Neuer Tuberkulosetest könnte die Tuberkuloseversorgung weltweit verbessern

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Ein neuer Tuberkulose (TB)-Test macht die Überwachung der Tuberkulosebehandlung außerhalb eines Labors der Biosicherheitsstufe 3 (BSL-3) möglich. Dies könnte dazu beitragen, die weltweite Sterblichkeit durch Tuberkulose zu senken.

Tuberkulose ist weltweit nach COVID-19 die zweithäufigste Todesursache bei Infektionen. Die Überwachung, wie die Infektion im Laufe der Zeit auf die Behandlung reagiert, ist ein entscheidender Schritt zur Senkung der Sterblichkeit. Da Tuberkulose jedoch hochansteckend ist, können Patientenproben derzeit nur in BSL-3-Laboren getestet werden, die über ressourcenintensive Funktionen wie gerichtete Luftströmung und Verbrennungsanlagen verfügen, die das Kontaminationsrisiko minimieren. Dies stellt eine große Hürde für die weltweite Bekämpfung von Tuberkulose dar, da etwa 80 Prozent der Tuberkulosefälle in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auftreten, von denen viele über kein BSL-3-Labor verfügen.

Ein Forscherteam hat daher nun einen neuen – Rapid Enumeration and Diagnostic for Tuberculosis (READ-TB) genannt – entwickelt, um den fehlenden Zugang zu Laboren zu beheben, die die BSL-3-Anforderungen erfüllen. Dieser neuartige Test ermittelt, wie Patienten auf die Tuberkulosebehandlung ansprechen. Bei READ-TB wird Sputum mit Essigsäure behandelt, die Bakterien abtötet, die bakterielle RNA jedoch intakt lässt. Eine Laborfachkraft kann dann die RNA sicher in ein Gerät einspeisen, das die RNA-Konzentration misst. Diese ist ein Indikator dafür, wie viel Mycobacterium tuberculosis ein Patient in sich trägt und wie die Infektion auf die Behandlung anspricht.

Im Vergleich zu Guanidiumsalzen, der Chemikalienklasse, die derzeit als Goldstandard für die Konservierung von RNA gilt, war Essigsäure wirksamer bei der Abtötung von Sputumbakterien, und zwar in nur 30 Minuten, wodurch ein BSL-3-Labor überflüssig wurde. Essigsäure war ebenso wirksam wie Guanidiumsalze bei der Konservierung der bakteriellen RNA. Insbesondere fanden die Forscher heraus, dass die RNA in Essigsäure bei einer Lagerung bei 25 °C 14 Tage lang und bei einer Lagerung bei –20 °C mindestens ein Jahr lang haltbar war. Dies ist ein wichtiger Vorteil für Labore, in denen Gefrierschränke mit Temperaturen bis zu –70 °C fehlen, die viel mehr Energie benötigen. Darüber hinaus sind Guanidiumsalze giftig, während die für READ-TB verwendete Essigsäurekonzentration viel sicherer ist.

Auch klinische Studien zu Anti-TB-Medikamenten werden laut den Studienautoren von READ-TB profitieren. Die Bereitstellung einer sicheren und effizienten Methode zur Messung der TB-RNA-Konzentration könnte es Forschern ermöglichen, die antibakterielle Stärke und Eigenschaften von Medikamenten oder Medikamentenkombinationen miteinander zu vergleichen.

„Wir wollten den Assay für die Integration in diagnostische Mikrobiologielabore und für den Einsatz in klinischen Studien verbessern und ihn in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen einsetzbar machen, zum Beispiel in denen es kein BSL-3-Labor gibt“, so die Autoren der Studie und beziehen sich dabei auf ihren früheren Test. „READ-TB ermöglicht die Messung der molekularen Bakterienlast, die jetzt von routinemäßigen klinischen Mikrobiologielabors zur Messung der M.-tuberculosis-Bakterienlast im Sputum übernommen wird.“