Ausgabe 15/2026

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Mittwoch, 08. April 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

anlässlich des Parkinson-Tags am 11. April lohnt sich ein Blick auf die kleinen Veränderungen im Alltag, die oft den größten Unterschied machen, auch wenn wir sie oft als lästig empfinden. Immer mehr Studien zeigen, welchen Einfluss der Lebensstil auf Morbus Parkinson hat. Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und guter Schlaf können nicht nur das Erkrankungsrisiko senken, sondern auch den Verlauf positiv beeinflussen. Eine ungünstige Ernährung kann etwa das Darmmikrobiom verändern, die Darmbarriere schwächen und so die Freisetzung entzündlicher Botenstoffe in die Blutbahn begünstigen – ein Prozess, dem sich gezielt entgegenwirken lässt. Bewegung wiederum fördert die Ausschüttung von Myokinen, die unter anderem die Neurogenese unterstützen und das Immunsystem stärken. Vielleicht also tatsächlich mal wieder Zeit, das Fahrrad aus der Garage zu holen und beim Grillen eine gute Portion Salat einzuplanen?
Doch auch an neuen medikamentösen Ansätzen gegen Parkinson wird weltweit geforscht. Besonders erfreulich ist, dass sich der Fokus zunehmend darauf richtet, die Neurodegeneration zu verlangsamen, statt nur Symptome zu behandeln. Passive Immuntherapien mit Antikörpern könnten insbesondere im frühen Erkrankungsstadium einen Nutzen zeigen. Auch aktive Immunisierungsstrategien in Form von Impfungen scheinen Biomarker und motorische Fähigkeiten positiv zu beeinflussen. Bei GLP-1-Rezeptoragonisten sind die Ergebnisse bislang uneinheitlich, doch auch hier läuft bereits die nächste Studie. Insgesamt dürften die kommenden Jahre zu den spannendsten in der Entwicklung von Parkinsonmedikamenten zählen.
Zum Schluss möchte ich Ihnen ein gemeinsames Positionspapier internationaler Fachgesellschaften zur Wirksamkeit der Elektrokonvulsionstherapie (EKT) vorstellen, das in der Fachzeitschrift „Lancet Psychiatry“ veröffentlicht wurde. Die Autoren üben deutliche Kritik an aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation zum Einsatz der EKT. Sie betonen die belegte Wirksamkeit bei schweren depressiven Episoden, bipolaren Störungen, Schizophrenien und Katatonie und warnen davor, Nutzen und Risiken verzerrt darzustellen und den Einsatz unnötig einzuschränken. Bleiben wir gespannt, wie sich die Debatte weiterentwickelt.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und eine angenehme kurze Woche!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Bewegung, Ernährung und Schlaf: Lebensstilfaktoren beeinflussen Morbus Parkinson

Bewegung, Ernährung und Schlaf: Lebensstilfaktoren beeinflussen Morbus Parkinson

Weltweit arbeiten Forschende an Biomarkern zur Früherkennung und an Medikamenten, die die Neurodegeneration bei Morbus Parkinson bremsen oder sogar stoppen. Bis solche Therapien verfügbar sind, sind Lebensstilfaktoren wie regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und gesunder Schlaf die wichtigsten Strategien, das Risiko und den Verlauf der Erkrankung zu beeinflussen.

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Metaanalyse: Wie wirksam ist Johanniskraut?

Bei leichten und mittelschweren Depressionen rät die Leitlinie „Unipolare Depression“ u. a. zu SSRI. Johanniskraut-Extrakt
(z.B. Laif® 900) wird neben den synthetischen Antidepressiva als gleichwertige Initialtherapie genannt. Eine aktuelle Metaanalyse untermauert diese Empfehlung: Sie zeigte, dass das pflanzliche Antidepressivum den SSRI bei der Verbesserung der Symptomatik sogar überlegen ist.

