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Liebe Leserinnen und Leser,
es ist ein Rückschlag für die Alzheimer-Versorgung in Deutschland: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat dem Alzheimer-Medikament Lecanemab keinen belegten Zusatznutzen gegenüber der bisherigen Standardtherapie attestiert. Fachgesellschaften reagierten umgehend mit deutlicher Kritik. Sowohl die Deutsche Gesellschaft für Neurologie als auch die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde sehen die Bewertung als problematisch. Letztere plädiert gar für eine erneute Prüfung. Auch die Alzheimer Forschung Initiative zeigt sich enttäuscht und verweist auf die Relevanz neuer Therapieoptionen für Menschen mit Alzheimer-Demenz. Wie die Entscheidung eingeordnet wird und welche Konsequenzen sich daraus ergeben könnten, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters.
Die Kontroverse gewinnt zusätzliche Brisanz, wenn man die Krankheitslast in Deutschland betrachtet: Neurologische Erkrankungen verursachen hierzulande die höchsten gesundheitlichen Belastungen insgesamt. Dass diese Statistik oft nicht die gebührende Aufmerksamkeit erhält, liegt daran, dass zentrale Erkrankungen wie Demenz oder Schlaganfall in der offiziellen Klassifikation nicht primär als neurologisch geführt werden – und damit in der politischen Priorität häufig untergehen. Fachleute fordern daher seit Längerem, Prävention und Versorgung konsequent in den Fokus zu rücken, um der wachsenden Bedeutung dieser Erkrankungen gerecht zu werden.
Auch abseits der häufigeren neurologischen Erkrankungen gab es diese Woche eine spannende Entdeckung: Forschende aus Bern konnten erstmals nachweisen, dass thermosensitive neuronale Netzwerke bei Narkolepsie als physiologischer Schalter fungieren, der abhängig von der Hauttemperatur zwischen REM-Schlaf und Kataplexie entscheidet. Während ein Absinken der Hauttemperatur die Wahrscheinlichkeit für Kataplexien erhöht, begünstigt eine Temperaturerhöhung den REM-Schlaf. Die Befunde erweitern das pathophysiologische Verständnis der Narkolepsie und könnten langfristig neue Ansatzpunkte für nicht-pharmakologische Strategien zur Stabilisierung der Schlaf-Wach-Regulation eröffnen.
Weitere spannende Meldungen und aktuelle Forschungsergebnisse finden Sie wie gewohnt in unserem Newsletter, auf unserer Webseite und in der ersten Ausgabe des Jahres unserer Zeitung KOMPAKT NEUROLOGIE.
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