Ausgabe 12/2026

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Mittwoch, 18. März 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Speichel als Schlüssel zu neurologischer Diagnostik? Das könnte schon bald Wirklichkeit werden, denn eine neue Methode aus Korea kann neurologische Erkrankungen anhand eines einzigen Tropfens Speichel erkennen. Mithilfe hochsensitiver Raman-Spektroskopie lassen sich strukturelle Veränderungen fehlgefalteter Proteine nachweisen, was in einer ersten Studie die Klassifikation verschiedener Erkrankungen mit einer Genauigkeit von über 90 Prozent ermöglichte. Bis zur klinischen Routine dauert es zwar noch, doch langfristig könnte ein solcher Ansatz eine spannende Alternative zu Liquorpunktion und Bildgebungsverfahren sein.

Auch in der Therapie seltener und bislang kaum behandelbarer Erkrankungen gibt es Fortschritte: Ein internationales Team entdeckte Sildenafil – bislang eher für seinen Einsatz bei gewissen Fehlfunktionen bekannt – als möglichen Kandidaten zur Behandlung des Leigh-Syndroms. In patientenspezifischen Nervenzellen, Hirnorganoiden und Tiermodellen verbesserte der Wirkstoff den Energiestoffwechsel und stabilisierte die Zellfunktion. Erste Heilversuche bei sechs Patientinnen und Patienten verliefen vielversprechend und zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in Drug Repurposing steckt.

Und schließlich dürfen Alzheimer-Patientinnen und -Patienten wieder Hoffnung schöpfen: Trotz der kritischen Bewertung durch den G-BA empfiehlt die aktualisierte S3-Leitlinie Demenzen erstmals den Einsatz der Antikörper Lecanemab und Donanemab in frühen Stadien. Damit rückt eine Therapie in greifbare Nähe, die direkt an der Krankheitsbiologie ansetzt, statt lediglich Symptome zu lindern. Gleichzeitig bleiben bisher praktische Fragen offen – von der Patientenselektion über die Versorgung in spezialisierten Zentren bis hin zur Kostenübernahme.

Es bleibt also spannend zu beobachten, welche dieser Entwicklungen tatsächlich den Sprung aus Forschung und Empfehlung erfolgreich in den neurologischen Alltag schaffen. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Früherkennung neurologischer Erkrankungen aus einem einzigen Tropfen Speichel

Früherkennung neurologischer Erkrankungen aus einem einzigen Tropfen Speichel

Ein koreanisches Forschungsteam hat erstmals eine Technologie entwickelt, die die Früherkennung schwerwiegender neurologischer Erkrankungen wie Epilepsie, Parkinson und Schizophrenie anhand eines Tropfens Speichel ermöglicht.

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VYVGART jetzt als Fertigspritze zur Selbstapplikation*

VYVGART ist nun auch als s.c. Fertigspritze zusätzlich zur Standardtherapie zugelassen und gibt Menschen mit AChR-Ak-positiver generalisierter Myasthenia gravis ein Stück Unabhängigkeit: Die Fertigspritze ist mit wenigen Handgriffen gebrauchsfertig und kann von Patient:innen selbst oder Pflegepersonen verabreicht werden1,* – ob zuhause oder auf Reisen.

Pflichtangaben & Quellen

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Forscher finden neuen Therapieansatz für das Leigh-Syndrom

Ein interdisziplinäres Forschungsteam hat einen vielversprechenden Wirkstoff zur Behandlung des Leigh-Syndroms identifiziert. In der in „Cell“ erschienenen Arbeit konnten die Forschenden einen positiven Effekt des Wirkstoffs Sildenafil auf den Krankheitsverlauf nachweisen.

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NMOSD – Gemeinsam Richtung Schubfreiheit

Der NMOSD-Awareness-Monat März soll das Bewusstsein für eine frühzeitige Diagnose und zielgerichtete Therapie schärfen. Denn NMOSD verlaufen schubförmig und irreversible Behinderungen können mit jedem Schub zunehmen. Deshalb ist die Schubprophylaxe primäres Behandlungsziel.1 ULTOMIRIS® (Ravulizumab)*,2 überzeugte mit Langzeitdaten: 100 % der Patienten blieben über bis zu 4 Jahre schubfrei.**,3,4

Pflichttext | Referenzen

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Demenzen: Aktualisierte S3-Leitlinie ordnet neue Antikörpertherapien ein

Demenzen: Aktualisierte S3-Leitlinie ordnet neue Antikörpertherapien ein

Die S3-Leitlinie Demenzen wurde jetzt aktualisiert und enthält erstmals auch einen Vorschlag zur Behandlung von Alzheimer-Frühstadien mit den neu zugelassenen Antikörpern Lecanemab und Donanemab – auch wenn die Frage der Übernahme der Behandlungskosten für diese Therapien noch nicht abschließend geklärt ist.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Depression ist sowohl ein Risikofaktor als auch eine Folge von traumatischen Hirnverletzungen in der UK Biobank (n = 502.356).
J Affect Disord, 13.03.2026

Kann Blood Flow Restriction Training die psychische Gesundheit und Lebensqualität bei Multipler Sklerose verbessern?
Arch Phys Med Rehabil, 12.03.2026

Jenseits der Psychose durch Künstliche Intelligenz: Eine funktionale Typologie großer sprachmodellassoziierter psychotischer Phänomene.
Lancet Digit Health, 14.03.2026

Vergleichende Wirksamkeit pharmakologischer und nicht pharmakologischer Therapien bei ADHS: Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien (2008-2023).
Rev Recent Clin Trials 13.03.2026

 
 

Bildgebungsstudie identifiziert zwei verschiedene ADHS-Typen

Wer mit Kindern arbeitet, die an Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leiden, weiß, dass die Symptome von Kind zu Kind sehr unterschiedlich sein können. Eine neue Bildgebungsstudie liefert nun wissenschaftliche Belege für diese alltägliche Beobachtung.

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Stammzellen aus menschlichen Milchzähnen zur Behandlung von Zerebralparese

Stammzellen aus menschlichen Milchzähnen zur Behandlung von Zerebralparese

Stammzellen aus ausgefallenen Milchzähnen könnten selbst in der chronischen Phase der Zerebralparese motorische und kognitive Defizite verbessern. In einem Rattenmodell zeigte die Therapie noch Wochen nach Auftreten der Symptome deutliche Effekte und liefert damit einen möglichen Ansatz für neue Behandlungsoptionen.

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KURZMELDUNGEN:

Das Stresshormon Cortisol stört das Navigationssystem des Gehirns durch Beeinträchtigung der Funktion von Gitterzellen.
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Ein internationales Forschungsteam hat einen zentralen Angriffspunkt des FSME-Virus im menschlichen Körper identifiziert.
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Forschende der TU Graz nutzen Virtual Reality und Large Language Models, um Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung beim Trainieren sozialer Kompetenzen zu unterstützen.
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TERMINE:

20th World Congress on Controversies in Neurology
26.03.-28.03.2026
Krakau (Polen)

34th European Congress of Psychiatry
28.03.-31.03.2026
Prag (Tschechien)

Deutscher Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen
16.04.-18.04.2026
Leipzig

51. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie
07.05.-09.05.2026
Linz (Österreich)

 
 

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