Neues Medikament im Test: Zöliakie-Patienten für Therapiestudie gesucht

Marcus Hollenbach, Oberarzt und Leiter des gastroenterologischen Funktionslabors, fungiert bei dieser Studie als Prüfarzt auf Leipziger Seite. Prüfärzte sind vor allem an der Planung, Organisation und Durchführung klinischer Studien beteiligt. (Foto: © Stefan Straube/UKL)

Die Gastroenterologie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) sucht für eine Therapiestudie Patienten mit nachgewiesener Zöliakie, die trotz strengster Gluten-Diät weiterhin an Beschwerden leiden. Untersucht wird in der Studie ein neuartiges Medikament. Das Ziel: Beschwerdefreiheit.

„Die Veranlagung für die Erkrankung ist meist angeboren, sie wird aber oft auch erst im Erwachsenenalter diagnostiziert“, erläutert Prof. Albrecht Hoffmeister, Leiter des Bereiches Gastroenterologie an der Klinik und Poliklinik für Onkologie, Gastroenterologie, Hepatologie und Pneumologie des UKL. „Oft entfalten bereits kleine Mengen glutenhaltiger Nahrungsmittel eine große Wirkung“, so der UKL-Experte, „Betroffene leiden beispielsweise an Blähungen, Verstopfungen oder Veränderungen des Blutbildes.“ Ernähren sich an Zöliakie Leidende komplett glutenfrei, führen sie in der Regel ein normales Leben. Doch sei dies schwieriger, als man gemeinhin annehme, hebt Hoffmeister hervor, denn sehr viele Lebensmittel weisen glutenhaltige Bestandteile auf.

Als Teilnehmende für die Studie infrage kommen Menschen mit nachgewiesener Zöliakie, die trotz strengster Diät an Beschwerden leiden. „Wir testen ein neuartiges Medikament, das bei Erfolg die Betroffenen beschwerdefrei werden lässt und ihnen hilft, in ein normales Leben zurückzukehren“, sagt Gastroenterologe Hoffmeister.

Die Studie der Firma, die das Medikament entwickelt, ist Anfang des Jahres am UKL und in zahlreichen Zentren deutschlandweit gestartet, am UKL werden nun weitere Patienten gesucht. Das Mindestalter liegt bei 18 Jahren. Wer teilnimmt, muss es ermöglichen können, auch persönlich nach Leipzig zu kommen.

Die Teilnahme dauert 21 Wochen und umfasst neben täglicher Tabletteneinnahme auch zwei Magenspiegelungen, eine zu Beginn des Zeitraumes, eine am Ende. „Die Gastroskopien sind notwendig, um erkennen zu können, ob und wie sich die Entzündung im Dünndarm verändert hat“, erklärt Hoffmeister.

Interessenten können sich per E-Mail unter [email protected] für eine Teilnahme an der Zöliakie-Therapiestudie bewerben.