Neues Behandlungszentrum zur frühzeitigen Therapie der Alzheimer-Erkrankung14. Mai 2021 Prof. Marc Ziegenbein, Ärztlicher Direktor und Chefarzt (li.) und Oliver Rosenthal, Leitender Arzt, demonstrieren die neue Behandlungsmöglichkeit (Foto: Klinikum Wahrendorff/Michael Wallmüller) Das Klinikum Wahrendorff hat Anfang Mai 2021 ein Behandlungszentrum zur Förderung beziehungsweise Aufrechterhaltung der geistigen Fähigkeiten von Menschen mit Alzheimer eröffnet. Die Mediziner dort setzen dafür auch die ambulante physikalische Transkranielle Pulsstimulation (TPS®) ein. Derzeit gibt es nach Angaben der Klinik europaweit nur neun solcher Behandlungszentren. „In unserer Klinik werden viele Patientinnen und Patienten mit schweren Verläufen der Alzheimer-Erkrankung stationär eingewiesen, denen eine so frühzeitige ambulante Therapie bisher nicht zur Verfügung stand. Das wollen wir ändern“, erklärt Oliver Rosenthal, Leitender Arzt der Abteilung Seelische Gesundheit im Alter im Klinikum Wahrendorff. Die TPS® ist eine Behandlungsmöglichkeit für Menschen, die an einer leichtgradigen oder mittelschweren Form der Alzheimer-Erkrankung leiden. Außerhalb des Körpers erzeugte Schallpulse werden gezielt in die zu behandelnden Gehirnregionen eingeleitet. „Bei der TPS-Therapie werden Wachstumsfaktoren freigesetzt. Dadurch kommt es zu einer Verbesserung der Gehirndurchblutung, zur Bildung neuer Gefäße und zur Nervenregeneration. Die Behandlung unterstützt darüber hinaus auch die Ausschüttung von Stickoxid und die Stimulation des BDNF, einem Protein, das vorhandene Nerven und Synapsen schützt“, beschreibt Rosenthal, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, das Verfahren. Die Stimulation erfolgt ambulant, sodass Patientinnen und Patienten zur Behandlung in die Klinik kommen und anschließend ihren normalen Tagesablauf fortführen können. Eine Therapie-Sitzung dauert in der Regel etwa 30 Minuten. Insgesamt umfasst eine Behandlungsserie durchschnittlich sechs Sitzungen, die innerhalb von ein bis zwei Wochen stattfinden.
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