Neuer Professor für Kardiale Rhythmologie an der Universitätsmedizin Halle

Arash Arya ist neuer Professor für Kardiale Rhythmologie an der MLU. Foto: ©Universitätsmedizin Halle

Zum 1. Januar 2024 ist Arash Arya als Professor für Kardiale Rhythmologie an die Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) berufen worden. Seit Juni 2022 leitet er die Elektrophysiologie an der Universitätsmedizin Halle.

Ein wissenschaftlicher Schwerpunkt von Arya liegt in der Versorgung von lebensbedrohlichen Kammertachykardien, deren Ursache eine genetische Veranlagung oder eine Herzmuskelerkrankung sein kann. „Die Behandlung von Kammertachykardien ist sehr komplex und erfolgt über Ablation. Nur wenige erfahrene Elektrophysiologen können solche Eingriffe erfolgreich durchführen. Angesichts der steigenden Bedeutung dieser Behandlung insbesondere bei älteren Menschen, ist es wichtig, diese besser zu untersuchen und weiteres ärztliches Personal zu trainieren“, betont der Kardiologe und Elektrophysiologe. Seine jahrzehntelange Erfahrung und die Ergebnisse seiner Versorgungsforschung möchte er in Form von internationalen Leitlinien und Seminaren an der Universitätsmedizin Halle verfügbar machen.

Für 2024 plant Arya, neueste Ablationstechniken anzuwenden. Zudem will er ein Verfahren einführen, das die herkömmliche Implantation von Herzschrittmachern ersetzen kann, indem das eigene Reizleitungssystem schonend über Elektroden stimuliert wird.

Auch Künstliche Intelligenz wird in seiner Forschung eingesetzt. Unter anderem arbeitet ein Team unter der Leitung von Arya an einem Algorithmus zur nichtinvasiven Messung des Kaliumspiegels, der auf Elektrokardiogrammen (EKGs) basiert. „Wir wollen eine App entwickeln, die es ermöglicht, Kaliumwerte mit Hilfe sogenannter Smartwatches vorherzusagen, die inzwischen sehr einfache EKGs erstellen können. In der Klinik messen wir die tatsächlichen Werte und sammeln parallel umfangreiche EKG-Daten. Diese Informationen werden dann in einen Algorithmus gefüttert, der die Kaliumwerte vorhersagen soll. Die Herausforderung ist es, die Zuverlässigkeit der Vorhersage zu optimieren und zu validieren“, fasst Arya das Projekt zusammen.

Mit der Berufung freut er sich zudem über mehr Zeit, die er in die Forschung und seine Lehre investieren kann. „Für die reine Wissensvermittlung reicht oft das Internet. Gute Lehre unterscheidet sich davon, dass man dem medizinischen Nachwuchs zeigen muss, wie die richtigen Forschungsfragen zu stellen sind.“ Eines der beiden Wahlfächer, die er auf den Weg gebracht hat, befasst sich mit der Planung und Durchführung eines Forschungsprojekts in der Kardiologie.

Arya studierte Medizin in Teheran, Iran, absolvierte dort zwei Promotionen und erhielt im Jahr 2000 seine Facharztanerkennung für Innere Medizin und Kardiologie. Anschließend war er dort als Assistenzprofessor und in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, als Oberarzt tätig. Von 2006 bis 2018 arbeitete er als Oberarzt und bis 2022 als leitender Oberarzt und Leiter des Elektrophysiologielabors für Rhythmologie an der Klinik für Kardiologie des Herzzentrums Leipzig. 2016 promovierte er an der Universität Leipzig, erhielt 2018 eine Facharztanerkennung der Sächsischen Landesärztekammer und habilitierte sich anschließend für das Fachgebiet Innere Medizin und Kardiologie an der Universität Leipzig. Seit Juni 2022 leitet er die Elektrophysiologie in der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III – Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin an der Universitätsmedizin Halle.

Prof. Heike Kielstein, Dekanin der Medizinischen Fakultät der MLU, erklärt: „Mit Prof. Arash Arya haben wir einen Experten für Elektrophysiologie berufen, der innovative Forschungsvorhaben in der Rhythmologie durchführt und eine bedeutende Anlaufstelle für komplexe Interventionen bei Herzrhythmusstörungen ist.“