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Parkinson stoppen: Neue Medikamente im Visier der Forschung

Weltweit konzentriert sich die Parkinson-Forschung darauf, Medikamente zu finden, die die Neurodegeneration bremsen, statt nur die Symptome zu behandeln. Besonders drei Wirkstoffziele scheinen vielversprechend.

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VYVGART jetzt als Fertigspritze zur Selbstapplikation*

VYVGART ist nun auch als s.c. Fertigspritze zusätzlich zur Standardtherapie zugelassen und gibt Menschen mit AChR-Ak-positiver generalisierter Myasthenia gravis ein Stück Unabhängigkeit: Die Fertigspritze ist mit wenigen Handgriffen gebrauchsfertig und kann von Patient:innen selbst oder Pflegepersonen verabreicht werden1,* – ob zuhause oder auf Reisen.

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Internationale Fachgesellschaften bekräftigen Bedeutung der Elektrokonvulsionstherapie

Internationale Fachgesellschaften bekräftigen Bedeutung der Elektrokonvulsionstherapie

Führende internationale Fachgesellschaften haben sich in einem gemeinsamen Statement klar zur Wirksamkeit und Verträglichkeit der Elektrokonvulsionstherapie positioniert und eine wissenschaftliche und evidenzbasierte Darstellung eingefordert. Damit üben sie deutliche Kritik an der Darstellung der EKT in aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Integration von Plasma-eMTBR-tau243 und p-tau217 in die Diagnose und Stratifizierung der Alzheimer-Krankheit: eine prospektive Kohortenstudie.
Lancet Neurol 2026;25(4):357-367.

Langfristige Exposition gegenüber Luftverschmutzung und das Auftreten von Amyotropher Lateralsklerose: Eine prospektive Kohortenanalyse der UK Biobank.
Neurology 2026;106(8):e214858.

Vergleich der Auswirkungen von Antipsychotika und deren Kombination mit nicht invasiver Hirnstimulation auf die Blutfette bei Patienten mit Schizophrenie.
BMC Psychiatry, 06.04.2026

Charakterisierung des mit suizidalem Verhalten assoziierten Locus auf Chromosom 7.
Mol Psychiatry, 07.04.2026

 
 

Demenzprävention: Wissenschaftsakademien stellen sechs Handlungsansätze vor

Fast jeder zweite Fall von Demenz ließe sich durch umfassende Prävention mit Blick auf 14 gut erforschte Risikofaktoren verhindern. Deshalb sprechen sich die Wissenschaftsakademien – acatech, Leopoldina und Akademienunion – in einer gemeinsamen Stellungnahme für eine stärkere „Datengetriebene Demenzprävention“ aus.

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Immunabwehr des Gehirns funktioniert einfacher als gedacht

Immunabwehr des Gehirns funktioniert einfacher als gedacht

Freiburger Forschende haben gemeinsame Muster der Immunabwehr in Gewebe des menschlichen Gehirns und im Mausmodell gefunden. Analysen konnten zeigen, wo Immunzellen bei Erkrankungen aktiv sind.

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KURZMELDUNGEN:

Das bundesweite Forschungsvorhaben UncovRT erforscht die Langzeitfolgen für die Lebensqualität nach einer Hirntumor-Therapie.
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Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen waren 2024 die häufigste Ursache für stationäre Behandlungen von Kindern und Jugendlichen.
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Zwei Jahre nach der Teillegalisierung von Cannabis stellt das Forschungsprojekt „Evaluation des Konsumcannabisgesetztes (EKOCAN)“ den zweiten Zwischenbericht vor.
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TERMINE:

Deutscher Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen
16.04.-18.04.2026
Leipzig

51. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie
07.05.-09.05.2026
Linz (Österreich)

31. Wissenschaftliches Symposium des Norddeutschen Suchtforschungsverbunds
12.05.2026
Hamburg

7. Medicinal Cannabis Congress: Resilienz und psychische Stabilität – ein ganzheitlicher Ansatz
28.05.-29.05.2026
Berlin

 
 

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