Ausgabe 6/2026

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Mittwoch, 04. Februar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Glioblastom und HIV – auf den ersten Blick haben die beiden Erkrankungen nicht viel gemeinsam. Doch Forschende aus Kanada zeigen, dass das HIV-Medikament Maraviroc möglicherweise auch das Wachstum von Glioblastomen hemmen kann. Der Wirkstoff blockiert den Rezeptor CCR5, der Teil eines Signalwegs ist, über den Oligodendrozyten das Tumorwachstum fördern. Dies zeigt einmal mehr, wie Wirkstoffe aus ganz unterschiedlichen medizinischen Bereichen neue therapeutische Wege eröffnen könnten.
Weniger vielversprechend als bislang erhofft könnte hingegen das zweite in der EU zugelassene Alzheimer-Medikament sein. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen kam in seiner Nutzenbewertung zu Donanemab zu dem Schluss, dass das Studiendesign keine verlässliche Bewertung des Nutzens bei Alzheimer-Krankheit zulässt. Nach der bereits enttäuschenden Einschätzung zu Lecanemab  dem ersten in der EU zugelassenen Alzheimer-Medikament – ist dies ein weiterer Dämpfer für die Hoffnung auf krankheitsmodifizierende Therapien.
Für die Praxis ebenso relevant: Die American Heart Association hat ihre Schlaganfall-Leitlinie aktualisiert – erstmals wird nun auch die Behandlung von Schlaganfällen bei Kindern berücksichtigt. Die wichtigsten Empfehlungen zur Schlaganfallversorgung haben wir für Sie in unserem Artikel zusammengefasst.
Zum Abschluss noch eine praxisrelevante Erkenntnis für die ambulante Versorgung: Eine schwedische Registerstudie hat anhand von 150.000 Patientendaten gezeigt, dass die konsequente Einnahme von ADHS-Medikamenten das Risiko für Suizidalität, Substanzmissbrauch, Verkehrsunfälle und Straftaten deutlich senkt. Die Studie unterstreicht, wie wichtig eine gründliche Aufklärung ist, um besonders Kinder für die regelmäßige Einnahme zu sensibilisieren.
Und damit verabschiede ich mich für diese Woche – ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
HIV-Medikament könnte Tumorwachstum beim Glioblastom reduzieren

HIV-Medikament könnte Tumorwachstum beim Glioblastom reduzieren

Ein Team kanadischer Wissenschaftler hat einen neuen Weg entdeckt, das Wachstum von Glioblastomen zu verlangsamen – und ein bereits existierendes HIV-Medikament identifiziert, das zur Behandlung eingesetzt werden könnte.

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DGN 2025: MAVENCLAD® setzt bei RMSa neue PIRA-Maßstäbe1

9 von 10 Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS)a waren 4 Jahre nach Therapiebeginn mit Cladribin-Tabletten (MAVENCLAD®) – und damit auch in der behandlungsfreien Zeit – frei von schubunabhängiger Krankheitsprogression (PIRA)b.1 Ca. 83 % blieben ohne bestätigte Behinderungsprogression (CDP)c.2

Pflichttext | Referenzen

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Studie zu neuestem Alzheimer-Medikament lässt wichtige Fragen offen

Für die Behandlung der Alzheimer-Krankheit ist es entscheidend, Betroffene mit leichten kognitiven Störungen ohne Demenz von denen mit leichter Alzheimer-Demenz zu unterscheiden. In der vorgelegten Studie zum neuesten, in der EU zugelassenen Alzheimer-Medikament erfolgt diese Trennung jedoch nicht.

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Vertiefen Sie Ihr Wissen zu ADHS im Erwachsenenalter

Damit Sie einen strukturierten Überblick und einen praxisnahen Einstieg ins Thema "ADHS im Erwachsenenalter" bekommen, bieten wir Ihnen eine Online-Fortbildungsreihe mit 11 kompakten Terminen an: von Basiswissen über ADHS in besonderen Lebensphasen bis hin zu Komorbiditäten und modernen Therapieansätzen.

Alle Termine werden von erfahrenen Expert:innen geleitet.

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American Stroke Association veröffentlicht neue Leitlinie

American Stroke Association veröffentlicht neue Leitlinie

Die American Stroke Association (ASA) hat im Vorfeld der Internationalen Schlaganfallkonferenz 2026 ihre Leitlinie zur Schlaganfallbehandlung für Erwachsene erweitert und gibt erstmals Empfehlungen für die Behandlung von Schlaganfällen bei Kindern. Die aktualisierten Empfehlungen wurden im Fachjournal „Stroke“ veröffentlicht.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Auswirkungen der Einnahme von Antidepressiva und des serotonergen Profils auf den kurzfristigen Verlauf nach einem Schädel-Hirn-Trauma.
Neurology 2026;106(4):e214602.

Die Nasen-Hirn-Achse: Mechanistische Zusammenhänge zwischen Dysbiose des nasalen Mikrobioms, Neuroinflammation und Hirnerkrankungen.
Neuroscience, 29.01.2026

Neuromelanin-sensitive MRT als Biomarker für die individualisierte Tiefenhirnstimulation bei Morbus Parkinson: Zusammenhänge zwischen der Bildgebung der Substantia nigra und den Therapieergebnissen.
Parkinsonism Relat Disord 2026;144:108205.

Zusammenhang zwischen leichter kognitiver Beeinträchtigung und Adipositas/Stoffwechselstatus bei Erwachsenen mittleren und höheren Alters: eine landesweite prospektive Kohortenstudie.
J Neurol 2026;273(2):110.

 
 

ADHS-Medikamente reduzieren Risiko für Suizidalität und riskantes Verhalten

Eine aktuelle Studie zeigt, dass eine konsequente Einnahme von ADHS-Medikamenten das Risiko für Suizidalität, Substanzmissbrauch, Verkehrsunfälle und Straftaten verringert.

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Gehirnerschütterung: Auch jüngere Kinder zeigen persistierende Symptome

Gehirnerschütterung: Auch jüngere Kinder zeigen persistierende Symptome

Auch wenn sich die Symptome einer Gehirnerschütterung bei Kleinkindern oft von denen älterer Kinder unterscheiden, können sie doch genauso lange anhalten. Auch der Anteil der Kinder, die nach einem Monat noch Symptome zeigen, ist bei jungen Patienten so hoch wie bei Erwachsenen und älteren Kindern.

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KURZMELDUNGEN:

Alzheimer Europe prognostiziert in seinem Bericht „The Prevalence of Dementia in Europe 2025” 64 Prozent mehr Demenzfälle in Europa bis 2050.
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Immer mehr junge Erwachsene erscheinen mit selbstgewählten psychischen Diagnosen in Praxen, was Abklärung und Gesprächsführung erschwert.
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Eine neue Studie der Universität Freiburg hat gezeigt, dass ein Mittagsschlaf die Lernfähigkeit des Gehirns mittels Reset verbessert.
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TERMINE:

ZNS-Tage 2026
26.02.-28.02.2026
Köln

Deutscher Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen
16.04.-18.04.2026
Leipzig

Basic Course: The Prechtl General Movement Assessment
27.04.-30.04.2026
Berlin

51. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie
07.05.-09.05.2026
Linz (Österreich)

 
 

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