Neues Graduiertenkolleg erforscht neuropsychiatrische Folgen von Infektionserkrankungen6. Januar 2026 Das neue DFG-Graduiertenkolleg NeurInfect in Jena und Berlin erforscht die neuropsychiatrischen Folgen von Infektionserkrankungen. (Quelle: Gumpert/UKJ) Das Uniklinikum Jena koordiniert ein interdisziplinäres Forschungsprogramm, das die neuropsychiatrischen Folgen schwerer Infektionserkrankungen erforscht. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Kolleg 8,4 Millionen Euro. Nach einer schweren Infektionserkrankung leidet fast ein Drittel der Betroffenen an neurologischen oder psychischen Folgen. Die Ausprägung, Schweregrad und Dauer der Beschwerden kann hierbei stark variieren. Insbesondere bei Sepsisüberlebenden, die eine sehr schwere Infektion überstanden haben, sind Beeinträchtigungen der Hirnfunktion gut belegt. Allerdings weiß die Medizin noch sehr wenig darüber, auf welchem Weg die Viren und Bakterien, die eine Entzündung im Körper verursachen, auch die Nervenfunktion im Gehirn beeinträchtigen können. „Wir wollen im neuen Graduiertenkolleg NeurInfect untersuchen, wie bei einer Infektion das Wechselspiel aus Entzündungsreaktion und Veränderungen auf Ebene der Hirnnetzwerke zur Entwicklung von neuropsychiatrischen Beschwerden führen kann“, beschreibt der Psychiater Prof. Nils Opel. Der Fokus liegt dabei auf bakteriellen und viralen Lungenentzündungen, die die häufigsten und oft schwerwiegende Infektionen darstellen. Gemeinsam mit dem Neurologen Prof. Christian Geis, der Bioinformatikerin Prof. Manja Marz und Forschenden aus Infektions- und Intensivmedizinmedizin, Psychologie, Mikrobiologie und Neurophysiologie hat Opel ein interdisziplinäres Forschungsprogramm zu dem Thema konzipiert, das Nachwuchsforschende aus Naturwissenschaft und Medizin im Graduiertenkolleg Neurinfect nun angehen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Kolleg in Jena mit Beteiligung von Forschenden in Berlin mit 8,4 Millionen Euro. Labor und Klinik im Tandem Das Besondere an NeurInfect: Die Forschenden bearbeiten die Themen in Tandems und betrachten dabei sowohl die grundlagenwissenschaftliche als auch die klinische Seite der Fragestellung. So untersuchen sie die Hirn-Netzwerkveränderungen im Tiermodell mit hochauflösender Mikroskopie und bei Patienten mit Lungenentzündung im MRT. Auch bei der Untersuchung der kognitiven Fähigkeiten, des Einflusses des Mikrobioms und der Stoffwechsel- und Stressregulation ergänzen sich jeweils der experimentelle und der klinische Forschungsansatz. „Wir wollen vor allem zur Aufklärung der Krankheitsmechanismen beitragen, die den infektionsbedingten neuropsychiatrischen Erkrankungen zugrunde liegen“, betont Geis. „Das ist die Voraussetzung für innovative Behandlungsansätze und personalisierter Präventionsstrategien.“ Interdisziplinäre Wissenschaftscommunity Zudem will NeurInfect eine interdisziplinäre Wissenschaftscommunity für das Thema aufbauen und den Nachwuchsforschenden die Möglichkeit geben, wissenschaftliche Erfahrung zu sammeln und wichtige Kompetenzen für eine erfolgreiche akademische Karriere zu erwerben. Das auf zunächst fünf Jahre angelegte Kolleg wird insgesamt 36 Promovierende in Naturwissenschaften und 18 Medizinpromovierende fördern, die ersten Stellen sind ausgeschrieben. Beteiligte Institutionen: Universitätsklinikum JenaCharité – Universitätsmedizin BerlinFriedrich-Schiller-Universität Jena Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie Jena – Hans-Knöll-Institut Leibniz-Institut für Alternsforschung Jena – Fritz-Lipmann-Institut
Mehr erfahren zu: "Genetisch veränderte Weißbüschelaffen als Modell menschlichen Hörverlusts" Genetisch veränderte Weißbüschelaffen als Modell menschlichen Hörverlusts Wissenschaftler aus Göttingen haben ein neues Primatenmodell entwickelt, das wichtige Erkenntnisse für zukünftige Gentherapien und andere Ansätze zur Behandlung von Hörverlust liefert.
Mehr erfahren zu: "GKV-Sparvorschläge: Fachärzte sehen sich überproportional belastet" GKV-Sparvorschläge: Fachärzte sehen sich überproportional belastet Fachärzteverbände fordern angesichts der Einsparüberlegungen im ambulanten Bereich eine gerechte Lastenverteilung und warnen davor, die ambulante fachärztliche Versorgung zum Nachteil der Patienten strukturell zu schwächen.
Mehr erfahren zu: "Rauchen während der Schwangerschaft mit einem höheren Risiko für psychische Probleme bei Kindern assoziiert" Rauchen während der Schwangerschaft mit einem höheren Risiko für psychische Probleme bei Kindern assoziiert Laut einer großen Studie, die vom ECHO-Programm (Environmental influences on Child Health Outcomes) der National Institutes of Health finanziert wurde, haben Kinder, die vor der Geburt mütterlichem Rauchen ausgesetzt waren, […]