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Liebe Leserinnen und Leser,
epidemiologische und Assoziationsstudien haben in der Vergangenheit immer wieder auf einen Zusammenhang zwischen der Sonneneinstrahlung sowie dem Vitamin-D-Spiegel und dem Risiko für Multiple Sklerose (MS) hingedeutet, auch wenn die Ergebnisse nicht immer konsistent waren. Französische Wissenschaftler haben die Wirkung von hochdosiertem oralen Vitamin D3 auf die Krankheitsaktivität bei Patienten mit klinisch isoliertem Syndrom (CIS), dem mutmaßlich ersten Symptom einer MS, nun in einer klinischen Studie untersucht. Dabei zeigte sich, dass bei Studienteilnehmern, die das Sonnenvitamin über zwei Jahre einnahmen, Schübe oder in der Bildgebung nachweisbare neue Läsionen signifikant später auftraten als bei den Kontrollpatienten. Vergleichbare Effekte der Vitamin-D-Gabe fanden die Forschenden auch bei Personen, welche die McDonald-Diagnosekriterien für eine schubförmig remittierende Multiple Sklerose erfüllten, aber noch keine krankheitsmodifizierende Immuntherapie erhalten hatten.
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie folgert aus diesen Ergebnissen, dass Vitamin D die Krankheitsprogression nicht nur beim CIS, sondern auch in der Frühphase der MS signifikant verlangsamen kann. Von einer eigenmächtigen Einnahme hoher Vitamin-D-Dosen oder gar dem Abbruch einer immunmodulierenden Therapie zugunsten des Vitamins rät die Fachgesellschaft aber dringend ab – zu inkonsistent ist die Datenlage trotz der Studienergebnisse noch immer.
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