Ausgabe 11/2026

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Mittwoch, 11. März 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Diese Woche blicken wir auf neue Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung neurologischer Erkrankungen. So konnte eine groß angelegte proteomische Analyse von Liquorproben neue Biomarker für Multiple Sklerose ausmachen. Forschenden gelang es, ein Panel aus 22 Markerproteinen zu identifizieren, das die Diagnose der Multiplen Sklerose deutlich verbessern könnte. Besonders relevant ist dies für Patientinnen und Patienten, bei denen typische Liquormarker fehlen. Darüber hinaus deuteten die Daten darauf hin, dass bestimmte Proteinmuster bereits zum Zeitpunkt der Diagnose Hinweise auf den späteren Krankheitsverlauf geben können.

Auch bei Schädel-Hirn-Traumata eröffnen neue diagnostische Verfahren zusätzliche Perspektiven. Eine Studie zeigt, dass bestimmte Augenbewegungstests noch Jahre nach einer Gehirnerschütterung subtile Veränderungen der Hirnfunktion nachweisen können, selbst wenn bildgebende Verfahren unauffällig bleiben. Solche objektiven Tests könnten künftig helfen, langfristige Folgen besser zu erkennen und Rehabilitationsstrategien gezielter anzupassen.

Parallel dazu schreitet auch die Entwicklung neuer Therapien voran. Mit der adaptiven tiefen Hirnstimulation steht erstmals eine Generation „intelligenter“ Hirnschrittmacher zur Verfügung, die ihre Stimulation in Echtzeit an krankheitstypische Hirnsignale bei Morbus Parkinson anpasst. Gleichzeitig liefern experimentelle Studien neue Einblicke in die zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen. Demnach kann eine gestörte Speicherung von Dopamin in Nervenzellen toxische Prozesse auslösen – ein Effekt, der sich in Zellmodellen durch die Gabe von ATP stabilisieren ließ.

Viel Freude beim Entdecken der neuesten Entwicklungen der Neurologie!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Neue diagnostische Marker für Multiple Sklerose

Neue diagnostische Marker für Multiple Sklerose

Forschende des Max-Planck-Instituts für Biochemie und der Technischen Universität München (TUM) haben neue diagnostische Marker für Multiple Sklerose (MS) entdeckt. Die Studie deckte Markerproteine auf, die die Unterscheidung von MS von anderen entzündlichen Hirnerkrankungen verbessern, und identifizierte Veränderungen im Proteom des Liquors, die möglicherweise den Krankheitsverlauf vorhersagen können.

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Depressionstherapie: Wie wahrscheinlich sind Absetzsymptome?

Nach dem Beenden einer Antidepressiva-Therapie können Absetzsymptome auftreten, die auf physiologischen Anpassungen an die Pharmakotherapie beruhen. Wie häufig diese sind, und unter welchen Wirkstoffen geringere bzw. stärkere Symptome zu erwarten sind, untersuchte eine aktuelle Metaanalyse. Für pflanzliche Antidepressiva (Johanniskraut-Extrakt, z.B. Laif® 900) sind keine Absetzsymptome aus der Literatur bekannt.

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Augenbewegungstests decken Schädel-Hirn-Trauma Jahre nach Gehirnerschütterung auf

Eine Studie von Forschenden des CU Anschutz Marcus Institute for Brain Health legt nahe, dass Veteranen mit Gehirnerschütterungen auch mehr als zehn Jahre nach der Verletzung noch subtile, aber messbare Symptome eines Hirntraumas aufweisen können. Diese Veränderungen lassen sich mithilfe spezieller Augenbewegungstests erfassen.

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Evrysdi® – die orale Therapieoption für alle mit SMA*

Die orale SMA-Therapie ist konstant wirksam über 5 Jahre,1 wirkt systemisch2 und verfügt über ein etabliertes Sicherheitsprofil1,3. Die unkomplizierte Verabreichung der bewährten Dosierung kann zu Hause oder auch unterwegs erfolgen. Als Filmtablette oder Lösung bietet Evrysdi® SMA-Patient:innen mehr Flexibilität und Unabhängigkeit im Alltag.4,5

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„Intelligente“ Hirnschrittmacher für die Behandlung von Parkinson

„Intelligente“ Hirnschrittmacher für die Behandlung von Parkinson

Mit der Zulassung der ersten adaptiven tiefen Hirnstimulation (THS) 2025 in den USA und Europa steht eine neue Generation „intelligenter“ Hirnschrittmacher für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Morbus Parkinson zur Verfügung. Sie ermöglicht eine personalisierte, bedarfsgerechte Stimulation, die sich an die individuelle Hirnaktivität anpasst. Erste klinische Anwendungen zeigen vielversprechende Ergebnisse.

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Parkinson: ATP stabilisiert vesikuläre Dopamin-Speicherung und schützt Neurone

Eine neue Parkinson-Studie zeigt, wie gestörte vesikuläre Speicherung des Botenstoffs Dopamin in Neuronen toxische Prozesse auslöst – und wie einfache Gabe von ATP diese reparieren kann.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Periphere Entzündungsbiomarker bei Morbus Parkinson: Klinische Korrelationen und Stratifizierung.
Cell Mol Neurobiol 08.03.2026

Zusammenhang zwischen Veränderungen der Aktivitätsmuster und Hirnatrophie sowie dem Fortschreiten der Behinderung bei Menschen mit Multipler Sklerose.
Neurology 04.03.2026

Einsatz von neuromuskulären Blockern bei akuter Hirnverletzung und Zusammenhänge mit den Behandlungsergebnissen: Eine Post-hoc-Analyse der ENIO-Studie.
Neurocrit Care 06.03.2026

Längsschnittliche Zusammenhänge zwischen psychischer Belastung und nachfolgendem kognitivem Abbau und Demenz: eine Multikohortenstudie.
Alzheimers Dement 08.03.2026

 
 
 
Fortschritte in der Migräneprävention: Neue Therapien verbessern Lebensqualität

Fortschritte in der Migräneprävention: Neue Therapien verbessern Lebensqualität

Migräne beeinträchtigt die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit von rund 1,2 Milliarden Menschen weltweit. Ein internationales Forschungsteam berichtet nun in „The Lancet Neurology“ über die Fortschritte in der Vorbeugung von Migräneattacken.

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KURZMELDUNGEN:

Wie eine große prospektive Kohortenstudie zeigte, könnte der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee und Tee das Risiko für Demenz senken.
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Neue Studien zeigen, dass sich chronische Schmerzen in individuellen Mustern der Gehirnaktivität abzeichnen, die mit moderner Bildgebung erkannt werden können.
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Das Antisense-Oligonukleotid Zorevunersen reduziert die Zahl der Anfälle bei Kindern mit Dravet-Syndrom um bis zu 91 Prozent.
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TERMINE:

International Conference on Alzheimer’s and Parkinson’s Diseases and Related Neurological Disorders
17.03.-21.03.2026
Kopenhagen (Dänemark)

Deutsche Schmerz- und Palliativtage 2026
19.03.-21.03.2026
Frankfurt am Main

34th European Congress of Psychiatry
28.03.-31.03.2026
Prag (Tschechien)

Deutscher Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen
16.04.-18.04.2026
Leipzig

 
 

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