Neurofilament-Leichtketten im Plasma unterscheiden diverse Krankheiten22. Juli 2019 Foto: ©Bobboz – stock.adobe.com Leichtes Neurofilament (NfL) wird als biologischer Marker für Neurodegeneration untersucht. Eine aktuelle Studie, die auf der Alzheimer’s Association International Conference (AAIC) 2019 in Los Angeles vorgestellt wurde, dass sich allein über NfL mehrere neurodegenerative Erkrankungen von gesunden Kontrollgruppen unterscheiden lassen. “Obwohl weithin anerkannt ist, dass sich die Konzentrationen von NfL im Blut bei altersgerechten Kontrollpersonen und Erkrankten unterscheiden, gibt es bisher nur begrenzte Forschungen darüber, wie stark die jeweiligen Konzentrationen je nach neurodegenerativer Störung abweichen”, sagte Abdul Hye vom Institute of Psychiatry, Psychology & Neuroscience, King’s College London (KCL). Wie auf der AAIC 2019 berichtet, führten Hye und Kollegen am KCL, an der Lund Universität und an der Universität Göteborg eine multizentrische internationale Studie durch, um die Konzentrationen von NfL im Blut bei verschiedenen neurodegenerativen/neurologischen Erkrankungen zu vergleichen. In der Studie umfasste die ursprüngliche Gruppe (n = 1465; BioFINDER von der Universität Lund) und eine zweite unabhängige Kohorte (n = 852; KCL) Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI), Alzheimer, einer frontotemporalen Demenz (FTD), einer Lewy-Körper-Demenz (DLB), Parkinson (PD), einer primären Tauopathie sowie gesunde ältere Kontrollpersonen. Darüber hinaus wurden mehrere andere Erkrankungen wie vaskuläre Demenz, Down-Syndrom (DS), amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Multiple Sklerose (MS) und klinische Depression inkludiert. Die Forscher fanden heraus, dass im Vergleich zur Kontrollgruppe NfL bei acht neurodegenerativen Erkrankungen, darunter Alzheimer, FTD, DLB, Kortikobasal-Syndrom (CBS), ALS und Down-Syndrom mit Demenz (DS-D), signifikant erhöht war. Beide Studiengruppen zeigten ähnliche Ergebnisse. Es wurde anschließend ein NfL-Grenzwert festgelegt (in der BioFINDER-Studiengruppe), um zu unterscheiden, was als normale und abnormale Konzentration angesehen werden sollte; dies wurde dann in der KCL-Kohorte getestet. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass nur zwei Prozent der gesunden Kontrollpersonen abnormale NfL-Spiegel hatten, was den gewählten Grenzwert bestätigte. Der Cut-off-Punkt identifizierte die folgenden Gruppen in der Studie als jene mit den höchsten NfL-Konzentrationen: ALS (82 %), DS-D (100 %), CBS (53-67 %) FTD (40-63 %). In beiden Studiengruppen wurde lediglich bei 16-20 Prozent der Personen mit Alzheimer die Schwelle des abnormalen NfL-Wertes überschritten. Die Forscher geben an, dass diese für Alzheimer spezifischen Ergebnisse in den Daten der Alzheimer Disease Neuroimaging Initiative repliziert wurden. “Zum ersten Mal haben wir gezeigt, dass NfL allein dazu in der Lage ist, mehrere neurodegenerative Erkrankungen im Vergleich zu gesunden Kontrollgruppen zu unterscheiden”, sagte Hye. “Diese Ergebnisse sind vielversprechend, was den Einsatz von NfL als diagnostisches Werkzeug und unterstützende Komponente in klinischen Studien betrifft. “Wie auch zuvor in anderen Studien gezeigt, ist NfL kein spezifischer Indikator für eine bestimmte Erkrankung, jedoch könnte es sich als wertvoll erweisen, wenn es darum geht, relativ kostengünstig und schnell das Entstehen einer Neurodegeneration im Gehirn zu testen”, fügte Hye hinzu.
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