Neues Verfahren: „Zungenschrittmacher“ hilft gegen Atemaussetzer im Schlaf6. Februar 2018 Dr. Christian Plettenberg, Oberarzt der Klinik für Hals- Nasen- und Ohrenheilkunde am UKD, präsentiert einen der Schrittmacher, die gegen Schlafapnoe eingesetzt werden. Foto: UKD/Timmermann Premiere im Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD): Die HNO-Experten des Klinikums haben erstmals einen „Zungenschrittmacher“ bei Patienten eingesetzt, die während des Schlafs an Atemaussetzern leiden. „Der Schrittmacher stimuliert die Muskulatur der Zunge während des Schlafs mit Stromimpulsen. So können die Atemaussetzer verhindert werden“, erklärt Dr. Christian Plettenberg. Er ist Oberarzt der UKD-Klinik für Hals- Nasen- und Ohrenheilkunde (Direktor: Prof. Dr. Hans-Jörg Schipper). Das neue Verfahren könne dann eingesetzt werden, wenn die übliche Behandlung mit der Atemmaske zu keiner Verbesserung führt oder nicht möglich ist. Im Schlaf können sich durch eine Entspannung der Muskeln Atemwege verengen, da die Spannkraft der Zungen- und Rachenmuskulatur nachlässt. Die Folge sind Atemaussetzer mit Abfallen des Sauerstoffgehalts im Blut. „Eine Konsequenz ist, dass die betroffenen Patienten nicht die erholsamen Tiefschlaf- und Traumphasen erreichen. Tagsüber fühlen sie sich müde und unkonzentriert. Auch das Risiko für einen Schlaganfall und einen Herzinfarkt steigt an“, so Plettenberg. Studien gehen davon aus, dass bis zu 20 Prozent der Erwachsenen über 50 Jahren an einer Schlaf-Apnoe leiden. Liegt das Problem auf Höhe des Zungengrunds, kann der Schrittmacher helfen, so der HNO-Experte, der eng mit dem Schlafzentrum an der Düsseldorfer Uniklinik zusammenarbeitet. Der Schrittmacher hat die Größe eines „normalen“ Standard-Herzschrittmachers und wird im Brustbereich unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt. Über einen Sensor werden Informationen über die Atmung vermittelt. Eine Elektrode unter der Zunge gibt dann nachts beim Einatmen einen Stromimpuls ab. Dieser Impuls wirkt dann auf die Zungenmuskulatur und sorgt so für die nötige Bewegung -„Hypoglossusstimulation“. Der Patient kann nach dem Einsetzen den Schrittmacher mit einer Fernbedienung aus- und einschalten. Plettenberg: „Dabei kann man auch eine Einschlafzeit programmieren, so dass das Gerät erst nach einer gewissen Zeit einsetzt und nicht beim Einschlafen stört.“ Die ersten Eingriffe dauerten jeweils zwei Stunden. Um über das neue Verfahren aufzuklären, gibt es einen Informationstag für Patienten am 24. Februar von 10 bis 12 Uhr und für Ärzte von 13 bis 15 Uhr. Gemeinsam mit den Kollegen des UKD-Schlafzentrums wird Dr. Plettenberg die neue Methode erklären.
Mehr erfahren zu: "Veränderte saisonale Häufungen: Atemwegsinfektionen und kardiovaskuläre Mortalität unter Einfluss der COVID-19-Pandemie" Veränderte saisonale Häufungen: Atemwegsinfektionen und kardiovaskuläre Mortalität unter Einfluss der COVID-19-Pandemie Nach Beginn der COVID-19-Pandemie waren Verschiebungen im zeitlichen Verlauf saisonaler Anstiege von Atemwegsinfektionen sowie von herzbedingten Todesfällen zu beobachten. Die Gründe dafür haben Forschende vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön […]
Mehr erfahren zu: "Hausstaubmilben-Extrakte in Tiermodellen: Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit" Hausstaubmilben-Extrakte in Tiermodellen: Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit Hausstaubmilben (HDM) werden oft in Tiermodellen allergischer Atemwegserkrankungen eingesetzt. Da sich die HDM-Extrakte hinsichtlich Allergenkonzentration und Endotoxinverunreinigung unterscheiden, muss das Modell für jede Charge optimiert werden
Mehr erfahren zu: "CRISPR-Gentherapie für HAE: Positive Phase-III-Studienergebnisse" Weiterlesen nach Anmeldung CRISPR-Gentherapie für HAE: Positive Phase-III-Studienergebnisse In einer Phase-III-Studie erwies sich eine CRISPR-Gentherapie für Hereditäres Angioödem (HAE) als wirksam und sicher. Die Zahl der Anfälle verringerte sich deutlich im Vergleich zu Placebo und die Behandlung wurde […]