Neues interdisziplinäres Herzinsuffizienz-Team in Bad Berka16. Juli 2021 Stefan Richter, Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin am Herzzentrum der Zentralklinik Bad Berka. Bildquelle: Rhön-Klinikum AG Um Patienten mit Herzschwäche häufige Klinikeinweisungen zu ersparen, mehr Lebensqualität zu ermöglichen und auch Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, hat sich in der Zentralklinik Bad Berka ein Herzinsuffizienz-Team gebildet. „Die Zahl der Patienten mit einer Herzschwäche nimmt kontinuierlich zu, die Sterblichkeit ist unbehandelt teils schlechter als bei vielen Krebserkrankungen. Durch eine gute Diagnostik und Therapie, eine durchdachte Nachsorge und die Kooperation aller an der Behandlung Beteiligten können häufige Krankenhausaufenthalte vermieden und eine bessere Lebensqualität und Überlebensprognose erzielt werden. Gut aufgeklärte Patienten mit Herzschwäche wissen über ihre Medikamente, Ernährung, Gewichts- und Blutdruckkontrollen sowie die nötigen Sportübungen bestens Bescheid und können aktiv einen Beitrag zu ihrer Gesundheit und einer besseren Lebensqualität leisten“, so Dr. Stefan Richter, Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin am Herzzentrum der Zentralklinik Bad Berka. Die Klinik gehört zum Verbund der Rhön-Klinikum AG. Um die Patienten bereits während des Krankenhausaufenthaltes hierbei zu unterstützen, wissenschaftliche Erkenntnisse aus verschiedenen Berufsgruppen in die Behandlung einfließen zu lassen und den Übergang aus der stationären in die ambulante Behandlung zu optimieren, wurde im Herzzentrum der Zentralklinik Bad Berka ein Herzinsuffizienz-Team bestehend aus ärztlichem Fachpersonal der Kliniken für Kardiologie, Rhythmologie und Internistische Intensivmedizin sowie der Herzchirurgie, speziell ausgebildeten Herzinsuffizienz-Pflegekräften (Heart-Failure-Nurse) und Physiotherapeutinnen und -therapeuten gegründet. Unterstützend ergänzt wird dieses interprofessionelle Team durch Fachkräfte aus der Psychologie, Sozialarbeit und Palliativmedizin. Ferner ist eine sektorübergreifende Zusammenarbeit mit ambulanten Fachärztinnen und -ärzten und externen Herzinsuffizienz-Zentren im Aufbau. „Der Patient lernt während des Krankenhausaufenthaltes, mit seiner Erkrankung umzugehen. Dazu wird er geschult. Das gibt ihm auch mehr Sicherheit im Alltag“, erklärt Richter. Zu den Angeboten gehören auch eine geschulte Selbsteinschätzung von Symptomen oder deren Verschlechterung, die Motivation zur Änderung eines ungesunden Lebensstils, der Erhalt von körperlicher Aktivität und Selbstständigkeit, die Sensibilisierung für die Bedürfnisse und Grenzen des Körpers, die konsequente Therapie von begleitenden chronischen Erkrankungen sowie eine Stärkung des familiären Umfelds und eine Unterstützung bei der Krankheitswahrnehmung und -bewältigung durch die Angehörigen. „Dadurch vermeiden wir auch irreversible Schäden“, ergänzt Richter. Herzinsuffizienz ist nach den Geburten die zweithäufigste Krankenhaus-Einweisungsdiagnose. Da die Überlebenswahrscheinlichkeit nach einem Herzinfarkt durch eine rasche und verbesserte Versorgung deutlich gestiegen ist und die Bevölkerung immer älter wird, sind rund 4% der Bevölkerung von einer Herzinsuffizienz betroffen, wobei eine deutliche Zunahme im Alter zu verzeichnen ist.
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