Ausgabe 26/2026

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Mittwoch, 24. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Deutschland schwitzt und ächzt weiter unter der aktuellen Hitzewelle. Gerade für Menschen, die Antidepressiva einnehmen und dadurch hitzeempfindlicher sein können, wird diese Zeit schnell zur Belastungsprobe. Eine neue deutsche Studie zeigt nun den langfristigen antidepressiven Effekt eines alternativen Therapieansatzes: Psilocybin mit begleitender Psychotherapie führte auch nach zwölf Monaten noch zu einer Reduktion der depressiven Symptome auf der Hamilton Depression Rating Scale um durchschnittlich acht Punkte. Da Psilocybin nur im Rahmen einzelner psychotherapeutischer Sitzungen verabreicht wird, unterscheidet sich das Nebenwirkungsprofil deutlich von klassischen, kontinuierlich eingenommenen Antidepressiva. Insgesamt bewerten die Autoren die Behandlung als gut verträglich. Für die Einordnung der langfristigen Wirksamkeit ist jedoch zu berücksichtigen, dass es sich lediglich um eine Langzeitnachbeobachtung handelt und randomisierte Langzeitdaten bislang fehlen.

Auch für Menschen mit Schizophrenie gibt es vorsichtigen Anlass zur Hoffnung: Eine multizentrische Studie aus Deutschland und den USA deutet darauf hin, dass Spironolacton, ein etabliertes Medikament zur Behandlung der Herzinsuffizienz, kognitive Einschränkungen verbessern könnte. Da sich der positive Effekt allerdings erst in einer Post-hoc-Sensitivitätsanalyse zeigte, sehen die Autoren weiteren Forschungsbedarf. Im Hinblick auf das günstige Sicherheitsprofil könnten insbesondere Studien mit längerer Behandlungsdauer oder höheren Dosierungen klären, ob sich das Potenzial des Medikaments besser ausschöpfen lässt.

Psychische Erkrankungen und kognitive Beeinträchtigungen betreffen jedoch längst nicht mehr nur Erwachsene. Auch bei Kindern und Jugendlichen nehmen entsprechende Belastungen zu. Welchen Einfluss Kurzvideoformate wie TikTok oder Reels auf Gedächtnis und psychische Gesundheit haben, untersuchten Forschende der Universität Bayreuth. Wenig überraschend zeigten sich insbesondere bei intensiver und unstrukturierter Nutzung eine ganze Reihe negativer Effekte. Unaufmerksamkeit und Impulsivität nahmen zu, während Arbeitsgedächtnis und Selbstregulationsfähigkeit abnahmen. Als wichtige Schutzfaktoren nennen die Autoren klare Nutzungsgewohnheiten, ein unterstützendes soziales Umfeld sowie eine gute Medienkompetenz.

Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie wie immer in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal BIERMANN MEDIZIN.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Psilocybin mit begleitender Psychotherapie zeigt antidepressiven Effekt über zwölf Monate

Psilocybin mit begleitender Psychotherapie zeigt antidepressiven Effekt über zwölf Monate

Psilocybin mit begleitender Psychotherapie kann bei Menschen mit therapieresistenter Depression zu langfristigen Verbesserungen der depressiven Symptomatik führen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Psychotherapy and Psychosomatics“ veröffentlicht.

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HE-Therapien und langfristige Krankheitskontrolle bei MS

Bei Multipler Sklerose (MS) kann es auch unter hochwirksamen (HE-)Therapien erforderlich werden, die Behandlung anzu­passen.1,2 Datena–c zu Cladribin-Tabletten (MAVENCLAD®)d zeigten, dass ein Wechsel auf die orale Impulstherapie mit einer Stabilisierung der Krankheitsaktivität assoziiert sein kann – bei konsistent gutem Sicherheitsprofil und unter Erhalt der Immunkompetenz.3–8

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Hoffnung auf bessere Behandlung kognitiver Einschränkungen bei Schizophrenie

Menschen mit Schizophrenie leiden häufig nicht nur unter psychotischen Symptomen, sondern auch unter Einschränkungen von Aufmerksamkeit und Gedächtnis. Eine multizentrische bayrische Studie zeigt nun, dass der Wirkstoff Spironolacton das Potenzial haben könnte, diese kognitiven Beeinträchtigungen zu verbessern.

