Neues „Zentrum für Entwicklungsstörungen“ am Dresdner Uniklinikum9. August 2021 Die Förderschullehrerin Jeannine Ufer vom CSW unterrichtet die Kinder und Jugendlichen des Zentrums für Entwicklungsstörungen im Rahmen der tagesklinischen Behandlung. (Foto: Holger Ostermeyer – Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden) In enger Zusammenarbeit mit dem Christlichen Sozialwerk hat die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden ein neues tagesklinisches Angebot aufgebaut. Kindern und Jugendlichen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung in Kombination mit geistigen oder anderweitigen tiefgreifenden Entwicklungsstörungen verhaltensauffällig sind und zudem mit großen Lernschwierigkeiten zu kämpfen haben, fehlt es an qualifizierten Angeboten zur Integration in den Schulalltag. An diesem Punkt setzt das neue Zentrum für Entwicklungsstörungen an. Im Rahmen einer auf etwa zwölf Wochen angelegten tagesklinischen Behandlung werden die Probleme dieser Kinder und Jugendlichen umfassend diagnostiziert und im schulischen Setting eine Behandlung mit dem Ziel einer besseren Alltagsbewältigung initiiert. Dies erfolgt in Teamarbeit mit den pädagogischen Kräften des Christlichen Sozialwerks (CSW) und den auf Psycho- und Verhaltenstherapie spezialisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Dresdner Uniklinikums. „Nicht nur aus der Sicht der betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien ist die in dem Zentrum etablierte Zusammenarbeit mit dem CSW eine Win-Win-Situation“, sagt Prof. Veit Rößner, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie: „Um nachhaltige Lösungen zu finden, reicht es in diesen oft sehr komplexen Fällen nicht aus, ‚nur‘ therapeutisch oder ‚nur‘ pädagogisch zu agieren. Erst in dem jetzt etablierten Setting, in dem Pädagogen und Therapeuten gemeinsam mit den Betroffenen in alltäglichen Situationen agieren, lässt sich die Basis für nachhaltige Erfolge schaffen.“ „Mit dem neuen Zentrum gelingt es, auch diesen oft sehr verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen einen Weg zu einem erfolgreichen Schulbesuch zu ebnen“, sagt CSW-Geschäftsführer Peter Leuwer: „Die Pädagoginnen und Pädagogen unserer St. Franziskusschule kennen die Problematik aus erster Hand und können so ihre Expertise in die neue Tagesklinik einbringen, die sich in unserer unmittelbaren Nachbarschaft befindet. Das Zentrum ist in Sachsen einmalig, da bisher an keinem Standort die Rahmenbedingungen für eine kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung so pädagogisch angepasst wurden, dass auch Kinder und Jugendliche mit geistiger oder tiefgreifender Entwicklungsstörung von tagesklinischer Behandlung profitieren können.“ Um die Kinder und Jugendlichen optimal versorgen zu können, werden schulisch-therapeutische Maßnahmen individuell erprobt und zugleich die Diagnostik weiter vorangetrieben. Ziel des dreimonatigen tagesklinischen Angebotes ist es, die Betroffenen wieder in ihr gewohntes schulisches Umfeld zu integrieren. Deshalb werden die während des Aufenthalts entwickelten Maßnahmen in der Stammschule selbst erprobt. Hierfür ist im Wochenplan jeweils der Mittwoch vorgesehen. Parallel erfolgt eine individuelle schulisch-therapeutische Beratung. Dabei eruiert das Team des Zentrums, ob die aktuelle Schulform für die Betroffenen geeignet ist und unterstützt gegebenenfalls die Suche nach Alternativen. Die Einrichtung nimmt unter engmaschiger Einbeziehung der Eltern Kinder und Jugendliche ab etwa dem sechsten bis zum 17. Lebensjahr auf, die durch problematisches Verhalten vor allem in der Schule oder in anderen Alltagsbezügen auffallen. Aufnahmekriterium ist eine geistige und tiefgreifende Entwicklungsstörung oder eine vergleichbare schwere Beeinträchtigung der altersentsprechenden Alltagsausübung. Zur Therapie vorgeschlagen werden die Kinder und Jugendlichen in der Regel durch Ärzte oder Psychotherapeuten, wobei der tagesklinische Aufenthalt in dem neuen Zentrum durch die Krankenkassen finanziert wird. Jeder Behandlungstag muss unter dem Gesichtspunkt der Krankenbehandlung begründet werden. Derzeit ist der Bedarf so hoch, dass das Zentrum voll ausgelastet ist.
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