Neuropädiatrie für Uniklinikum Bonn25. April 2019 Prof. Janbernd Kirschner leitet jetzt die neue Abteilung für Neuropädiatrie sowie das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) am Universitätsklinikum Bonn. (© Rolf Müller/UK Bonn) Prof. Janbernd Kirschner übernimmt am Universitätsklinikum Bonn die Leitung des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) und will dort eine Neuropädiatrie etablieren. Der 50-Jährige ist Spezialist für Säuglinge, Kinder und Jugendliche mit Erkrankungen des Gehirns, der Nerven und der Muskeln. Seine akademische Ausbildung führte ihn unter anderem für zwei Jahre an das Children`s Hospital of Philadephia in den USA. Dort begann er seine klinische Forschung rund um Ursachen und optimale Behandlung von erblich bedingten Muskelschwund-Erkrankungen wie Spinale Muskelatrophie (SMA) und Muskeldystrophie von Typ Duchenne (DMD). Bevor er nun dem Ruf nach Bonn folgte, leitete er kommissarisch seit 2017 die Klinik für Neuropädiatrie und Muskelerkrankungen am Universitätsklinikum Freiburg, wo er auch studierte und seine Facharztausbildung absolvierte. Kirschner betreut Säuglinge, Kinder und Jugendliche mit Verletzungen, Fehlbildungen oder Krankheiten des Gehirns, der Nerven oder der Muskeln. Neben der Versorgung akuter Erkrankungen ist ihm wichtig, Entwicklungsstörungen und chronische Erkrankungen möglichst früh zu erkennen und optimal zu behandeln. Dabei beschäftigt er sich im Rahmen seiner klinischen Forschung schwerpunktmäßig mit neuromuskulären Erbkrankheiten mit meist schwerem Verlauf und geringer Lebenserwartung. „Bisher haben wir nur die Symptome solcher Erkrankungen behandeln können, aber jetzt sind wir dank der rasanten Erforschung der genetischen Ursachen auf einem guten Weg zu wirksamen, innovativen Therapien“, sagte Kirschner. Neue Chancen dank Paradigmenwechsel in der Therapie So beteiligt sich der neue Bonner Neuropädiater an internationalen Studien zur Erprobung neuer Wirkstoff zur Behandlung von Muskelkrankheiten wie der SMA. „Die neuen Therapien haben das Potenzial den Krankheitsverlauf deutlich zu verbessern“, erklärte Kirschner. „Am beeindruckendsten sind die Ergebnisse, wenn wir Säuglinge bereits vor den ersten Symptomen behandeln. Sie zeigen dann fast eine normale Entwicklung.“ Daher setzt sich der Neuropädiater dafür ein, das Neugeborenen-Screening um einen SMA-Test zu erweitern. Zudem hat er das internationale SMArtCARE-Register initiiert, um Verlaufsdaten von möglichst vielen SMA-Patienten unabhängig von der Therapie zu sammeln. Jetzt freut sich Kirschner darauf, am Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn eine Neuropädiatrische Abteilung als weitere Säule zu etablieren „Das neuromuskuläre Zentrum für Erwachsene und das Zentrum für Seltene Erkrankungen am Universitätsklinikum Bonn bieten hier sehr gute Anknüpfungspunkte.“ Dabei setzt er auf eine enge Zusammenarbeit mit den Neurologen, Epileptologen und Neurochirurgen auf dem Venusberg-Campus sowie den Wissenschaftlern am benachbarten Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen DZNE. Teilhabe am normalen Alltag sichern Besonders am Herzen liegt Kirschner das Sozialpädiatrische Zentrum am Universitätsklinikum Bonn, dessen Leitung er übernimmt. Dort finden Säuglinge, Kinder und Jugendliche Hilfe, die aufgrund einer chronischen Erkrankung in ihrer Entwicklung gestört beziehungsweise von einer Behinderung bedroht oder bereits betroffen sind. „Wir bieten ihnen eine allumfassende Versorgung. Denn auf der einen Seite brauchen diese jungen Patienten eine hochqualitative, komplexe universitäre Behandlung, auf der anderen Seite haben die körperlichen Probleme auch psychische und soziale Auswirkungen“, weiß Kirschner.
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