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DIRECTION-Studie: Neue Head-to-Head-Daten bei Spastizität

Beim ISPRM 2026 in Vancouver wurden Daten der DIRECTION-Studie vorgestellt. Ziel war die Evaluation von Sicherheit und Wirksamkeit von AboBoNT-A vs. OnaBoNT-A bei Erwachsenen mit Spastizität der oberen Extremität. Gezeigt wurden eine Nicht-Unterlegenheit hinsichtlich unerwünschter Ereignisse im primären Endpunkt sowie eine längere Ansprechdauer vs. OnaBoNT-A im zentralen sekundären Endpunkt.

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Welche Auswirkungen haben TikTok und Co. auf Gedächtnis und Psyche junger Menschen?

Welche Auswirkungen haben TikTok und Co. auf Gedächtnis und Psyche junger Menschen?

Kurzvideo-Plattformen wie TikTok oder Instagram Reels gehören für viele junge Menschen zum Alltag. Doch welche Auswirkungen hat das endlose Scrollen durch den Content auf Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Wohlbefinden? Wissenschaftler der Universität Bayreuth liefern erstmals Anwortung auf dieser Frage.

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Von OFF zu ON: Resorption neu gedacht.

50 % der Parkinson-Patient*innen leiden nach 5 Jahren trotz optimierter Basistherapie unter OFF-Episoden1 – meist unbemerkt.2 Die Ursache ist oft gastrointestinal und durch Inhalation umgehbar.3,4 Inhalatives Levodopa wirkt schnell5 und bei Bedarf.6

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Die menschliche Psyche besser verstehen: Forschende simulieren menschliche Emotionen in LLMs

Große Sprachmodelle (LLMs) können Muster menschlicher Emotionen wie Angst, Traurigkeit oder Stress reproduzieren und lassen sich durch achtsamkeitsbasierte Strategien gezielt wieder regulieren. Dies zeigt ein interdisziplinäres Forschungsteam am Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ) für Digitale Gesundheit der Technischen Universität Dresden.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Zusammenhänge zwischen psychiatrischen Diagnosen, Komorbiditäten und psychischem Schmerz bei unterschiedlichen Ausprägungen von Suizidalität: eine vergleichende Studie in klinischen Populationen.
J Affect Disord 21.06.2026

Plasma-p-Tau217 und Aβ42/Aβ40 vermitteln den Zusammenhang zwischen minimalen depressiven Symptomen und kognitiver Beeinträchtigung.
J Neurol 2026;273(7):409.

Prognostischer Wert der Leichtketten-Neurofilamente und des glialen fibrillären sauren Proteins bei Subtypen der Multiplen Sklerose und Mustern der Krankheitsaktivität: systematischer Review und Metaanalyse.
Neurol Sci 2026;47(7):580.

Direkter Nachweis von Veränderungen der Erregbarkeit oberer Motoneurone bei einem Patienten mit ALS.
J Neurophysiol 21.06.2026

 
 
 
Neue Studie deutet auf Wirksamkeit von Gepanten gegen vestibuläre Migräne

Neue Studie deutet auf Wirksamkeit von Gepanten gegen vestibuläre Migräne

Die vestibuläre Migräne ist durch Schwindelattacken und Migräne-Kopfschmerzen gekennzeichnet. Frühere Studien deuteten eine Wirksamkeit der CGRP-Inhibitoren an. Laut einer kürzlich publizierten Fallserie können möglicherweise auch Gepante gegen die Erkrankungssymptomatik helfen.

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KURZMELDUNGEN:

Arbeiten, Familie, Geldsorgen: 20 Prozent der Deutschen fühlt sich stark gestresst. Männer und Frauen nutzen verschiedene Strategien dagegen.
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Aktuelle Prognosen zeigen, dass die Zahl der Demenzfälle bei steigender Lebenserwartung von heute etwa 1,3 Millionen auf bis zu 2,1 Millionen im Jahr 2060 zunehmen wird.
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Die gezielte Steuerung des Atemrhythmus kann das Entscheidungsverhalten beeinflussen, indem es die Herz- und Gehirnfunktion moduliert.
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TERMINE:

12th Congress of the European Academy of Neurology
27.–30. Juni 2026
Genf (Schweiz)

Federation of European Neuroscience Societies Forum 2026
6.–10. Juli 2026
Barcelona (Spanien)

13th Annual EANS Vascular Section Meeting
31. August–2. September 2026
Marseille (Frankreich)

3. Jenaer Neurologie Symposium
5. September 2026
Jena

8th International Congress on Borderline Personality Disorder and Allied Disorders
7.–9. September 2026
Lausanne (Schweiz)

 
 

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