|
Liebe Leserinnen und Leser,
eine aktuelle in „Nature Medicine“ publizierte Studie zeigt, dass bestimmte Antibiotika bis zu acht Jahre nach der Einnahme das Darmmikrobiom beeinflussen können. In einer Analyse von fast 15.000 Personen waren frühere Antibiotikatherapien mit einer veränderten bakteriellen Diversität assoziiert. Vor allem Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin zeigten Langzeiteffekte, während Penicillin V mit geringeren und kurzzeitigeren Veränderungen einherging. Insbesondere im Falle des Schmalspektrum-Antibiotikums Flucloxacillin halten die Autoren eine Bestätigung durch weitere Studien für wünschenswert. Gleichwohl unterstreichen die Daten die Relevanz eines differenzierten Antibiotikaeinsatzes und einer bewussten Substanzwahl im klinischen Alltag.
Über pharmakologische Einflüsse hinaus rückt eine aktuelle Studie in „Gastroenterology“ die Bedeutung früher Lebensphasen für die Darmgesundheit in den Fokus. Die Untersuchungen der Forschenden aus Dänemark und den USA legen offen, dass prä- und postnataler Stress die Darm-Hirn-Achse langfristig beeinflussen und mit Motilitätsstörungen sowie funktionellen gastrointestinalen Beschwerden assoziiert sein kann. Mithilfe eines Mausmodells und zweier Kohortenstudien konnten die Forschenden aufzeigen, dass unterschiedliche neurobiologische Signalwege spezifische Symptome modulieren. Zudem war in ihren Untersuchungen eine unbehandelte mütterliche Depression während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für Verdauungsstörungen bei Kindern verbunden.
Lesen Sie mehr zu diesen und weiteren Themen aus der Allgemeinmedizin im heutigen Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und eine gute Woche.
|