Ausgabe 09/2026

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Mittwoch, 25. Februar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist ein Rückschlag für die Alzheimer-Versorgung in Deutschland: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat dem Alzheimer-Medikament Lecanemab keinen belegten Zusatznutzen gegenüber der bisherigen Standardtherapie attestiert. Fachgesellschaften reagierten umgehend mit deutlicher Kritik. Sowohl die Deutsche Gesellschaft für Neurologie als auch die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde sehen die Bewertung als problematisch. Letztere plädiert gar für eine erneute Prüfung. Auch die Alzheimer Forschung Initiative zeigt sich enttäuscht und verweist auf die Relevanz neuer Therapieoptionen für Menschen mit Alzheimer-Demenz. Wie die Entscheidung eingeordnet wird und welche Konsequenzen sich daraus ergeben könnten, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters.

Die Kontroverse gewinnt zusätzliche Brisanz, wenn man die Krankheitslast in Deutschland betrachtet: Neurologische Erkrankungen verursachen hierzulande die höchsten gesundheitlichen Belastungen insgesamt. Dass diese Statistik oft nicht die gebührende Aufmerksamkeit erhält, liegt daran, dass zentrale Erkrankungen wie Demenz oder Schlaganfall in der offiziellen Klassifikation nicht primär als neurologisch geführt werden – und damit in der politischen Priorität häufig untergehen. Fachleute fordern daher seit Längerem, Prävention und Versorgung konsequent in den Fokus zu rücken, um der wachsenden Bedeutung dieser Erkrankungen gerecht zu werden.

Auch abseits der häufigeren neurologischen Erkrankungen gab es diese Woche eine spannende Entdeckung: Forschende aus Bern konnten erstmals nachweisen, dass thermosensitive neuronale Netzwerke bei Narkolepsie als physiologischer Schalter fungieren, der abhängig von der Hauttemperatur zwischen REM-Schlaf und Kataplexie entscheidet. Während ein Absinken der Hauttemperatur die Wahrscheinlichkeit für Kataplexien erhöht, begünstigt eine Temperaturerhöhung den REM-Schlaf. Die Befunde erweitern das pathophysiologische Verständnis der Narkolepsie und könnten langfristig neue Ansatzpunkte für nicht-pharmakologische Strategien zur Stabilisierung der Schlaf-Wach-Regulation eröffnen.

Weitere spannende Meldungen und aktuelle Forschungsergebnisse finden Sie wie gewohnt in unserem Newsletter, auf unserer Webseite und in der ersten Ausgabe des Jahres unserer Zeitung KOMPAKT NEUROLOGIE.




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Rückschlag für Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab

Rückschlag für Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat für den Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab keinen belegten Zusatznutzen gegenüber dem bisherigen Therapiestandard festgestellt. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) sehen darin einen Rückschlag für Betroffene.

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Frühzeitige Erkennung und
Therapieoptimierung bei Parkinson

Das Screening-Tool MANAGE-PD kann helfen, eine unzureichende orale Therapie bei Parkinson-Patient*innen frühzeitig zu erkennen und deren Behandlung zu optimieren.1 Im Expertengespräch mit Prof. Dr. med. Weise erfahren Sie mehr über die Kriterien zur frühen Identifizierung und zum Einsatz der nicht-oralen Folgetherapie PRODUODOPA® (Foslevodopa/Foscarbidopa) bei fortgeschrittener Parkinson-Krankheit. 

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AFI kritisiert G-BA-Entscheidung zu neuem Alzheimer-Medikament

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sieht für den Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab keinen belegten Zusatznutzen gegenüber dem bisherigen Therapiestandard. Die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) kritisiert diese Bewertung.

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Myasthenie-Symptome mit
Komplementinhibition unterbinden

ULTOMIRIS®* blockiert schnell und effektiv die terminale Komplementkaskade und schützt so die neuromuskuläre Endplatte, wodurch die Beeinträchtigung der entsprechenden Signalübertragung bei Myasthenie verhindert wird.1 Patient:innen erlebten eine spürbare Linderung der Symptome bis hin zur Symptomfreiheit, was zu einer deutlichen Verbesserung der Funktionsfähigkeit im Alltag führte.2

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Neurologische Krankheiten haben die höchste Krankheitslast – auch in Deutschland

Neurologische Krankheiten haben die höchste Krankheitslast – auch in Deutschland

Neurologische Krankheiten werden in Deutschland oft unterschätzt, auch weil häufige Diagnosen wie Schlaganfall und Demenzen in der Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) nicht als primär neurologisch geführt und kodiert werden – dabei zeigt ihre Gesamtlast, wie dringend mehr Prävention nötig ist.

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Sie haben die Wahl! In der Behandlung von Morbus Fabry.

Morbus Fabry ist eine seltene lysosomale Speichererkrankung mit neurologischen Symptomen und Komplikationen. Elfabrio® (Pflichttext): Enzymersatztherapie weitergedacht. Sie haben die Wahl.

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Narkolepsie: Die Hauttemperatur entscheidet zwischen REM-Schlaf und Kataplexie

Forschende aus Bern zeigen erstmals, dass das Gehirn über neuronale Systeme verfügt, die empfindlich auf die Hauttemperatur reagieren. Bei Narkolepsie bestimmen diese wie ein Schalter, ob das Hirn in den Schlafzustand (REM-Schlaf) übergeht oder im Wachzustand eine Kataplexie auslöst.

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Juveniles Fibromyalgiesyndrom erhöht Empfindlichkeit gegenüber sensorischen Reizen

Juveniles Fibromyalgiesyndrom erhöht Empfindlichkeit gegenüber sensorischen Reizen

Ob Licht, Lärm oder Berührung: Das Gehirn von Kindern und Jugendlichen mit juvenilem Fibromyalgiesyndrom reagiert stärker und empfindlicher auf diese Sinnesreize. Die Überreaktion hängt offenbar eng damit zusammen, wie stark die Beschwerden sind.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Metabolomische Serumsignaturen der Erholung nach einem Schub bei früher Multipler Sklerose.
Mult Scler Relat Disord 2026 Feb 17:108:107082.

Aktuelle Erkenntnisse und Wissenslücken in der Familienplanung und Schwangerschaft bei Myasthenia gravis, NMOSD und MOGAD.
Lancet Neurol 2026 Mar;25(3):308-324.

Untersuchung der Vagusnervstimulation bei postoperativem Delir und Demenz.
Bioelectron Med 2026 Feb 20;12(1):5.

Allicin verbessert das Überleben von Motoneuronen bei amyotropher Lateralsklerose, indem es die Neuroinflammation reduziert und die Darmmikrobiota moduliert.
Biochem Biophys Res Commun 2026 Feb 19:809:153503.

 
 
 

KURZMELDUNGEN:

Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren weisen das höchste Risiko für invasive Meningokokken-Erkrankungen bestimmter Untergruppen auf. Nun gelten neue Impfempfehlungen.
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Eine neue Studie zeigt, dass Migräne bei Frauen mit Makromastie schnell übersehen und als Spannungskopfschmerzen abgetan wird.
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Bonner Forschende haben genetische und nicht genetische Faktoren identifiziert, welche die Eppstein-Barr-Viruslast beeinflussen.
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TERMINE:

DGPPN-Hauptstadtsymposium 2026 - Prävention von Gewalttaten durch Menschen mit psychischen Erkrankungen
05.03.2026
Berlin

60. Münchner EEG-Tage
11.–13. März 2026
München

Deutsche Schmerz- und Palliativtage 2026
19.–21. März 2026
Frankfurt am Main

Deutscher Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen
16.–18. April 2026
Leipzig

 
 

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