Ausgabe 2/2026

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Mittwoch, 07. Januar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

ich wünsche Ihnen ein frohes und gesundes neues Jahr und freue mich, Sie auch 2026 wieder mit Neuigkeiten aus der Neurologie & Psychiatrie begleiten zu dürfen.
Zum Start ins neue Jahr rückt eine Zahl besonders in den Fokus: 40. Sie ist unsere Zahl der Woche – und widerspricht einer weit verbreiteten Annahme. Eine deutsche Studie zeigt, dass erhöhte fMRT-Signale in rund 40 Prozent der Fälle mit einer verminderten Hirnaktivität assoziiert sind. Umgekehrt können reduzierte Signale auch in hochaktiven Arealen auftreten. Damit wird die Aussagekraft funktioneller Bildgebung bei zahlreichen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen von Alzheimer bis Zwangsstörung infrage gestellt.
Von der Diagnostik geht es direkt weiter zur Versorgung: Die neue S3-Leitlinie „Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen“ verfolgt einen diagnoseübergreifenden Ansatz und richtet sich erstmals auch an Menschen in frühen Krankheitsphasen mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf. So bietet sie Orientierung, wie Betroffene frühzeitig unterstützt und negative Folgen im Alltag verhindert werden können.
Und auch auf der immunologischen Ebene gibt es spannende Erkenntnisse: Bestimmte Darmbakterien, deren Oberflächenstrukturen der Myelinschicht von Nervenzellen ähneln, können laut einer Studie aus Basel das Immunsystem fehlleiten und so den Verlauf der Multiplen Sklerose beeinflussen.
Diese und weitere aktuelle Entwicklungen finden Sie in der dieswöchigen Ausgabe des Newsletters. Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
40 Prozent der fMRT-Signale stimmen nicht mit tatsächlicher Hirnaktivität überein

40 Prozent der fMRT-Signale stimmen nicht mit tatsächlicher Hirnaktivität überein

Seit fast drei Jahrzehnten ist die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) eines der Hauptinstrumente der Hirnforschung. Doch eine neue Studie hat herausgefunden, dass es keinen generell gültigen Zusammenhang zwischen dem im MRT gemessenen Sauerstoffgehalt und neuronaler Aktivität gibt.

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Neue S3-Leitlinie zu psychosozialen Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen

Schwere psychische Erkrankungen beeinflussen viele Bereiche im Leben von Betroffenen und ihren Angehörigen. Neben medizinischen und psychotherapeutischen Ansätzen sind deshalb für eine umfassende Behandlung auch psychosoziale Therapien zentral. Empfehlungen dazu bündelt die überarbeitete, diagnoseübergreifende S3-Leitlinie „Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen“. Sie wurde erstellt von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).

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Fatale Verwechslung: Wie bestimmte Darmbakterien Multiple Sklerose antreiben

Fatale Verwechslung: Wie bestimmte Darmbakterien Multiple Sklerose antreiben

Wenn Darmbakterien der Schutzschicht von Nerven zu sehr ähneln, können sie das Immunsystem fehlleiten und es zum Angriff auf das eigene Nervensystem treiben. Dieser Mechanismus kann den Verlauf von Multipler Sklerose beschleunigen, wie Forschende der Universität Basel anhand von Versuchen mit Mäusen zeigen.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Risiko neuer Indikationen für Antikoagulanzien und Thrombolytika bei Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen - Implikationen für die Anti-Amyloid-Therapie.
Neurology 2026;106(2):e214489.

Konsens über empfohlene Bewertungsinstrumente bei Multipler Sklerose (CORE-MS): Ein Delphi-Studienprotokoll zur Beurteilung von Gleichgewicht und Gang.
PLoS One 2026;21(1):e0337440.

Schlafentzug mildert akute ischämische Schlaganfall-bedingte neuronale Schäden im Hippocampus über die IL-38/NF-κB-Achse.
Exp Neurol, 02.01.2026

Vergleichsstudie der motorischen Ergebnisse bei Erwachsenen mit spinaler Muskelatrophie unter Nusinersen versus Risdiplam.
J Neurol 2026;273:55.

 
 

Antikörpertherapien: Genetische Varianten können sie unwirksam machen

Schweizer Forscher berichten in einer aktuellen Arbeit, dass bereits aufgrund minimaler genetischer Abweichungen bestimmte antikörperbasierte Therapien bei manchen Patienten nicht wirken können.

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MOGAD: Puzzleteil zur Krankheitsentstehung gefunden

MOGAD: Puzzleteil zur Krankheitsentstehung gefunden

Einem internationalen Forschungsteam ist es gelungen, den Bauplan der Anti-MOG-Antikörper zu entschlüsseln.

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KURZMELDUNGEN:

Ein neuer Forschungsansatz setzt auf eine schonende Alternative zur Behandlung von Parkinson: die nicht invasive Stimulation des Gehirns durch fokussierte Ultraschallwellen.
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Eine internationale Studie hat bei Kindern mit ADHS ein charakteristisches Muster der Gehirnaktivität nachgewiesen, das sie von neurotypischen Altersgenossen unterscheidet.
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Durch die Kombination aus Psilocybin und dem Tollwutvirus ließ sich erstmals kartieren, wie und wo die psychedelische Substanz Verbindungen im Gehirn verändert.
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TERMINE:

15. Fachtag Sexualität & Psyche – Dimensionen des Begehrens
16.-17.01.2026
Mülheim an der Ruhr

27. Jahrestagung der Norddeutschen Vereinigung für Schlafmedizin
17.01.2026
Hamburg

22. Münchner Schmerztag
31.01.2026
München

ANIM 2026 – 40. Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin
05.-07.02.2026
Dortmund

 
 

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