|
Liebe Leserinnen und Leser,
Glioblastom und HIV – auf den ersten Blick haben die beiden Erkrankungen nicht viel gemeinsam. Doch Forschende aus Kanada zeigen, dass das HIV-Medikament Maraviroc möglicherweise auch das Wachstum von Glioblastomen hemmen kann. Der Wirkstoff blockiert den Rezeptor CCR5, der Teil eines Signalwegs ist, über den Oligodendrozyten das Tumorwachstum fördern. Dies zeigt einmal mehr, wie Wirkstoffe aus ganz unterschiedlichen medizinischen Bereichen neue therapeutische Wege eröffnen könnten.
Weniger vielversprechend als bislang erhofft könnte hingegen das zweite in der EU zugelassene Alzheimer-Medikament sein. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen kam in seiner Nutzenbewertung zu Donanemab zu dem Schluss, dass das Studiendesign keine verlässliche Bewertung des Nutzens bei Alzheimer-Krankheit zulässt. Nach der bereits enttäuschenden Einschätzung zu Lecanemab – dem ersten in der EU zugelassenen Alzheimer-Medikament – ist dies ein weiterer Dämpfer für die Hoffnung auf krankheitsmodifizierende Therapien.
Für die Praxis ebenso relevant: Die American Heart Association hat ihre Schlaganfall-Leitlinie aktualisiert – erstmals wird nun auch die Behandlung von Schlaganfällen bei Kindern berücksichtigt. Die wichtigsten Empfehlungen zur Schlaganfallversorgung haben wir für Sie in unserem Artikel zusammengefasst.
Zum Abschluss noch eine praxisrelevante Erkenntnis für die ambulante Versorgung: Eine schwedische Registerstudie hat anhand von 150.000 Patientendaten gezeigt, dass die konsequente Einnahme von ADHS-Medikamenten das Risiko für Suizidalität, Substanzmissbrauch, Verkehrsunfälle und Straftaten deutlich senkt. Die Studie unterstreicht, wie wichtig eine gründliche Aufklärung ist, um besonders Kinder für die regelmäßige Einnahme zu sensibilisieren.
Und damit verabschiede ich mich für diese Woche – ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!
|