Neues Gerät beschleunigt die Genomsequenzierung am CCG

Das neue Sequenziergerät kann menschliche Genome etwa 2,5 Mal schneller sequenzieren und analysieren als die bisherigen technischen Kapazitäten am Cologne Center for Genomics. Bildquelle: Birgit Budde

Das neue Illumina NovaSeq X Plus System erweitert den Gerätepark des Cologne Center for Genomics (CCG) der Universität zu Köln. Vor allem im Bereich der Genomsequenzierung werden dadurch neue technische Möglichkeiten in der Forschung und medizinischen Versorgung geschaffen.

Das Cologne Center for Genomics (CCG) hat am 22. April 2026 das neue Sequenziergerät Illumina NovaSeq X Plus in Betrieb genommen. Dieses Höchstdurchsatz-Gerät soll die Forschungskapazitäten im Bereich der Genomik an der Universität zu Köln erheblich erweitern und neue Anwendungen in der Medizin und den Lebenswissenschaften ermöglichen.

Die neue Sequenziertechnologie steht allen Forschenden auf dem Kölner Campus und externen Nutzer:innen im Rahmen von Kooperationen zur Verfügung. Das Gerät wurde im Rahmen des Förderprogramms „Forschungsgroßgeräte“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) angeschafft. Die Gesamtsumme betrug 1,265 Millionen Euro.

Erweiterung des Kölner Geräteparks

„Das neue Sequenziergerät fügt sich ein in das Bestreben der Universität zu Köln, unsere Forschungsinfrastruktur kontinuierlich zu verbessern und auf dem neuesten Stand zu halten. Davon profitieren nicht nur unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern auch unsere Partner in der Region. Ich freue mich, dass den Kolleginnen und Kollegen am Cologne Center for Genomics dieser Erfolg gelungen ist“, so Prof. Joybrato Mukherjee, Rektor der Universität zu Köln.

Direktorin Prof. Michal Schweiger bezeichnet die Einführung des neuen Sequencers als Meilenstein für das CCG: „Die Einführung des NovaSeq X Plus stellt eine entscheidende Erweiterung des vorhanden Geräteparks dar und passt perfekt zu unserer Mission, Forschenden die fortschrittlichsten Werkzeuge und Technologien zur Verfügung zu stellen.“

Die Next Generation Sequencing (NGS) Technologie ist nicht nur für viele Forschungsbereiche relevant, sie gewinnt auch in der Medizin und sogar in der primären Krankenversorgung zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglicht zum Beispiel eine schnellere Diagnosestellung bei einem Verdacht auf genetisch bedingte Krankheiten oder erlaubt es, personalisierte Therapieentscheidung zu treffen.

Für Projekte mit hohem Sequenzierbedarf essenziell

Das NovaSeq X Plus System bietet eine große Sequenzierungskapazität und -effizienz und ist besonders für Projekte mit hohem Sequenzierbedarf, wie Genomsequenzierung, essenziell. Es kann zum Beispiel in einem Lauf 128 humane Genome innerhalb weniger Tage sequenzieren und analysieren, etwa das 2,5-fache der bisherigen Kapazitäten.

Auch andere Projekte mit hohem Sequenzierbedarf profitieren von der neuen Plattform. Dazu zählen die Einzelzellsequenzierung, bei der das Transkriptom von vielen tausend Zellen parallel in einem Experiment untersucht wird, oder Multiomik-Anwendungen, bei denen mehrere molekulare Ebenen gleichzeitig betrachtet werden.

Das System ermöglicht zudem eine tiefere und genauere Analyse genetischer Informationen, und wird perspektivisch weitere Anwendungen wie die bessere Erfassung größerer struktureller genetischer Veränderungen und die Sequenzierung mit längeren Leselängen ermöglichen.


Über das Cologne Center for Genomics (CCG):

Das CCG ist eine zentrale Forschungseinrichtung der Universität, die sich der Förderung der Genomik durch fortschrittliche Technologie, Expertise und standortübergreifender Zusammenarbeit widmet. Es bietet seit seiner Gründung im Jahr 2004 unterschiedliche modernste genomische Technologien an und ist aktiv an der Weiterentwicklung und Etablierung von neuen Protokollen und Anwendungen beteiligt. Damit unterstützt es eine interdisziplinäre Nutzerschaft aus der Medizin und Humangenetik, der Alternsforschung, den Pflanzen- und Agrarwissenschaften, der Biodiversitäts- und Umweltforschung, der Molekularbiologie und der funktionelle Genomik.

Das CCG ist Teil des West German Genome Center (WGGC), einer gemeinsamen wissenschaftlichen Einrichtung (GWE), die mit vier Standorten in Köln, Bonn, Düsseldorf und Aachen ein breites Spektrum an Technologie und Expertise im Bereich der Genomik bündelt.