Neues Versorgungskonzept zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen22. Juli 2024 Die Partner des UKSH und Novartis unterzeichneten den Vertrag auf dem Deutschen Kardiologen-Kongress. v.l.: Nicolas Weber und Yolanda Tibbe von Novarits, Ingo Eitel und Christina Paitazoglou vom UKSH. (Foto: © Novartis) Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, und Novartis kooperieren beim Aufbau des Lipid-Netzwerks „HANSE-HERZ-PRÄVENTION“ mit dem Ziel einer verbesserten Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Konkret sehen die Vertragspartner vor, dass mehr als 95 Prozent der Patientinnen und Patienten, die gerade erst einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, ihre LDL-Cholesterin-Zielwerte schnell und nachhaltig erreichen. „Eine konsequente Verringerung des LDL-Cholesterin-Wertes ist entscheidend für die Vermeidung kardiovaskulärer Erkrankungen. Den meisten Patientinnen und Patienten gelingt die Senkung dieses Wertes jedoch nicht“, sagt Prof. Ingo Eitel, Direktor der Medizinischen Klinik II und Leiter der Lipid-Ambulanz am Campus Lübeck, der die Entwicklung und Umsetzung des Versorgungskonzeptes verantwortet. „Die Risikominimierung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird derzeit nicht von den therapeutischen Möglichkeiten begrenzt, sondern davon, dass sie nicht ausreichend genutzt werden. Über Cholesterin sind überholte Informationen im Umlauf; auch haben viele der entsprechenden Medikamente ein negatives Image. Dabei ist klar belegt, dass Cholesterinsenker sehr sicher und effektiv wirken können.” Teil des neuen Versorgungskonzepts ist der Aufbau des Lipid-Netzwerks „HANSE-HERZ-PRÄVENTION“, in dem die Lipid-Ambulanz des UKSH, Campus Lübeck, und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aus der Kardiologie, Nierenheilkunde, Inneren Medizin und Allgemeinmedizin nach einheitlichen Therapiestandards eng zusammenarbeiten. So sollen gesicherte Erkenntnisse zur Prävention, Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen zunächst in Lübeck und dann überregional umgesetzt werden. Innerhalb des Netzwerks ist ein enger Austausch vorgesehen. Das UKSH und Novartis organisieren regelmäßige gemeinsame Fortbildungen und Fallbesprechungen für die Netzwerkpartner und unterstützen mit Kommunikations- und Aufklärungsmaterialien, um Patientinnen und Patienten besser zu informieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beratung von Menschen mit Unverträglichkeit oder Nebenwirkungen von cholesterinsenkenden Medikamenten, wie zum Beispiel Statinen. Für die Betroffenen werden individualisierte Therapiekonzepte entwickelt. Der Erfolg des Versorgungskonzepts soll wissenschaftlich evaluiert werden. PD Dr. Christina Paitazoglou, Oberärztin und Leiterin der kardiologischen Ambulanz des UKSH, Campus Lübeck, koordiniert den Aufbau des Lipid-Netzwerkes. „Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Kliniken und unseren niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen ist für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen essenziell. Wir konnten die Kapazitäten unserer Lipidambulanz bereits deutlich ausweiten und haben die ersten Patientinnen und Patienten erfolgreich im Rahmen dieses Leuchtturmprojekts behandelt“, sagt sie.
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