Neues MRT für die Neuroforschung in Jena27. September 2023 Universitätsklinikum Jena wird ein hochmodernes 7-Tesla-Magnetfeldtomografiegerät installiert. (Foto: Michael Szabó/UKJ) Am Universitätsklinikum Jena wird ein hochmodernes Magnetfeldtomografiegerät installiert. Zum Einsatz kommen wird das Gerät vor allem für die Hirnbildgebung in Forschungsprojekten des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit, dessen mitteldeutscher Standort in Jena koordiniert wird. Für das Gerät hat der Freistaat Thüringen mehr als zehn Millionen Euro EU-Fördermittel zur Verfügung gestellt. Mit dem Kran legte ein neuer Magnetfeldtomograf die letzte Etappe in das Werner-Kaiser-Forschungszentrum für MRT-Bildgebung am Steiger zurück. Im Forschungszentrum des Universitätsklinikums Jena wird das Schwergewicht nun installiert, getestet und eingemessen. Das Gerät arbeitet mit einem Magnetfeld von sieben Tesla, moderne Standardgeräte für die medizinische Diagnostik nutzen Drei-Tesla-Felder. „Das stärkere Magnetfeld führt zu einer größeren Messempfindlichkeit und damit detaillierteren Aufnahmen“, erklärte Prof. Jürgen Reichenbach, dessen Arbeitsgruppe Medizinphysik am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Jena das Gerät betreut. „Durch die bessere räumliche Auflösung lassen sich anatomische Strukturen auch unterhalb der Millimetergrenze abbilden. Und die höhere Zeitauflösung ermöglicht feinere funktionelle Untersuchungen.“ Dieser schärfere Blick ins menschliche Gehirn wird vor allem den Forschungsteams im Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit zugutekommen. Das Zentrum mit bundesweit sechs Standorten wird derzeit aufgebaut; der mitteldeutsche Standort wird von Jena aus koordiniert. „Wir wollen die Mechanismen psychischer Erkrankungen besser verstehen, um deren Erkennung und Behandlung verbessern zu können“, beschreibt Standortsprecher Prof. Martin Walter das übergeordnete Ziel des Zentrums. Als konkrete Themen zählt der Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Jena zum Beispiel die Untersuchung schwer behandelbarer Depressionen, die Psychotherapieforschung und die Analyse psychischer Störungen aus, die in der Phase des Erwachsenwerdens entstehen können. Neben stressbedingten Erkrankungen werden Forschungsgruppen aus der Psychologie an Klinikum und Universität Jena auch Wahrnehmungsstörungen und Störungen sozialer Verhaltensweisen im Zusammenhang mit psychischen Beeinträchtigungen untersuchen. Einen weiteren Schwerpunkt stellt der Einfluss von Immunfaktoren und Infektionen auf die Gehirnfunktion dar. So werden Studienteams aus der Neurologie die verbesserten Bildgebungsmöglichkeiten zur Erforschung neuroinflammatorischer Erkrankungen nutzen. „Auch im Post-Covid-Zentrum werden wir die neue Forschungsinfrastruktur nutzen, um die neuropsychiatrischen Langzeitfolgen von Infektionen besser verstehen zu lernen“, sagte Walter. Für Anschaffung und Installation des Sieben-Tesla-MRT stellt der Freistaat Thüringen insgesamt mehr als zehn Millionen Euro aus dem REACT-EU-Förderprogramm zur Verfügung. Nach Abnahme des Gerätes durch den Hersteller und Schulungen für die Nutzer sollen im Januar 2024 die ersten Messreihen starten.
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