Neuropathisch oder nozizeptiv? Phänotypisierung von Patienten mit Chronischer Pankreatitis

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Schmerzen treten bei Chronischer Pankreatitis (CP) häufig auf und beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich. Dem Schmerz können unterschiedliche Mechanismen zugrunde liegen, was sich negativ auf die Wirksamkeit der Schmerzbehandlung auswirkt.

US-amerikanische Forscher charakterisierten nun zum ersten Mal die Verteilung von Schmerzphänotypen bei CP unter Verwendung der PROMIS­-Instrumente für nozizeptive und neuropathische Schmerzen.

Von 391 einbezogenen Patienten mit CP, die in der Woche vor Studienaufnahme Schmerzen aufgewiesen hatten, litten 40 Prozent unter nozizeptiven Schmerzen, fünf Prozent unter Neuropathie-ähnlichen Schmerzen und 32  Prozent unter einer Mischung aus beidem. Bei knapp einem Viertel der Patienten (23,5 %) konnten die Schmerzen mit dem gewählten Instrument nicht klassifiziert werden. Die analysierten Daten wurden im Rahmen der PROspective Evaluation of Chronic Pancreatitis for Epid­Emiologic and Translational StuDies, einer Längsschnittstudie über den natürlichen Verlauf von CP, erhoben. Die Studie umfasst Patienten-berichtete Ergebnisse (PROs) zu Schmerzen, Medikamentenverwendung, globalem Gesundheitszustand und Lebensqualität.

Personen mit Diabetes mellitus und Frauen hatten eine höhere Prävalenz, von beiden Schmerztypen betroffen zu sein. Rein nozizeptive Schmerzen traten hingegen häufiger bei Männern und Personen mit einer Verengung des Pankreasganges auf. Andere Faktoren – einschließlich der Verwendung von Schmerzmitteln und der Inanspruchnahme des Gesundheitswesens – unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen je nach Schmerzart. Die Probanden mit kombinierten Schmerzen wiesen im Vergleich zu denjenigen mit rein nozizeptiven Schmerzen signifikant schlechtere Gesundheits- und Lebensqualitätswerte auf.

Den Autoren der Studie im Fachjournal „Pain“ zufolge könnte die Verwendung psychosozialer Schmerzerhebungen für das Verständnis des vorliegenden Schmerzsubtyps bei Patienten mit CP nützlich sein. Sie weisen aber auch darauf hin, dass weitere Forschungsarbeiten erforderlich sind, um biochemische und biophysikalische Charakteristika zu identifizieren, über welche sich die Reaktion auf eine Mechanismus­spezifische Interven­tion vorhersagen ließe. (ah)