten von psychischen Belastungen. Bisherige Daten deuten darauf hin, dass in einzelnen Fachbereichen etwa ein Viertel der Studierenden an depressiven Symptomen und rund ein Drittel an Angststörungen leidet. Ein neuer Forschungsverbund soll Risiken frühzeitig erkennen und Resilienz stärken. Wie steht es um die psychische Gesundheit von Studierenden? Welche Risiken gibt es und wie kann man im Studium mental widerstandsfähiger werden? Unter Leitung der Universitätsmedizin Halle befasst sich ein neuer Forschungsverbund innerhalb des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) mit diesen Fragen. Ziel des Vorhabens ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen und bestehende Programme entsprechend anzupassen. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert den Projektverbund mit rund 730.000 Euro. Aktuelle Daten fehlen „Psychische Belastungen unter Studierenden nehmen seit Jahren deutlich zu, mit teils gravierenden Folgen für den Studienerfolg, das Wohlbefinden und die Funktionsfähigkeit des Hochschulsystems. Die internationale Datenlage ist lückenhaft. Eine Übersicht für den deutschen Bildungssektor fehlt vollständig. Bisherige Untersuchungen sind schwer vergleichbar, nicht aktuell und berücksichtigen oft nur bestimmte Fächergruppen“, erklärt Prof. Oliver Tüscher, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Universitätsmedizin Halle. Gemeinsam mit Prof. Stefan Watzke, dem Leiter der Medizinischen Psychologie, koordiniert er den neuen Forschungsverbund.„Die im Rahmen der Projekte erhobenen Daten und die darauf aufbauenden Maßnahmen sollen Studierenden, Schülern und Auszubildenden zugutekommen. Das Vorhaben zielt darauf ab, die psychische Gesundheit langfristig zu stärken, indem Risikofaktoren aufgedeckt und die Resilienz durch passende Maßnahmen gefördert wird. Auf diese Weise sollen Ausbildungsabbrüche reduziert und junge Menschen besser auf eine zunehmend komplexe Arbeitswelt vorbereitet werden“, fasst Watzke zusammen.Die Forschenden knüpfen an bisherige Arbeiten an. Zunächst werden internationale wissenschaftliche Studien systematisch ausgewertet und mit umfangreichen Versorgungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherungen sowie des Deutschen Jugendinstituts zusammengeführt. Ein Aspekt ist dabei beispielsweise die Rolle von Sport als Mittel, um Stress und Ängste zu reduzieren. Bundesweite Erhebung geplant Um die Datengrundlage zu vervollständigen und die psychische Gesundheit von Studierenden im Zeitverlauf untersuchen zu können, folgt eine umfassende Ist-Analyse von Studierenden aus Berlin, München, Halle (Saale), Jena, Mainz, Braunschweig und Mannheim. Die Erhebungen finden zu verschiedenen Zeitpunkten im Studienjahresablauf statt. Über die große Online-Studienplattform “DigiHero” werden weitere Teilnehmende aus dem ganzen Bundesgebiet einbezogen. So sollen sowohl standortspezifische Hintergründe als auch ein bundesweiter Überblick erfasst werden.Ein Ziel der Forschenden ist es, Warnzeichen zu identifizieren, die sich negativ auf die psychische Gesundheit auswirken, sogenannte „Red Flags“. In die Analyse fließen sowohl psychologische Daten als auch (neuro)biologische Marker und Abfragen zur mentalen Gesundheitskompetenz ein. Hintergrund Die Wissenschaftler der insgesamt 13 Teilvorhaben gehören zum Expertennetzwerk des DZPG. Die Projekte laufen in enger Zusammenarbeit mit Studierendenvertretungen und dem Trialogischen Zentrumsrat des DZPG, in dem Betroffene, Angehörige und Forschende aller DZPG-Standorte aus ganz Deutschland vertreten sind. Außerdem interessant zu dem Thema: Höheres Mindestalter für Alkohol verbessert Lernen und Psyche Digitales Selbsthilfe-Programm iFightDepression von OECD ausgezeichnet
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